Betonmauer um Sozialviertel im nordrumänischen Baia Mare sorgt für Kontroverse
Christoph Fischer
Eine Nachricht von einem unserer engagierten ProjektinitiatorInnen:
Hr. Ernst Ranftl vom Projekt "Creaktiv braucht Platz" schreibt uns...
Betonmauer um Sozialviertel im nordrumänischen Baia Mare sorgt für Kontroverse!
Nachdem in Baia Mare am Donnerstag die Bauarbeiten für eine Mauer begonnen haben, die einen Bogen um mehrere Blocks mit Sozialwohnungen spannen soll, tobt in Rumänien eine Kontroverse - geht es, wie der Bürgermeister Catalin Chereches behauptet - um den Schutz der Kinder, die zu nahe an einer befahrenen Straße spielen, oder - wie mehrere NGOs, aber auch eine staatliche Behörde meinen - um den Bau einer Ghetto-Mauer für Roma, die in den Blocks wohnen?
Laut Baugenehmigung ist die 1,80 m hohe und 89 m lange Mauer keine Umschließung, sondern verläuft entlang der Straße. Bürgermeister Chereches sagte, er wolle dort auch eine Videoüberwachungsanlage und eine Polizeistation einrichten, um Bewohner zu evakuieren, die Hygienemaßnahmen missachten. Mehrere NGOs, darunter Romani Criss, Gleiche Chancen und Amnesty International meinen in einem offenen Brief, dass der Bau der Mauer für die Roma "ghettoisierend und entwürdigend wirkt". Die staatliche Antidiskriminierungsbehörde CNCD ermittelt nun von Amts wegen. Behördenleiter Csaba Astalos erklärte, man werde einen Baustopp verlangen.
Wenn Sie dazu etwas zu sagen haben...
Hier die Seite des verantwortlichen Bürgermeisters: www.catalinchereches.ro
und seine Facebookseite:
https://www.facebook.com/profile.php?id=1440605969&sk=wall
LG
Ein wie ich finde sehr guter Beitrag aus dem brandeins Nr. 07/2010
Der Staat hat sich - und die nächsten Generationen - finanziell überfordert. Die Bürger sollen es nun richten.
Spenden, Sponsoring, Stiftungen, Ehrenamt und Corporate Citizenship sind gefragt. Aber warum spenden - und nicht investieren?
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- Zu viele Arbeitslose beschweren sich immer wieder darüber in unnötige Kurse gedrängt zu werden, die sie weder brauchen noch wollen. Wie lange wird Österreich da noch zuschauen?
20. 06. 2010
Sinnlose AMS-Kurse
Obwohl der folgende Artikel aus einer dubiosen Quelle (Krone) stammt, erlaubt er doch einen tiefen Einblick in die derzeitige Situation von Arbeitslosen/suchenden...Mit Menschenwürde hat das nicht mehr viel zu tun!
Opfer will jetzt klagen: "Das ist Körperverletzung!"
Clarissa Eichinger hat die Nase voll: Wie berichtet, muss die Wienerin (31) bei Sinnlos-Kursen des AMS u.a. Sektenfilme anschauen und Reise zum Mond spielen. Doch die Frau leidet an einer unheilbaren Autoimmunerkrankung - und will jetzt Minister und AMS-Chefs klagen.
"Diese sinnlosen Kurse, bei denen ich rohe Eier aus dem Fenster fallen lassen oder um einen Blumentopf tanzen muss, sind für Arbeitslose verpflichtend", schildert die 31-Jährige. "Nehme ich nicht daran teil, wird mir der AMS-Bezug gestrichen."
Anzeige an Buchinger und Sozialminister
Eine Anzeige ging bereits an die Polizei und ist an die AMS-Vorstände Herbert Buchinger und Johannes Kopf sowie an Sozialminister Hundstorfer gerichtet.
20.06.2010
vorab ich hoffe, ich werde nicht missverstanden, ich finde ein jedes dieser projekte toll und doch beschleicht mich ein ungutes gefühl.
ein jedes dieser projekte für sich zeigt mir nämlich, dass sie notwendig geworden sind. armut wird zu einem spürbaren und greifbaren phänomen in unserem land. ich vermisse schmerzlich diskussionen darüber, wie es dazu kommen konnte.
dass die einführung der mindestsicherung über 4 jahre benötigt hat, ist dafür nur ein weiteres sichtbares zeichen.
http://www.ideen-gegen-armut.at/content/home/index.aspx
mit dem auto muss ich fahren, um von dieser großartigen idee zu erfahren.
hier vorab der link dazu:
http://www.ustream.tv/channel/armutskonferenz
dazu noch ein paar fakten und zahlen, die man hier abfragen kann:
http://www.armutskonferenz.at/index.php?option=com_content&task=view&id=13&Itemid=70
Weil es in unserer Gesellschaft peinlich ist, Armut zuzugeben, werden Kinder oft krank gemeldet, wenn kostenpflichtige Aktivitäten anstehen
Reichen Leuten geht es gut, armen Leuten geht es schlecht. Das weiß jeder, und weil es so banal ist, dass es jeder weiß, haben wir uns abgewöhnt, darüber nachzudenken. So ist es eben. Aber muss es so sein?
Nein, sagt der deutsche Verfassungsgerichtshof, der dieser Tage in einem bahnbrechenden Urteil das "Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums" beschworen und damit primär für Kinder eine beträchtliche Erhöhung des so genannten Regelsatzes verlangt hat. Und nein sagt auch ein neues Buch der österreichischen Armutsexperten Martin Schenk und Michaela Moser ("Es reicht! Für alle!" *).
Wer als Kind arm ist, sagen alle internationalen Studien, bleibt auch als Erwachsener arm. Und um ein Kind einigermaßen vernünftig zu ernähren und zu erziehen, braucht man, so hat es der deutsche Wohlfahrtsverband ausgerechnet, je nach Alter zwischen 250 und 320 Euro im Monat. Das ist um gute 20 Prozent mehr als der geltende Hartz-IV-Satz in Deutschland und rund doppelt so viel wie vom österreichischen Mindestsicherungs-Plan vorgesehen. Derzeit leben in Österreich rund 250.000 Kinder in armutsgefährdeten Haushalten, 90.000 sind "manifest arm" .
Was das heißt? In der Wohnung ist es kalt, zu kalt zum Aufgabenmachen daheim. Arme Kinder sind bedeutend öfter krank als Normalverdiener-Kinder. Die Eltern können sich die nötigen Schulsachen nicht leisten, immerhin kostet eine bescheidene Schulstart-Ausrüstung an die 200 Euro. Noch viel weniger reicht das Geld für die vielen Extraausgaben für Ausflüge, Kopiergeld, Schulveranstaltungen. Weil es in unserer Gesellschaft peinlich ist, Armut zuzugeben, werden Kinder auch oft krank gemeldet, wenn kostenpflichtige Aktivitäten anstehen. Schnell sind sie im täglichen Schulbetrieb "out" .
Die Folge: Viel zu viele durchaus normalbegabte Jugendliche, vor allem Migrantenkinder, verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss und sind damit sichere Kandidaten für spätere Arbeitslosigkeit. Ein Teufelskreis schließt sich.
Armutsbekämpfung kostet Geld, das ist klar. Aber Geld ist nicht alles. Schenk und Moser weisen mit einem beeindruckenden Arsenal von Zahlen und Fakten nach, dass ein Mix von Maßnahmen nötig ist, um der Geißel Armut entgegenzuwirken. An der Spitze steht ein reformiertes Bildungssystem, das soziale Aufstiegschancen unabhängig von sozialer Herkunft ermöglicht, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Eltern, eine höhere Frauenerwerbsquote, existenzsichernde Löhne vor allem für Frauen, eine bessere Förderung für Zuwanderer.
Alles längst bekannt? Alles in zahllosen Studien dokumentiert und belegt, bis zum Überdruss von allen Experten gebetsmühlenartig wiederholt? Ja, ja, ja. Aber wieso bringen wir es trotzdem nicht fertig, wenigstens die vorzeitige Selektion der Zehnjährigen im Schulsystem abzustellen? Wir haben Geld für sinnlose Eurofighter, für einen weitgehend sinnlosen Grenzeinsatz des Bundesheeres, für eine überbordende Parteienförderung und sündteure Föderalismus-Exzesse. Aber den Skandal Armut zu bekämpfen - das schaffen wir nicht. (Barbara Coudenhove-Kalergi, DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2010)
37.000 menschen sind in österreich obdachlos. diese zahl steht für sich selbst.
mehr dazu hier:
http://derstandard.at/1263706782865/37000-Menschen-in-Oesterreich-obdachlos
schon mehr als 200.000 österreicherInnen arbeiten vollzeit und sind doch niedriglohnempfängerInnen, besonder betroffen frauen.
eine studie aus salzburg, für das bundesland salzburg, zeigt auf eindrückliche weise trends auf, die unbekämpft in eine strukturelle armut führen.
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