Zivilgesellschaftliche Initiativen und Ehrenamtliches Engagement in den Bereichen Bildung und Inklusion gesucht
Christoph Fischer
Aufruf zur Beteiligung am Projekt
„Grassroots Europe for Local Wellbeing“
Zivilgesellschaftliche Initiativen und Ehrenamtliches Engagement in den Bereichen Bildung und Inklusion.
Gesucht werden Initiativen, deren Mitglieder ehrenamtlich Tätigkeiten auf kommunaler, regionaler und /oder nationaler Ebene ausführen und deren Engagement auf Veränderungen in dem Bereich „Bildung“ und/oder Inklusion abzielt.
(Unter Inklusion verstehen wir in diesem Zusammenhang die Verbesserung der Lebenssituation benachteiligter Gruppen.)
Bei Interesse bitte unbedingt bei franjo.steiner@iz.or.at bis 25.4.2011 anmelden.
Information zum Projekt
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79 Prozent sagen: Talente bleiben in den Schulen ungenutzt
Andrea HillerAuf den ersten Blick sieht das Urteil der Österreicher über unser Schulsystem gar nicht so schlecht aus: 47 Prozent halten es für gleich gut wie das anderer EU-Länder, 13 Prozent für besser. Besonders jene, die selbst noch in Ausbildung stehen oder Schule und Studium erst in den letzten Jahren abgeschlossen haben, geben der österreichischen Schule gute Noten - die schlechteste Einschätzung kommt von jenen, deren Ausbildung schon mehr als 25 Jahre zurückliegt. Im EU-Vergleich stehen unsere Schulen also gut da, auch wenn 28 Prozent sagen, dass es anderswo besser wäre.
Bei näherem Nachfragen zerbröselt das Bild von der guten Schule aber.
Der Standard ließ 500 repräsentativ ausgewählte Menschen über 16 durch das Linzer Market-Institut fragen: "Wird heute an den Schulen im Wesentlichen die richtige Bildung vermittelt, oder werden wesentliche Bildungsziele vernachlässigt?" Und da kommt es dick: 63 Prozent sagen, dass wesentliche Bildungsziele vernachlässigt würden, nur 26 Prozent meinen, dass an den Schulen die richtige Bildung vermittelt würde. Eltern mit schulpflichtigen Kindern im Haushalt urteilen zwar etwas milder, sind aber auch mehrheitlich der Meinung, dass Wesentliches vernachlässigt würde.
Was das sein könnte, wurde von Market in einer Liste abgefragt:
65 Prozent meinen, dass an unseren Schulen mehr Wert auf Naturwissenschaften und Technik gelegt werden sollte - wobei den konkreten Schulfächern, die die Grundlagen vermitteln sollen, deutlich weniger Gewicht gegeben wird. Nur 45 Prozent würden der Physik mehr Raum geben (43 Prozent sagen, darauf solle weniger Wert gelegt werden), bei der Chemie sind sogar nur 41 Prozent für eine Ausweitung, aber 47 für einen geringeren Wert. Auffallend ist, dass die Chemie besonders von den Schülern und Studenten selbst besonders schlechte Noten bekommt. Biologie und Umweltkunde erfreuen sich dagegen hoher Wertschätzung: 71 Prozent meinen, die Schule sollte da mehr vermitteln, jedem vierten Befragten ist es schon zu viel.
Einen Spitzenplatz im Bildungskanon nehmen Informatik und Computer ein: 91 Prozent sind für eine Aufwertung dieses Wissensgebietes. Die zugrunde liegende Mathematik interessiert schon etwas weniger: 80Prozent wünschen sie aufgewertet, 16Prozent meinen, man käme mit weniger Mathematik auch durch. Auch hier sind es wieder die Schüler und Studenten, die besonders matheskeptisch sind. Wirtschaftskunde wird von 74 Prozent für besonders wichtig gehalten - und hier sind die noch in Ausbildung stehenden Befragten wieder besonders dabei.
Der Komplex der Sprachausbildung wurde sehr differenziert abgefragt: Absoluter Spitzenreiter mit 92 Prozent, die mehr Wert darauf legen würden, sind die internationalen Sprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch. In scharfem Kontrast dazu steht die Einschätzung der Sprachen unserer östlichen Nachbarländer: Auf Tschechisch, Ungarisch oder Slowenisch würden 46 Prozent eher weniger Wert legen, nur 44 Prozent würden diese Sprachen aufwerten. Noch schlechter steht es um die eher als exotisch angesehenen Sprachen Japanisch, Chinesisch und Arabisch sowie die alten Sprachen Latein und Altgriechisch, die jeweils nur von elf Prozent für bedeutsam gehalten werden. Zum Vergleich: Die deutsche Sprache wollen 87 Prozent aufgewertet wissen.
Kunsterziehung (31 Prozent für Aufwertung, 56 Prozent für Abwertung), Religion und Ethik (34 Aufwertung, 58 Abwertung) und Philosophie (25:58) genießen offenbar wenig Ansehen. Dagegen wollen 65Prozent Politische Bildung und Geschichte aufwerten, 61 Prozent die Sexualkunde und 51 Prozent die Medienkunde.
Klar ist das Urteil, dass die Schule auf die Kinder zu wenig eingeht. Nur 18Prozent sagen, dass die meisten Talente gefördert werden, 79 Prozent meinen, dass viele Talente ungenutzt blieben.
Ob das mit falschen Schullaufbahnen zusammenhängt? Unter Vermeidung des polarisierenden Begriffs Gesamtschule ließ der Standard fragen, wann denn die erste wichtige Entscheidung der Schullaufbahn fallen sollte. Quer durch alle Bevölkerungsgruppen sagt nur jeder Zehnte, dass das mit zehn Jahren nach der Volksschule passieren sollte. 67 Prozent halten 14 Jahre für richtig, und 23 Prozent meinen, dass man erst mit 18, im Maturaalter, eine Entscheidung fällen sollte. (Conrad Seidl, DER STANDARD, Printausgabe, 26./27.Juni 2010)
Gute Idee - Sprachverständnis in mehrere Richtungen fördern...
Christoph Fischer28. 06. 2010
Unser mehrsprachiges Witzebuch - Ein gute Idee um unser aller Sprachverständniss zu erweitern!

- So schauts aus...
So ähnlich - nämlich innovativ und gelungen - könnten auch die anderen Zentrum - polis Projekte, die mittlerweile schon auf Respekt.net stehen, werden...
"Unser mehrsprachiges Witzebuch"
SchülerInnen von insgesamt drei Schulen – zwei Volksschulen aus Wien und einer Grundschule aus der Türkei – haben gemeinsam Witze gesammelt, erfunden, einander erzählt und in ihren Muttersprachen sowie auf Deutsch niedergeschrieben. "Unser mehrsprachiges Witzebuch" umfasst 100 Witze in 17 verschiedenen Sprachen mit deutscher und türkischer
Übersetzung.
Die Grundidee des Projekts ist es, Sprache und Kultur als etwas Wertvolles und Verbindendes zu erleben und als wichtige Kompetenz für die Kinder und LehrerInnen erfahrbar zu machen. Dies funktioniert am besten über etwas Lustvolles wie das Genre „Witze“, zu dem jede/jeder leicht Zugang findet. Es ist zudem ein Medium, in dem sich Wertvorstellungen und
Tabus einer Gesellschaft widerspiegeln und sichtbar gemacht werden können.
Jeder Witz wurde in 3 Sprachen veröffentlicht - die Erstsprache des Kindes, Deutsch und Türkisch.)
Waxtê werdene
Vızıgê perrena ra sona nisena serê ciê (mayıse). Vızıka bine yêna aye de bena meyman!..
U cı rê persena; to rê jü çiboneki vacê rê? Vızıka raverine cüav dana; „Heya hama tikat ke, zerê mı mekuyo hurê! Ezo xorê werde sero!“ (Kurdisch-Zazakiye)
Essenszeit
Eine Fliege sitzt auf einem Kuhfladen. Eine zweite Fliege landet neben ihr und fragt: „Soll ich dir einen Witz erzählen?“ „Ja, gerne. Aber
bitte nichts Ekliges, ich esse gerade!“
Yemek Saati
Sinek bir hayvan pisligine konmus. Bu arada ikinci bir sinek yanına konar ve sorar: „Sana bir fıkra anlatayım mı?“„Evet ama lütfen
mide bulandırıcı olmasın yemek yiyorum da!“
und noch einer...
Trojica: Potuku se dva mrava sa jednim slonom, kaže slon:
„To nije fer, vi ste dvojica a ja sam!“ (Serbisch)
Die 3: Prügeln sich zwei Ameisen mit einem Elefant, sagt der
Elefant: „Das ist nicht fair, ihr seid ja zu zweit!“ (Deutsch)
Kiye karşı bir: Ki karınca bir fille kavga ediyorlar. Fil: „Ama
bu yaptığınız haksızlık, siz iki kişisiniz.“ (Türkisch)
Auszüge aus dem Witzebuch:

Irgendwann musste er es ja bemerken. Jahrelang hat Manuela, 51, Ihrem Sohn verheimlicht, wofür Sie sich schon in der Schule geschämt hat. Es war dann doch recht auffällig, dass Sie gerade immer dann "Ihre Brille verlegt" hatte, wenn der Kleine Ihr die Hausaufgaben zeigen wollte. Umso mehr, weil sie sonst eigentlich nie eine Brille trägt.
Manuela ist eine von rund 4 Millionen AnalphabetInnen in Deutschland, immerhin 5 % der deutschen Bevölkerung. In Österreich sind laut Schätzungen von UNESCO rund 300.000 Menschen betroffen.
AnalphabetInnen „können keine U-Bahn-Pläne lesen, keine Gebrauchsanweisungen verstehen und keine Formulare ausfüllen“. Schwer vorstellbar sich in unserem schnellebigen Alltag zurechtzufinden.
Mehr: www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,698449,00.html
Intelligenz braucht keinen Reisepass. Mit nur 24 Jahren ist der Ukrainer Ostap Okhrin der jüngste Universitätsprofessor Deutschlands. Hut ab!
Er würde übrigens gut zum Role Models Projekt passen...
www.handelsblatt.com/karriere/ostap-okhrin-einstein-junior;2259606
OHNE WORTE aber ernst gemeint: derzeit auf Wiener Plakatwänden zu sehen:

Hingegen arbeitet dieses Plakat aus 2001 mit der Karikierung von Vorurteilen und engen Identitäten.

in den 70iger dessen kind ich bin, war ja schon einmal nachhaltig vom schwedischen modell die rede. die volksanwälte sind uns geblieben, der zeitgeist ging verloren.
am dringlichsten erscheint mir das für das bildungssystem zu gelten. wir sind mit deutschland die letzten beiden länder, die schon mit 10 jahren nach sogenannten "fähigkeiten" aussortieren.
kein von vernunft geleiteter mensch kann einen wirklichen vorteil am österreichischen bildungssystem erkennen. damit wir uns richtig verstehen, natürlich werden jene schülerinnen und schüler, die das privileg besitzen in eine ahs zu gehen und anschließend studieren dürfen, gut ausgebildet, vor allem dann wenn es sich eltern leisten können, mögliche defizite mittels nachhilfe zu korregieren, doch das gilt ja nur für einen kleinen teil aller unserer kinder.
zu diesem thema ein lesenswerter kommentar von karl heinz gruber
die fakten liegen ja schon länger am tisch, doch trotzdem schafft man es nicht über die eigenen schatten zu springen. wobei man sagen muss, dass die koalition derer, die ganztagsschulen und / oder gesamtschulen verhindern wollen, breiter ist als man denkt.
große teile der lehrergewerkschaften, politische parteien, die solche konzepte nicht mit ihrer ideologie vereinbaren können, doch auch jene eltern, die angst davor haben ihre kindern mit den sogenannten schmuddelkindern in eine schule zu schicken.
anbei ein link zu einem kommentar von einer, die es wissen muss:
Schreckgespenst Ganztagsschule?
hier noch ein link zum thema schulreformen:

