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Was verstehen wir unter Zivilgesellschaft?

Wenn BürgerInnen selbst ihre politischen Anliegen abseits der staatlichen, marktwirtschaftlichen oder privaten Sphäre in die Hand nehmen, dann spricht man von der Zivilgesellschaft.

Die Zivilgesellschaft ist kein Ersatz für die wichtigen Institutionen einer parlamentarischen Demokratie oder für den Interessensausgleich marktwirtschaftlicher Gruppen wie Arbeitnehmer und Unternehmer.

Die Zivilgesellschaft ist vielmehr eine wichtige Bereicherung für die Weiterentwicklung und Lebendigkeit einer Demokratie und auch der marktwirtschaftlichen Grundlagen. Sie registriert aufmerksam die Veränderungen in der Gesellschaft, wie etwa wachsende soziale Ungleichheit, und richtet sich mit den aus ihren Erkenntnissen abgeleiteten Forderungen an den Staat oder an die marktwirtschaftlichen Interessensgruppen.

Die Zivilgesellschaft bietet Menschen neue Möglichkeiten sich für Anliegen zu engagieren, abseits der üblichen Pfade der politischen Parteien und Interessensgruppen.

Eine aktive Zivilgesellschaft verbindet Menschen, um die Welt ein Stück besser zu machen, als sie von der Elterngeneration übernommen wurde.

Merkmale von zivilgesellschaftlichem Engagement:

  • Jeder Person offen stehend (d.h. Keine Zugangsbeschränkungen durch Eintrittsbarrieren, Ausgrenzung, oder Diskriminierung)
  • Freiwilligkeit (Die Akteure der Zivilgesellschaft handeln aus eigenem Antrieb und in Eigenverantwortung freiwillig an der Realisierung Ihres Projektes.)
  • Autonomie (d.h. Selbstständigkeit, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Selbstverwaltung oder Entscheidungsfreiheit)
  • Akzeptiert das Nebeneinanderstehen verschiedener Meinungen und befürwortet die Werte von Vielfalt und Pluralität
  • Legalität (Das zivilgesellschaftliche Engagement bewegt sich im Rahmen der bestehenden Rechtsordnung, zeigt aber vorhandene Defizite auch in diesem Bereich auf.)
  • Setzt Wertestandards wie z.B. solidarisch, tolerant, gewaltfrei (mit dem Ziel eine normative Wirkung zu entfalten)
  • Die Überzeugung, dass die Gesellschaft, dass unsere Welt verbesserbar ist (eine permanente Infragestellung des Ist-Zustands)