Projekt-ID: 1017

„Deine/Meine/Eine Heimat“ – geflohene Menschen erzählen...

Initiator/In: Barbara Ambrusch-Rapp
eingereicht am: 08.10.2015
Budget: € 1.593,-
Finanzierungsfrist: 08.02.2016
Land/Region: Österreich/Kärnten
Art: Workshop
Themenkreis: Flüchtlinge & Zuwanderung

Allgemein

Projektteaser

Wer ist dieser fremde Mensch in meiner Nachbarschaft? Kreatives Schaffen rund um das Thema „Heimat“ schafft eine ungezwungene Atmosphäre zum gegenseitigen Kennenlernen.

Projektadresse

St. Egyden 52
9536 St. Egyden / Drau

Gemeindegebiet Velden am Wörthersee, Kärnten bzw. Unterkunft für Asylwerbende in St. Egyden an der Drau
  • Start Projektumsetzung: 31.10.2015
  • Ende Projektumsetzung: 31.01.2016

Projektbeschreibung

Ankunft von geflüchteten Menschen in St. Egyden. Was jetzt? Was sind das für Leute, wie denken und fühlen sie? Wie gehen wir mit ihnen um?

Im Rahmen eines Workshops mit Ausstellung „Deine/Meine/Eine Heimat“ geben Asylwerbende Einblick in ihre Welt. Geschichten zur verlassenen Heimat stellen die Menschen hinter dem Schlagwort „Flüchtling“ in den Vordergrund. Neben ihrer Aufgabe, so viel wie möglich über das Leben in Österreich zu lernen, wird unseren Gästen in diesem Projekt auch Wertschätzung und das Interesse an ihrer Person, ihrer Herkunft und Kultur vermittelt. Gleichzeitig schafft dieser Prozess eine ungezwungene Gesprächsbasis mit Menschen in der Nachbarschaft als Anreiz zum gegenseitigen Kennenlernen und Aufeinanderzugehen.

„Wenn ich spüre, wer du bist, scheinst du mir nicht mehr fremd…“

Mit ehrenamtlicher Unterstützung der Künstlerin inkl. Assistenz und finanziellen Mitteln für Material, Raummiete, etc. schaffen wir ein schönes Projekt im Sinne des guten Miteinanders. Wir freuen uns über jeden Beitrag, damit wir das Budget von € 1.450,- erreichen und tatkräftig loslegen können!

Per Blog, Facebook und Twitter halten wir Interessierte auf dem Laufenden.


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

Details

Das wohlwollende Miteinander zwischen asylwerbenden Menschen aus zum Teil fremden Kulturen und den Nachbarn vor Ort kann nicht alleine durch die von der Politik geschaffenen Rahmenbedingungen oder eine übergestülpte Willkommenskultur generiert werden. Vielmehr kann das Vertrauen aller Beteiligten in die reale Machbarkeit von Integration „hier bei uns im Dorf“ sehr stark auch erst auf der persönlichen Ebene bzw. im zwischenmenschlichen Bereich wachsen.

Zielsetzung:

Der Fokus des partizipativen Kunstprojektes „Deine/Meine/Eine Heimat“ liegt vor dem genannten Hintergrund auf folgenden Aspekten:

(1) Wertschätzung der Asylwerbenden – kreatives Schaffen

Gemeinsam mit der Künstlerin wird die Begrifflichkeit „Heimat“ mit den geflüchteten Menschen erarbeitet. Wir machen uns auf die Suche nach Erlebnissen, Orten oder Dingen, die ein Gefühl von Heimat vermitteln. Wir überlegen uns Gegenstände, die ein Symbol für jede einzelne Erinnerung an Heimat sein könnten, beispielsweise eine Trommel für den musizierenden Bruder in Westafrika oder die wohlschmeckende Kürbissuppe der geliebten Oma in Afghanistan. Im Kreativworkshop werden diese Gegenstände als Kunstobjekte nachgebaut und sind dann als persönlich gestaltete „Heimatrelikte“ präsent. Ergänzende schriftliche Statements in Form von selbst geschriebenen Briefen beschreiben den Hintergrund zu den einzelnen Relikten, geben Einblick in die Biografie der Asylsuchenden. In einer Ausstellung, zu der alle Ortsansässigen eingeladen werden, bekommen die persönlichen Geschichten jeder und jedes Einzelnen ihren Raum, erfahren Wertschätzung und eine neue Relevanz.

(2) Austausch und Annäherung

Im Rahmen der Ausstellung (möglichst in der Nähe der Unterkunft) wird für Interessierte schnell sichtbar, dass hinter dem Schlagwort „Flüchtling“ ein Mensch zu finden ist, der womöglich ganz ähnliche Bedürfnisse nach Geborgenheit und Sicherheit hat, wie jede andere Person irgendwo auf dieser Welt. „Das könnte ja auch ich sein“, war eine der vielen positiven Rückmeldungen zu einem bereits absolvierten ähnlichen Projekt im Sommer 2015. Anknüpfungspunkte finden sich, eine ungezwungene Gesprächsbasis baut sich auf, die womöglich noch vorhandene Skepsis gegenüber dem vermeintlich „Anderen“ kann Schritt für Schritt einer Neugierde und dem ehrlichen Interesse aneinander weichen. Das Fremde ist vielleicht gar nicht so fremd…

(3) Positives Erleben – Freude im kreativen Arbeitsprozess

Nicht zuletzt ist das kreative Schaffen mit der Künstlerin auch ein schöner Ausgleich zum Alltag in der Flüchtlingsunterkunft, speziell in einer Jahreszeit, in der Aktivitäten im Freien eher eingeschränkt stattfinden. Das gemeinsame Tun individueller Persönlichkeiten innerhalb der Unterkunft ist Anregung für ein angenehmes Miteinander verschiedener Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen.

Die Projektinitiatorin Barbara Ambrusch-Rapp ist als Multimediakünstlerin und Kulturarbeiterin auch mit Kunstprojekten an Schulen und Workshops in Erwachsenenbildungseinrichtungen aktiv. Im Rahmen ihres Kunstprojektes KinderHeimatBox kann sie bereits auf Erfahrungen in der künstlerischen Arbeit mit asylwerbenden Menschen zurückblicken. Zwei kompetente Personen aus dem Umfeld der Künstlerin werden sie bei der Arbeit mit den Menschen in der Unterkunft St. Egyden unterstützen.

Im Rahmen der laufenden Öffentlichkeitsarbeit der Künstlerin mittels Newsletter, Webseite, Blog und über social media Plattformen wie Facebook oder Twitter wird das Projekt umfangreich öffentlich sichtbar gemacht und damit das Wirken im Sinne des real machbaren Miteinanders als Positivbeispiel gesehen werden können.

Im Idealfall dient diese Sichtbarkeit auch als Anregung für weitere Initiativen interessierter Menschen, die sich ebenso in der Arbeit mit Flüchtlingen einbringen möchten.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 2.950,-
  • - Eigenmittel
    € 1.500,-
  • Finanzierungsziel
    € 1.450,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 143,-
  • Zielbudget
    € 1.593,-
  • Budgetplanung

    Eigenmittel: Ehrenamtliche künstlerische Betreuung(Workshop + Ausstellung) inkl. Assistenz

    € 750,- Materialien zum Nachbau von Erinnerungsrelikten aus der Kindheit (ca. 50 Personen)

    € 390,- Kostenersatz Räumlichkeit für Workshop (Raum, Abdeckfolien, etc.) + Ausstellung

    € 310,- Organisation, Büromaterial, Fahrtkosten, Sonstiges

Dateien

Galerie

News

Barbara Ambrusch-Rapp

hat am 22.02.2016 geschrieben

Einladung zur Ausstellung

Liebe Spenderinnen und Spender, liebe Interessierte! Bald eröffnen wir die Ausstellung in der Gemeindegalerie Velden am Wörthersee nach den Workshops in St. Egyden an der Drau - am 12. März um 16 Uhr ist es soweit! Heute haben wir die frisch gedruckten Flyer erhalten, die in den kommenden Tagen fleißig verteilt werden. Wir beginnen jetzt auch mit der Pressearbeit zur Ausstellung, damit uns viele Menschen besuchen kommen und mit uns über „Heimat“ diskutieren. Gemeinsam mit den Asylwerben...

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Barbara Ambrusch-Rapp

hat am 29.01.2016 geschrieben

D A N K E ! (Info wegen Verlängerung der Laufzeit)

Geschätzte interessierte Menschen, liebe Spenderinnen und Spender!

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Barbara Ambrusch-Rapp

hat am 10.12.2015 geschrieben

Mitten im Schaffensprozess - auch kleinste Beträge helfen uns bei der Finanzierung!

Kürzlich hatten wir die ersten Workshop-Termine zu unserem Heimat-Kunstprojekt mit Menschen aus Afghanistan, Kirgistan, Syrien, aus dem Irak und auch aus Österreich. Mit ein wenig Deutsch oder Englisch, Bild-Wörterbüchern und zuweilen auch mit Händen und Füßen stellten wir erste Überlegungen zum Begriff Heimat an. Schöne Gedanken und auch solche, die uns traurig machten, kamen zum Vorschein. Mittlerweile arbeiten wir bereits an den symbolischen Heimat-Relikten, die das zuvor Erörterte ...

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Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Die von Herbst 2015 bis Frühjahr 2016 dauernde Workshopserie zum Thema Heimat – mit Ortsansässigen und Asylwerbenden – war von lustigen, auch traurigen und vor allem unvergesslichen Momenten geprägt. Weit über das Thema hinaus haben wir kreativ gearbeitet und uns in verschiedenen Sprachen verständigt. Erwachsene und Kinder verschiedener Kulturen – da ging es zeitweise ganz schön turbulent zu beim Austoben mit Modelliermasse, Pinsel und Farbe. Wir haben das inspirierende Chaos im ungezwungenen Rahmen genossen.


Das Präsentieren unserer Heimat-Relikte haben wir auf März verschoben, weil in dieser Zeit der jährliche Markttag stattfand und uns zusätzliche interessierte Ausstellungsgäste bescherte. Die Vernissage ist zu einem Fest der Begegnung gewachsen, wofür sowohl Ortsansässige als auch Asylwerbende mit großer Begeisterung landestypische kulinarische Köstlichkeiten zubereiteten.


Die Zielsetzung der sinnvollen Beschäftigung während der Wartezeit im Winter, der gegenseitigen Wertschätzung im gemeinsamen kreativen Prozess und des wohlwollenden Aufeinanderzugehens im Rahmen der Vernissage konnten wir zur Freude aller Mitwirkenden erreichen - auch die eine oder andere künstlerische Begabung durften wir entdecken und fördern.


Vielen Dank den Unternehmen und Privatpersonen, die uns mittels Spende über respekt.net unterstützten, auch Margit Heissenberger und der Initiative für Kärnten. Danke der Marktgemeinde Velden für die Galerieräumlichkeit und den Beitrag zur Vernissage.


Großer Dank den zahlreichen ehrenamtlich “helfenden Händen”, u.a. Alya, Anett Riedel-Wiersma, Angelika Tarmann, Barbara Ambrusch-Rapp, Brigitte Chyba, Christina Wurmitzer, Evelyn und Ralf Driesner, Hannes Hetzel, Heidrun Urabl, Ines Kelz, Jasmina Ogris, Julia Petschnig, Margret Kamnik, Marion Bernáth, Martina Schwarz, Melanie M., Sabrina Gärtner, Serina Girke, Kunstverein Velden, Kunstverein postWERK uvm.
Danke der Hotel Kristina GmbH. für die Bereitstellung der Räumlichkeit in der Asylunterkunft.

Weitere Info und Fotostrecke (öffentlich):

www.facebook.com/media/set/?set=a.10154096962629662&type=1&l=03435d21b1

Galerie

Downloads

Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Gegenseitige Wertschätzung und ungezwungenes Kennenlernen im Rahmen der kreativen Arbeit als auch in der darauffolgenden Ausstellung konnten wir vor Ort selbst erleben (als Positiv-Beispiel wirkend).
Über fünfzig Ortsansässige und Asylwerbende waren aktiv tätig, mehr als 100 AusstellungsbesucherInnen zeigten Interesse, zahllose Kontakte auf Facebook konnten auf unser Wirken reagieren.
Berührungsängste und Hemmschwellen wurden im Teamwork und in der Begegnung während der Ausstellung sukzessive abgebaut, der Mensch hinter dem Schlagwort „Flüchtling“ sichtbar gemacht. Bereits bestehende Bekanntschaften zwischen Asylwerbenden und Ortsansässigen wurden vertieft und neue Kontakte konnten geknüpft werden.
Das gemeinsame kreative Arbeiten wird auch nach der Ausstellung in Kleinstgruppen außerhalb der Asylunterkunft fortgesetzt und begabte Asylwerbende entdeckten ihre Potentiale als Anregung für eine sinnvolle und bereichernde Beschäftigung während der Wartezeit im Asylverfahren.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Die Mitwirkenden äußerten sich durchwegs positiv über die gemeinsame Arbeit und das spannende „Zusammenkommen“. Erste Verständnisprobleme konnten mit entsprechendem Wohlwollen rasch geklärt werden. Das Bedürfnis nach mehr wurde offensichtlich – es wird immer wieder danach gefragt, wann wir denn wieder malen…
Regionale Medien (Print, freies Radio) haben das Projekt sowohl in der Spendensammlungsphase als auch im Vorfeld zur Ausstellung unterstützt.
Uns bekanntgewordene Reaktionen in den sozialen Medien waren bis auf einige herabwürdigende Kommentare im Rahmen der Spendensammlung großteils zustimmend oder interessiert.
Aus dem persönlichen Umfeld der mitwirkenden Ortsansässigen sind uns einerseits skeptische Meinungen bekannt geworden („schiefe“ Blicke, herabwürdigende Kommentare), andererseits aber auch großes Interesse am Umgang miteinander: Wie sind die denn so? Der Syrer hat dir die Hand gegeben? Wie redet ihr miteinander? Echt, die feiern auch Weihnachten? …

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Die gespendeten Mittel wurden wie folgt verwendet:

  1. Materialien für die Workshops inkl. Kosten für Information, Besprechungen und Vorbereitungen.
  2. Materialien für besonders Kreative unter den Asylwerbenden, damit sie auch außerhalb der Workshops künstlerisch arbeiten können.
  3. Präsentationsmaterial für die Ausstellung der zum Thema Heimat gestalteten Werke und Statements, Postgebühren.
  4. Lebensmittel, Getränke und Equipment zur Zubereitung von kulinarischen Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern (für  Ausstellungseröffnung / Fest der Begegnung)

Detaillierte Aufstellung nach Belegnummer sortiert:

1 Bauhaus, Lagerhaus, Billa Materialien für Workshop 14,46
2 Babsi's Bastelladen Materialien für Workshop 73,79
3 Libro Arbeitsmaterial 47,64
4 Pagro Arbeitsmaterial 20,91
5 Toner24 Druckerpatronen 44,58
6 Lidl, Bauhaus, Bastelladen Materialien für Workshop 27,93
7 Bauhaus, Pagro, Handarbeitsladen Holzstäbe, Pinsel 70,55
8 Diverse Material f. Workshops 64,45
9 Flyeralarm Einladungskarten 87,85
10 Gerstaecker Arbeitsmaterial (aus dem Atelier) 84,79
11 Heyn Bildwörterbucher 19,98
12 Boesner Rahmen f. Ausstellg., Papier, etc. 323,08
13 Post Postwurf St. Egyden Einladung 45,14
14 Div. Kulinarik Vernissage / Willkommensfest 737,50

Ehrenamtliche künstlerische Betreuung (Workshop + Ausstellung) inkl. Assistenz 1.500,-

Gesamtbudget 3.162,65
- Unterstützung Gemeindeamt Velden a. Ws. -200,00
- Eigenmittel -1.512,65
Ergibt benötigte Mittel von Respekt.net 1.450,00
+ Abwicklungsgebühr 143,00
ergibt Zielbudget 1.593,00

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