Seiten anzeigen
Projekt-ID: 1334

Kunst - Wege aus der Flucht

Kontaktperson: Ernst Rose
eingereicht am: 06.09.2016
Budget: € 1.098
Finanzierungsfrist: 06.03.2017
Land/Region: Österreich/Steiermark
Art Sonstige
Themenkreis Flüchtlinge & Zuwanderung

Allgemein

Projektadresse

St. Peter-Hauptstraße 182
8042 Graz

Das Projekt findet an und in der Freien Waldorfschule Graz statt, wo die Unterrichtsgruppe als "Internationale Klasse" als neue Klasse zu den bestehenden 12. Klassen dazukommt.
  • Start Projektumsetzung: 05.09.2016
  • Ende Projektumsetzung: 30.06.2017

Projektbeschreibung kurz

Kunst – Wege aus der Flucht: Ein Weg und Ort des Respektes durch Kunst

In einer neuen internationalen Klasse an der Freien Waldorfschule Graz lernen afghanische jugendliche Flüchtlinge mit Kunst und kunstdurchtränktem Sprachunterricht vor allem Deutsch und Soziales.

Das Ziel ist eine nicht nur intellektuelle Bildung, sondern auch eine emotionale Verankerung, die Beheimatung und Ankommen in sich selbst und in unserer Gesellschaft nachhaltig möglich macht.

Das Zusammen-Lernen und -Leben mit österreichischen Paten, Schüler/innen, Eltern, Waldorfpädagog/innen erschließt wertvolle Beziehungsräume für alle Beteiligte.

 

waldorf-graz.at/startseite/grazia-2016-auszeichung-der-stadt-graz-fuer-unsere-schule/

www.sekemoesterreich.at/index.php/proj/210-projekt-fluechtlingspaedagogik

www.sekemoesterreich.at/images/docs/Flyer20160401.pdf

www.sekemoesterreich.at/images/docs/Neues_zum_Projekt_Fl%C3%BCchtlingsp%C3%A4dagogik-1.pdf


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

Jedem Spender wird eine DVD über die Anfänge des Projektes, über den Verein SEKEM-Österreich und ein ausführliches Interview mit Ibrahim Abouleish (Gründer von SEKEM und Träger des Alternativen Nobelpreises) zugesandt.

Details

Warum betreibt SEKEM-Österreich ein flüchtlingspädagogisches Projekt? Ich (Ernst Rose)  bin Lehrer an der Freien Waldorschule Graz und Mitbegründer von SEKEM-ÖSTERREICH.

Uns ist es ein Anliegen, Wüsten zu verlebendigen - Wüsten sind in Österreich durch die große Verunsicherung weiter Kreise sichtbar geworden. SEKEM ist eine ägyptische Bildungsinitiative, die 2003 mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde und weltweites Ansehen genießt. SEKEM ist ein ganzheitliches und künstlerisch geprägtes Gesellschaftskonzept, das nun hier in Österreich für den Bereich der Flüchtlingspädagogik weiterentwickelt wird. Dem gemeinnützigen Verein SEKEM-Österreich ist es ein ausdrückliches und in den Statuten vorgesehenes Anliegen, den SEKEM-Impuls auch in Österreich wirksam werden zu lassen. In Kooperation mit der in den verschiedensten Kulturen der ganzen Welt erprobten und bewährten Waldorfpädagogik wird in diesem Projekt nun ein innovatives und zukunftsweisendes Konzept der pädagogischen Betreuung und nachhaltigen Integration junger Menschen aus einem anderen Kulturkreis in unser österreichisches Kulturleben entwickelt. Damit wird in der Wüste der Verunsicherung neues interkulturelles Vertrauen, Kompetenz und Verantwortung für einander konkret - ein nachhaltiger Beitrag zur Bewältigung der Flüchtlingsherausforderungen!

 Der integrative und innovative Ansatz des Projektes besteht darin, dass einerseits die jugendlichen Flüchtlinge in einem auf ihre Fähigkeiten zentrierten und durch künstlerische Elemente angereicherten Deutschunterricht als in sich geschlossene Flüchtlingsklasse durch eine weibliche und eine männliche Lehrkraft vormittags gemeinsam betreut werden, um einen optimalen Lernerfolg zu erzielen, dass aber andererseits in allen künstlerischen und praktischen Fächern des Nachmittagsunterrichts gleichaltrige österreichische Schüler/innen dazukommen. Es sind dies z.B. Sport, Tischlern, Schmieden, Kochen, Handarbeit, Malen, Musik, Eurythmie, Theater, Gartenbau, aber auch Exkursionen zu externen Kunst- und Sportveranstaltungen. Damit wird die Begegnung zwischen den ausländischen und österreichischen Jugendlichen zu einem selbstverständlichen Alltag - anstelle von punktuellen Integrationsversuchen. Österreichische Jugendliche, die zu der Flüchtlingsklasse des Vormittags dazukommen, erleben damit auch selbst die Situation der Minderheit und können so das Gespräch über die Integrationshürden in unserer Gesellschaft aus eigener Anschauung besprechbar machen. Auf diese Weise werden die österreichischen Jugendlichen zu Helfer/innen des Bildungsgeschehens.

 

Die größten Erfolge bisher sind, dass das Konzept mit Kunst die Jugendlichen zu erreichen bisher schon voll aufgegangen ist und somit intensiver betrieben werden soll.

Es wurden sehr persönlich und vertrauensvolle Beziehungen aufgebaut.

Ferner konnten wir die Schulgemeinschaft, die anfänglich eher kritisch dem Projekt gegenüberstand vom Positiven überzeugen.

Die Schüler/innen der Oberstufe konnten zu wichtigen und engagierten Befürwortern des Projektes gewonnen werden, die darüber hinaus auch neue Initiativen startete: Begegnungen in der Freizeit, Kochevents, Adventfeier mit syrischen "Flüchtlingsschauspielern".

Es wurden Paten unter den Eltern für einige unbegleitete Jugendliche gefunden, z.T. wurden auch junge Erwachsene vollständig in Familien aufgenommen und können so eine neue Familie erleben.

Es gibt Fortbildungen zu Traumapädagogik.

Es gibt Kontakte und beginnende Kooperationen mit anderen Österr. Institutionen,Uni Krems, PROSA Wien

Nicht zuletzt ist die STADT Graz auch auf uns aufmerksam geworden und hat das Projekt ausgezeichnet "GRAZIA 2016".

Es gibt eine wachsendes Interesse und Anfragen von jugendlichen Flüchtlingen, die Lernen wollen, aber auch von Institutionen, wie Diakonie und Kinderfreunde.

 

Es wäre so schön und so zukünftig, wenn wir zeigen könnten, wie bereichernd und würdig die Begegnung mit "in Not geratenen Menschen" sein kann.

So dass die Angst und das Misstrauen geringer werden und Zutrauen, Initiative zu einer menschenwürdigen und damit stabilisierenden Gesellschaft beigetragen werden kann.

Zentrum des Geschehens soll eine oder mehrere "internationale Klassen" an der Waldorfschule und auch im Umkreis werden, wobei die künstlerischen Waldorfmethoden dabei weiter ausgebaut und adaptiert werden würden.

Die Internationalen Klassen würden dann auch zum Ausgangspunkt für Freizeit und Kultur-Initiativen werden: Theaterspielen, Kochen, Verständnis für die Religionen und ihre Bräuche, Traditionen. Gerade unsere Schuljugend ist auf das Abenteuer der Begegnung und Neuentdeckung des HUMANEN offen und talentiert.

Die Jugendlichen wiederum werden so zu Kulturbotschaftern und Ermutigern für eine lebendige Neuschöpfung unseres sozialen Miteinanders. So schaffen für positive Narrative! Individuelle Begegnungen statt Gruppenurteile werde zur Methode und Botschaft für die "verängstigte Vermeidungsgesellschaft"

Budget

  • Gesamtbudget
    € 1.500,-
  • - Eigenmittel
    € 500,-
  • Finanzierungsziel
    € 1.000,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 98,-
  • Zielbudget
    € 1.098,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 0,-
  • Budgetplanung
    Ausgaben:
    Kunstmittel: Papier, Farben, Pinsel, einfache Musikinstrumente, Kupferstäbe (Eurytmie), Steinmeißel (700€)
    Lehrmittel: Sprachbücher und Übungshefte (500€)
    fahrbare mobile Tafel (ca. 300€)
    Einnahmen:
    500€ Eigenmittel
    1000€ Respekt.net
    Anmerkung: Mit den Eigenmitteln würden wir zunächst die notwendigen Materialien in gerimgem Umfange einkaufen und dann hoffen, dass das Projekt des weiteren die fehlenden 1000€ erhält.

Dateien

Galerie

News

Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Zunächst einleitend aus der Kurzbeschreibung des Projektes zitiert:

"Kunst – Wege aus der Flucht: Ein Weg und Ort des Respektes durch Kunst

In einer neuen internationalen Klasse an der Freien Waldorfschule Graz lernen afghanische jugendliche Flüchtlinge mit Kunst und kunstdurchtränktem Sprachunterricht vor allem Deutsch und Soziales.

Das Ziel ist eine nicht nur intellektuelle Bildung, sondern auch eine emotionale Verankerung, die Beheimatung und Ankommen in sich selbst und in unserer Gesellschaft nachhaltig möglich macht.

Das Zusammen-Lernen und -Leben mit österreichischen Paten, Schüler/innen, Eltern, Waldorfpädagog/innen erschließt wertvolle Beziehungsräume für alle Beteiligte."

Die Flüchtlingsfrage ist in Europa derzeit ein eminent wichtiges Thema, um das sich nicht nur die staatlichen Einrichtungen, sondern auch alle Kräfte der Zivilgesellschaft kümmern müssen. Mitglieder des gemeinnützigen Vereins "Verein zur Förderung des Sekem-Impulses in Ägypten und Österreich"-kurz Sekem-Österreich haben sich dieser Frage durch eine ganz konkrete Initiative angenommen und betreuen seit Anfang 2015 unbegleitete Jugendliche aus Afghanistan, die in einem Heim der Evangelischen Diakonie in Deutschfeistritz untergebracht sind. Schnell hat sich herausgestellt, dass diese Jugendlichen mehr brauchen als nur Deutschunterricht – sie brauchen Hilfe und Unterstützung in vielen praktischen Dingen. Vor allem sollte man ihnen einen positiven Pflichtschulabschluss ermöglichen, damit sie in Österreich die Chance auf einen Arbeitsplatz bekommen können. Eine Zusammenarbeit mit der Freien Waldorfschule Graz (FWS) lag nahe, da die Waldorfpädagogik durch ihren ganzheitlichen Ansatz und ihr Menschenbild besonders gut geeignet ist. Die Waldorfpädagogik sieht jedes Kind/Jugendlichen ungeachtet seiner Herkunft, Rasse, Religion usw. als unverwechselbares Individuum an, das seine individuellen Fähigkeiten entwickeln und sich seiner individuellen Impulse bewusst werden und ihnen folgen will. Der Lehrplan bietet mit seinem Fächerkanon, dem handwerklichen-künstlerischen Unterricht, Musik-und Theaterprojekten ein vielfältiges Angebot um individuelle Fähigkeiten zufördern.

Einen Filmbeitrag zum Projekt entstand und ist über folgenden link abzurufen:

waldorf-graz.at/startseite/freie-waldorfschule-graz-praesentiert-fluechtlingsprojekt-%c2%84internationale-klasse%c2%93-an-der-uni-graz/

Veröffentlicht am 18.05.2017

Die internationale Klasse an der Freien Waldorf Schule GrazEin Bildungs- und Integrationsprojekthttp://waldorf-graz.at/

Die finanziellen Spenden für diese Projekt, aber auch die zahlreiche Sachspenden, wie auch Zeitspenden von ehrenamtlichen Helfer/innen halfen, eine intensive Begleitung und künstlerische Betreuung erreichen.

DANKE!

Galerie

Downloads

Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Die konkreten Projektziele wurden erfüllt:

  • Deutsche Sprache lernen als Voraussetzung für Kommunikation, Integration und gesellschaftlicher Beteiligung.
  • Werte- und Sozialkompetenz in und für unsere Gesellschaft.
  • Ökologische Kenntnisse und Kompetenzen, vor allem für den sorgsamen Gebrauchvon Ressourcen.
  • Erlangung und Achtung der Gleichwertigkeit von Personen weiblicher und männlicher Konstitution.
  • Zulassung für den Vorbereitungskurs (Vormodul) zum Pflichtschulabschluss.
  • Handwerkliche Fähigkeiten erworben: Nähen, Tischlern, Weben etc. um bessere Chancen auf eine Lehrstelle zu bekommen.
  • Künstlerische, sportliche Betätigung, um Traumata zu überwinden und "Beheimatung" im eigenen Körper und in der Lebenssituation als Stabilisierung.
  • Kennenlernen der österreichischen Kultur durch Wertevermittlung und vielfältige Kontakte zu anderen Schüler/innen; damit verbunden eine leichtere Integration in die Gesellschaft.
  • Eltern, Lehrer/innen, Schüler/innen lernten dieKultur der Flüchtlinge kennen, dadurch erreichten sie eine Verbesserung ihrer interkulturellenKompetenzen

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

  • die zahlenmäßig meisten Rückmeldungen, Glückwünsche und Ermutigungen erhileten wir über die homepage www.sekemoesterreich.at, facebook,
  • persönliche Rückmeldungen aus der Elternschaft der Freien Waldorfschule Graz waren im Verlauf des Projektes zunehmend positiver. Manche Erwachsene konnten sich zu einer Patenschaft für einen Schüler entschließen!
  • Institutionen wie HERMES Österreich berichteten in ihren Quartalsmitteilungen von dem Projekt
    www.hermes-oesterreich.at/files/8014/8122/8176/Mitteilungsblatt_82.pdf
  • Im Bund der freien Waldorfschulen in Österreich wurde auf den überregionalen Treffen regelmäßig über den Verlauf des Projektes berichtet und mit großer Anerkennung für die Leistungen bedacht.
  • Freie Waldorfschule Graz präsentiert Flüchtlingsprojekt Internationale Klasse an der Uni Graz

    Ein Filmbeitrag wurde am 4. Mai 2017 an der Karl Franzens Universität Graz (KUG) im Rahmen der Veranstaltung 10 Jahre RCE Graz präsentiert und war Auftakt zu einem Workshop zum Thema Flüchtlingspädagogik an der Freien Waldorfschule Graz.

    Es waren Schüler der internationalen Klasse, als auch Schüler/innen unserer 11. Klasse anwesend. Die zahlreichen Besucher der Veranstaltung waren serh bewundernd interessiert, wie konkret das Projekt alles durchgeführt wurde
    waldorf-graz.at/startseite/freie-waldorfschule-graz-praesentiert-fluechtlingsprojekt-%c2%84internationale-klasse%c2%93-an-der-uni-graz/
    Veröffentlicht am 18.05.2017

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

1.  Anschaffung für Lehrbücher (Deutschunterricht)
594€
2. Honorar eines Filmemachers für eine Filmproduktion als Einblick in die Bildungs- und Integrationsbemühungen des Projektes, weil es uns wichtig erschien, über das Medium des Films die Projektbemühungen und Leistungen kommunizieren zu können.
Auch für die Schüler war dies ein wichtiger Beitrag zur Selbstachtung.
500€

Anmerkung: Da Materialkosten von anderer Seite gespendet wurden, taucht dieser Budgetpunkt hier nicht mehr auf.

Zeit spenden

Bitte geben Sie die Anzahl an Stunden bei den einzelnen Aufgaben ein, die Sie spenden.

Zeit spenden

Noch benötigt: 40 Std.
Welche Fördermöglichkeiten gäbe es über das Projektjahr hinaus? Abklärung gegenüber von Institutionen und Stiftungen. Eine erste Abklärung und Antragsformulierung wären hilfreich.
Noch benötigt: 0 Std.
Admistration: Datenblätter für die Schüler anlegen, ordnen, verwalten in elektronischer und Papierform.

Zugeordnete Themen