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Projekt-ID: 1379

Integration durch Spielstunden Arabisch/Deutsch

Initiator/In: Janine Fischer
eingereicht am: 21.08.2017
Budget: € 770,-
Finanzierungsfrist: 21.12.2017
Land/Region: Österreich/Wien
Art: Sonstige
Themenkreis: Bildung & Ausbildung

Allgemein

Projektadresse

Vivenotgasse 8
1120 Wien

Die Förderstunden finden wöchentlich für je 2 Stunden in Wien in den Räumlichkeiten des Sprach- und Bildungsinstituts LOQUI im 12. Bezirk statt.
  • Start Projektumsetzung: 09.09.2017
  • Ende Projektumsetzung: 23.12.2017

Projektbeschreibung

Ausgangslage 

Sprachen öffnen Tür und Tor zur Welt. Sie ermöglichen Verständigung mit Menschen aus anderen Ländern und mit anderen Kulturen und fördern so interkulturelle Sensibilität. Mehrsprachigkeit kann so einen Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben leisten und ist ein viel zitierter Schlüsselfaktor, wenn es um Integration geht. Nicht zuletzt ist Sprachförderung ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Bildungsbiographie und eröffnen den Kindern ungeahnte Chancen.  


Beschreibung des Projekts 

Das Projekt soll Flüchtlingskindern die Möglichkeit geben, früh Deutsch zu lernen und rasch in der Aufnahmegesellschaft anzukommen. Außerdem sollen Kinder aus Österreich Freude daran haben, eine fremde Sprache und Kultur kennenzulernen. Beide Sprachen werden auf spielerische und abenteuerliche Art und Weise vermittelt, sodass die Kinder eine Faszination erfahren. Deutsch und Arabisch finden gleichwertig ihren Platz in den Kursen. In unseren Integrativen Förderstunden entstehen interkulturelle Freundschaften. Gleichzeitig wird die Neugierde auf fremde Sprachen geweckt.

Benötigte Spenden und weiterführende Infos

Die Stadt Wien (MA17) unterstützt das Projekt mit einer Förderung. Für die Umsetzung benötigen wir nun noch € 700. Infos zum Verein und zum Projekt finden Sie auch unter www.verein-startklar.at


Nachweis Projektabschluss

Folgende Nachweise erbringen wir: Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

SpenderInnen (ab einer Spende ab € 20) können sich kostenlos von den ExpertInnen des Vereins zum Thema "Kindliche Mehrsprachigkeit & Erziehung" individuell beraten lassen.

Details

Im Rahmen des Projekts "Integrative Sprachförderstunden für Flüchtlingskinder mit arabischer und Kinder mit deutscher Muttersprache" werden zielgruppenspezifische Sprachförderstunden mit interkulturellem Schwerpunkt für Kinder mit arabischer und deutscher Muttersprache angeboten. Aufbauend auf den Kenntnissen, die die Kinder mit arabischer Muttersprache schon mitbringen wird der Spracherwerb dieser Zielgruppe gefördert, um diese in weiterer Folge dazu zu befähigen, am schulischen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Österreich teilzuhaben. Es sollen Kinder mit deutscher Muttersprache durch das Projekt auch bessere Chancen und Perspektiven erhalten. Durch das Kennenlernen und Erlernen einer Fremdsprache in der frühen Kindheit, wird das Sprachzentrum gefördert und das Erlernen von Sprachen – auch später – erleichtert. Es senkt auch die Hemmschwelle neue Sprachen zu erlernen.

Der interkulturelle Austausch zwischen den Kindern, das gemeinsame Singen und Spielen, das gemeinsame Erfahren steht ebenfalls im Vordergrund. Sie können in diesem Rahmen Freundschaften mit Kindern aus anderen Kulturkreisen knüpfen. Vermeintliche Andersartigkeiten werden durch diesen Zugang nicht als solche empfunden, sondern als „normal“ wahrgenommen. Dies ist Grundlage für eine gelungene Integration, die beide Seite braucht: Flüchtlingskinder, die die deutsche Sprache sprechen und auch das neue kulturelle Umfeld kennen und leben sowie österreichische Kinder, die den „anderen“ Kindern die Chance geben, Teil der Gruppe zu sein und auch ein Interesse an ihnen, ihrer Geschichte, ihrer Herkunft entwickeln. Das Projekt fördert neben der kindlichen Mehrsprachigkeit somit das respektvolle Miteinander.

Maßnahmen zur Zielerreichung

Die integrativen Förderstunden finden pro Gruppe einmal pro Woche für je 2 Stunden (120 Minuten) statt. In den Kursen wird gebastelt, gemalt, gesungen und gespielt und somit mit allen Sinnen gelernt. In einer lustigen, ungezwungenen und geschützten Atmosphäre lernen die Kinder ambesten und sie trauen sich schnell selbst zu sprechen.

Ab Projektstart, der für September 2017 geplant ist, wird ein Kurs mit 20 Kursplätzen angeboten (10 Kinder mit Arabisch als Muttersprache, 10 Kinder mit Deutsch als Muttersprache), der mit Ende Dezember (23.12.2017) endet. Die Kinder nehmen wöchentlich an dem Kurs teil. Die Förderstunden finden somit 16 Wochen lang statt (entspricht 32 Stunden à 60 Minuten). Fällt ein Kind weg (aufgrund von Umzug, etc.), wird der Platz nachbesetzt.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 2.978,-
  • - Eigenmittel
    € 2.278,-
  • Finanzierungsziel
    € 700,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 70,-
  • Zielbudget
    € 770,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 0,-
  • Budgetplanung
    Die Mittel, die über respekt.net lukriiert werden, fließen in Unterrichtsmaterialien (Papier, Farben, Instrumente, Bücher etc.) sowie in die Personalkosten.

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Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

 

Im Rahmen des Projekts „Integrative Sprachförderstunden für Flüchtlingskinder mit arabischer und Kinder mit deutscher Muttersprache"“ konnte von September 2017 bis Dezember 2017 ein zweisprachiger Sprachförderkurs für Flüchtlingskinder und Kinder ohne Fluchthintergrund im 12. Bezirk in Wien mit 23 teilnehmenden Kindern (15 Kinder mit Muttersprache Arabisch und Fluchthintergrund, 8 Kinder mit Muttersprache Deutsch und ohne Fluchthintergrund) zu 32 Unterrichtseinheiten von je 60Minuten erfolgreich abgeschlossen werden. Die Kinder waren im Alter von 2,5 bis 8 Jahren. Die Sprachförderstunden fanden immer samstags von 10:00 Uhr bis 12:10 Uhr (inkl. 10 Minuten Pause) statt.

Bei jeder Einheit waren insgesamt vier bis fünf ehrenamtlich tätige Aufsichtspersonen anwesend (Renate Schmidt, Ahmed Sheikh Mustafa, Tarek SheikhMustafa, Zerina Dreca und Janine Fischer). Die Kursleitung übernahmen Mag.Renate Schmidt und Tarek Sheikh Mustafa, wobei Renate Schmidt den deutschen Part übernahm und für die Konzeption der Kursinhalte in Zusammenarbeit mit demrestlichen Team verantwortlich war. Als ausgebildete Kindergruppenleiterin konnte sie viel Erfahrung und viele Ideen einbringen, um die Kinder spielerischan die deutsche oder die arabische Sprache heranzuführen.

 

 

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

 

Mit dem vorliegenden Projekt wurden mindestens zwei wesentliche Bereiche, die zu einem respektvollen und friedlichen Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und somit zur Integration beitragen, abgedeckt. Einerseits widmete sich das Projekt der Sprachförderung, die für eine gelungene Integration unumgänglich ist. Sprachkenntnisse ermöglichen die Kommunikation und den Austausch mit der Gesellschaft in der neuen Umgebung. Sprachförderung ist auch ein wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Bildungsbiographie. Flüchtlingskinder, die Arabisch als Muttersprache haben, sollten schon vor dem Eintritt in den Kindergarten Deutschförderstunden besuchen oder während ihrer Zeit im Kindergarten ein zusätzliches nicht-institutionalisiertes Angebot erhalten. Gleichzeitig lernten Kinder, die Deutsch als Muttersprache haben, die arabische Sprache kennen und schätzen.

 

Die Sprachförderung war in diesem Projekt wichtig, doch es ging um weit mehr. Es ging um einen gezielten Austausch ineiner lockeren Atmosphäre von Flüchtlingskindern mit Kindern, die in Österreich geboren wurden. Interkulturelle Kompetenzen sollten bei den Kindern ausgebaut, interkulturelle Freundschaften geknüpft werden. Der integrative Charakter des Projekts bestand im Austausch zwischen den Kindern unterschiedlicher Kulturen u.a. durch den sprachlichen Austausch und der dadurch entstehenden Annäherung. Durch den Einsatz zweier Aufsichtspersonen mit Fluchterfahrung wurde ein weiterer Schritt zur Integration gesetzt. Es hat sich ein weiterer integrativer Charakter spontan ergeben. Die Eltern konnten in einem „Elternzimmer“ auf die Kinder warten. Dort gab es immer etwas zu trinken und Kleinigkeiten zu essen. Die Kinder nutzten den Raum auch in der Pause. In dem „Elternzimmer“ kamen alle Eltern zusammen, tauschten sich aus und lernten voneinander auch einzelne Wörter auf Deutsch bzw. Arabisch.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Die Reaktionen anderer waren durchwegs positiv. Die Nachfrage, vor allem von arabischsprachigen Familien, zeigte uns sehr schnell, dass eine zusätzliche, leistbare Sprachförderung für Kinder mit Arabisch als Muttersprache, sehr wichtig ist. In der Gruppe haben wir auch erlebt, dass die Kinder noch sehr wenig Deutsch sprechen und teilweise nur einzelne Wörter verstehen.

Im Zuge des Projekts kooperierte der Verein mit dem Sprach-und Bildungsinstitut Loqui. Die Akquise der arabischsprachigen Kinder mit Fluchterfahrung erfolgte vorrangig über Eltern, die Deutschkurse am Institut besuchten. Für die Akquise zuständig war auch unser ehrenamtlicher Mitarbeiter Tarek Sheikh Mustafa, der in seinem Umfeld die Informationen zu unserem Kursangebot verbreitete. Ein weiterer Weg zu Akquise erfolgte über Mail-Aussendungen an diverse Vereine, die mit der Zielgruppe zusammenarbeiten.

Die Akquise der deutschsprachigen Kinder ohne Fluchterfahrung erfolgte über Aussendungen per Mail an Vereine, die Spielgruppen und sonstiges Kinderprogramm veranstalten, über Facebook-Seiten sowie über das Netzwerk des Vereins.

Die Nachfrage war von Beginn an sehr hoch. Trotz kurzfristiger Projektplanung konnte die erste Einheit, die am 09.09.2017stattfand, bereits mit 18 Kindern beginnen.

Insgesamt nahmen 23 Kinder regelmäßig an den zweisprachigen Förderstunden teil, davon hatten 8 Kinder die Muttersprache Deutsch und keine Fluchterfahrung, 15 Kinder hatten Arabisch als Muttersprache und Fluchterfahrung. Bei den Sprachförderstunden waren durchschnittlich 15 Kinder anwesend.

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Gespendete Summe über respekt.net: €700
Gesamtkosten Projekt: rund € 3500

Das Geld wurde für Materialien zur Umsetzung der Sprachförderstunden, für Verköstigungen in den Pausen sowie für Verwaltungskosten (An- & Abmeldung Projektkoordination) sowie für die notwendige Versicherung ausgegeben.

Die Kostenaufstellung inkl. Belege sind als PDF im Anhang zu finden.

An dieser Stelle wollen wir uns für die hilfreiche Unterstützung durch die Finanzierung bedanken!

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