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Projekt-ID: 1484

Länger nutzen statt öfter kaufen - R.U.S.Z expandieren

Kontaktperson: Sepp Eisenriegler
eingereicht am: 04.05.2017
Budget: € 68.488,-
Finanzierungsfrist: 04.11.2017
Land/Region: Österreich/Steiermark
Art: Aktion
Themenkreis: Umweltschutz & Nachhaltigkeit

Allgemein

Projektadresse

Lützowgasse 12-14
1140 Wien

Zielgebiet Smart City Graz-Süd mit einem lokalen Franchise-Nehmer (BAN) Standort Wien: R.U.S.Z; Lützowgasse 12-14; 1140 Wien
  • Start Projektumsetzung: 01.05.2017
  • Ende Projektumsetzung: 30.04.2018

Projektbeschreibung kurz

Das erfolgreiche Geschäftsmodell des Sozialen Unternehmens Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z für Reparaturdienstleistungen und Re-Use soll durch Social Franchising verbreitet werden. Dazu wird ein Franchise-Konzept entwickelt und an einem neuen Standort (Graz) getestet und auf weitere Standorte in Österreich und international ausgeweitet werden.

Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie dem R.U.S.Z. "Länger nutzen, statt öfter kaufen" in ganz Österreich zu etablieren!


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung
Zeitaufzeichnungen zu den für das Projekt geleisteten Stunden, Km-Geldabrechnungen und Bahntickets der projektbezogenen Reisen und Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden
Fotodokumentation
Online-Abschlussbericht
Auszug Franchise-Handbuch

Details

Ausgangssituation

Das Reparatur und Service-Zentrum R.U.S.Z ist seit knapp 20 Jahren ein Pionier-Unternehmen der Nachhaltigkeit: Bereits während der ersten 10 Jahre als sozialökonomischer Betrieb war das strategische Ziel arbeitsmarktpolitische Bedürfnisse mit ökologischen Notwendigkeiten zu verknüpfen. Das Mission-Statement „Länger nutzen statt öfter kaufen“ weist auf die Bedeutung der Ressourcenschonung als Handlungsmaxime hin. Wir haben die seriöse Reparaturdienstleistung in Wien neu erfunden und sind heute der bekannteste, unabhängige Reparaturbetrieb. Daneben betreiben wir das größte Re-Use-Zentrum Österreichs für Haushaltsgroßgeräte und bieten wöchentlich ein Reparatur-Café an.

Wir verfügen wir über ein breit aufgestelltes Netzwerk in der ökosozialen Nachhaltigkeits-Community der EU und über ein großes Kommunikations-Knowhow, insbesondere im Bereich Medienarbeit. Das R.U.S.Z gilt offiziell als Best Practice in Europa und hat schon alle wichtigen, einschlägigen Preise gewonnen, wie etwa: Energy Globe Award, Klimaschutzpreis, Ideen gegen Armut und Wiener Umweltschutzpreis.

Der Profit ist uns kein Anliegen. Das R.U.S.Z arbeitet kostendeckend, alle (kleinen) Überschüsse sind bis dato im Unternehmen verblieben und wurden nicht ausgeschüttet.

Da allfällige Überschüsse nicht für die Verbreitung des Geschäftsmodells durch Aufbau weiterer Filialen ausreichen, soll das gesamte Geschäftsmodell durch Social Franchising ((regionale) Nutzung der Marke und des Know-how in einer nachhaltigen Geschäftsbeziehung gegen faires Entgelt) zunächst in österreichischen Ballungsgebieten, beginnend 2017 durch die Entwicklung eines Standorts in Graz, später international verbreitet werden. Für den Sektor Reparaturdienstleistungen sind bis jetzt nur konventionelle Franchise-Modelle im Bereich der KFZ-Reparatur (z.B.: MIDAS) bekannt. Deshalb soll ein ökosoziales Franchise-Konzept in einem parallelen Prozess mit der Entwicklung des Standortes in Graz mit laufenden Feedbackschleifen erarbeitet werden. Projektdauer: 1 Jahr.

Das Geschäftsmodell des R.U.S.Z erbringt einen Mehrwert für das Gemeinwesen auf sozialer und ökologischer Ebene in der Weise, dass durch die unbefristete Beschäftigung von ehemals langzeitarbeitslosen Mechatronikern deren Ausbildung zu Fachexperten erfolgt und durch die Verlängerung der Nutzungsdauer von Konsumgütern ein wesentlicher Beitrag zur Ressourcenschonung erbracht wird.

Es schafft Wertschöpfung im Inland, lebt die Strategie der Ressourcenschonung seit 18 Jahren als wesentliche Handlungsmaxime und schafft auch von Anfang an Arbeitsplätze für ehemals Langzeitarbeitslose. Damit und in Kombination mit seiner erfolgreichen Öffentlichkeitsarbeit und seinem außerordentlich wirksamen Lobbying wirkt es lokal, national und auf EU-Ebene.

 

Das R.U.S.Z-Geschäftsmodell fußt auf den folgenden wesentlichen gemeinwohlorientierten Prinzipien, die durch das Franchising-Konzept verbreitet werden sollen.

Ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen

Unser gesamtes Angebot ist darauf ausgerichtet unseren KundInnen einen suffizienten Lebensstil zu ermöglichen.

Wir sorgen nicht nur für Produktnutzungsdauerverlängerung durch Reparatur, sondern geben auch guten Elektroaltgeräten eine zweite und dritte Chance indem wir gespendete Elektroaltgeräte gesetzeskonform zur Wiederverwendung vorbereiten und zum Verkauf anbieten. Neben dem 2013 eingerichteten Reparatur-Cafe „schraube14“ zur Ermächtigung zur Selbstreparatur haben wir 2015 auch die Produktdienstleistung „Saubere Wäsche“ (Mietwaschmaschinen nach dem Slogan „Nutzen statt Kaufen“) im Angebots-Portfolio.

Ethisches Verkaufen

Ethisches Marketing und ethischer Verkauf sind täglich geübte Praxis im R.U.S.Z.

Wir legen extrem hohen Wert auf die objektive Beratung unserer KundInnen.

Alle Marketingmaßnahmen schließen bezahlte Werbung aus. Es gibt nur redaktionelle Beiträge in Medien, Präsentationen und die üblichen Werbemittel (Folder, Flyer, Freecards, Visitenkarten). Über Social Media erreichen wir regelmäßig 12.000 KonsumentInnen.

Bereits 1999 haben wir das ReparaturNetzWerk Wien (RNW) gegründet und sind dessen 1. Mitglied. Mitgliedsbetriebe müssen sich einem Ethik-Kodex und einem wirksamen Qualitätsmangement unterwerfen.

Solidarität mit Mitunternehmen

Zum Austausch technischer Informationen und Bezugsquellen sind im RNW mit 76 Mitgliedsbetrieben die ReparateurInnen-Treffen eingerichtet worden, die quartalsweise stattfinden. Informationsweitergabe findet auch über RepaNet Österreich, den von uns mitgegründeten Bundesdachverband mit 27 Mitgliedern und RREUSE, den von uns mitgegründeten EU-Dachverband, mit 17 nationalen Dachverbänden als Mitglieder statt.

Die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit – auch hier leistet das R.U.S.Z die Hauptarbeit – ist wohl die effektivste Kooperation. Das ethische Marketing für die gesamte Branche geht aber über Österreich hinaus: Der R.U.S.Z-Geschäftsführer ist nicht nur in den wichtigsten Institutionen der EU vertreten, er war auch zum Gründungstreffen der „Reparatur-Revolution“ in Berlin eingeladen und konnte dort einiges zu den Forderungen an die Politik beitragen.

Erhöhung des Sozialen und ökologischen Branchenstandards

Das R.U.S.Z hat gemeinsam mit dem ReparaturNetzwerk Österreich, RepaNet die Re-Use Plattform im BMLFUW initiiert und in einem fast 2-jährigen Prozess gemeinsam mit allen anderen, beteiligten/betroffenen Stakeholdern (inkl. Wirtschaftskammer und Hersteller/Importeure) den „Leitfaden für die Wiederverwendung von Elektroaltgeräten in Österreich“ entwickelt. Dieser ist eine Festschreibung der nötigen Arbeitsschritte, um aus Elektroaltgeräten (= Abfall) verkaufbare Produkte zu machen und hat Gesetzescharakter. Wir haben darauf geachtet, dass die Hürden die zu nehmen sind, auch für sozialintegrative Betriebe zu schaffen sind, ohne die ökologischen und sicherheitstechnischen Ambitionen zu verwässern.

Die österreichische Norm ONR 192102:2014 „Gütezeichen für langlebige, reparaturfreundlich konstruierte elektrische und elektronische Geräte“ wurde vom R.U.S.Z fast im Alleingang neu erstellt. Sie stellt einen international einzigartigen Anspruch bei Weiß- und Braunware-Geräten. Erstmals wurden Kriterien für Langlebigkeit und gute Reparierbarkeit festgelegt (knapp 100 Kriterien).

Als wichtiger Netzwerkpartner lobbyiert das R.U.S.Z die Ökodesignrichtlinie und die Ecolabelregulation.

Reduktion ökologischer Auswirkungen

Der permanent wachsende Verbrauch von Elektrogeräten hinterlässt nicht nur problematische Abfälle, sondern beansprucht auch ein ethisch nicht vertretbares Maß an mineralischen und metallischen Rohstoffen auf Kosten kommender Generationen.

Die Produkte und Dienstleistungen des R.U.S.Z reduzieren den ökologischen Fußabdruck sowohl der Kunden als auch der produzierenden Industrie. So hat das R.U.S.Z in den letzten 18 Jahren mehr als 15.000 Tonnen teils problematischen Abfall vermieden. Das entspricht einer Materialeinsparung von rund 75.000 Tonnen.

 

Ziele: Schaffung der Voraussetzungen für die Nutzung des R.U.S.Z-Geschäftskonzeptes durch Dritte und damit Verbreitung des GWÖ-Konzeptes.

 

Maßnahmen zur Umsetzung:

*) Ausarbeitung Franchise-Konzept: Dienstleistungsumfang, Markt & Wettbewerber, Beschreibung der Dienstleistungen und Prozesse, Qualitätssicherung für Prozesse und Dienstleistungen, erforderliches Personal, Training und kontinuierliche Verbesserung, erforderliche Infrastruktur, Instrumente zur Unternehmenssteuerung, Marketing & Öffentlichkeitsarbeit, rechtliche Rahmenbedingungen für Franchisegeber und -nehmer, Schutzrechte, Franchisegebühren und -kosten, Businessplan & Kalkulation

*) Beschreibung der Geschäftsprozesse und der unterstützenden IT-Lösungen und Organisationskonzepte

*) Ausarbeitung Franchise-Vertragsmuster (Beachtung der gemeinwohlorientierten Prinzipien, Gewährung der Nutzungsrechte an Schutzrechten und Bereitstellung des notwendigen Know-how, Franchisegebühr, Vertragsgebiet, Schulungskonzepte, Marketing- und Werbekonzepte, Kontrollrechte, Berichtswesen, Buchführung, Abwerbe- und Wettbewerbsverbot, Vertragsdauer, Beendigung).

*) Erprobung des Franchise-Konzeptes im Zielgebiet Smart City Graz-Süd mit einem lokalen Franchise-Nehmer (BAN): R.U.S.Z-Vor-Ort-Service Haushaltsgeräte, PSS Saubere Wäsche (Mietwaschmaschinen und -trockner), schrittweiser Aufbau einer R.U.S.Z-Werkstätte Haushaltsgeräte und Kleingeräte (Lampen, Staubsauger, Rührgeräte): Annahme aller Geräte durch die R.U.S.Z-Reparatur-Übernahmestelle, nicht in Graz reparierte Geräte (z.B. Unterhaltungselektronik) werden in Wien repariert, Re-Use 1: Kooperation mit Graz-Holding (Betreiberin des Recycling Centers Sturzgasse), Re-Use 2: Spendenaktion „Spenden Sie Ihre alte Waschmaschine. Die ökosoziale Wiederverwendung von Waschmaschinen und Geschirrspülern“ analog Wien inkl. Abholung mit dem Medienpartner Kleine Zeitung, Reparatur-Café im R.U.S.Z Graz, wöchentlich 4 Stunden

*) Entwicklung des ReparaturNetzWerk Graz, gemeinsam mit der Stadt Graz analog zum bestehenden ReparaturNetzWerk Wien (www.reparaturnetzwerk.at), inkl. ExpertInnenbeirat, Reparateure-Treffen, …

*) Nutzung der Erkenntnisse aus dem Projekt auch im R.U.S.Z, im Sinne eines laufenden Verbesserungsprozesses

*) Darstellung der Ergebnisse in einem Franchise-Handbuch

*) Ausweitung der PR-Aktivitäten, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit spezifisch für den Großraum Graz.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 95.591,-
  • - Eigenmittel
    € 34.441,-
  • Finanzierungsziel
    € 61.150,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 7.338,-
  • Zielbudget
    € 68.488,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 0,-
  • Respekt.net-Teilbetrag A (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 34.244,-
  • Respekt.net-Teilbetrag B (wird nach Erhalt des Zwischenberichtes überwiesen)
    € 27.395,-
  • Abgabedatum Zwischenbericht
    30.11.2017
  • Respekt.net-Teilbetrag C (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 6.849,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    14.05.2018
  • Projektrisiken
    *) Crowdfinancing nicht erfolgreich (Wahrscheinlichkeit: mittel, Auswirkung: projektgefährdend), Maßnahmen: eigenständige Realisierung in Minimalvariante, jedenfalls Zeitverzögerung bei Umsetzung (Handbuch wird später fertig) und inhaltliche Reduktion des Projekts (keine Filiale)
    *) Filialaufbau in Graz gelingt nicht, weil falscher Partner (Wahrscheinlichkeit: gering, Auswirkung: kritisch, jedenfalls Zeitverzögerung), Maßnahmen: Alternativpartner (ist vorausgewählt), Linz statt Graz
    *) Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit Stadt Graz (Wahrscheinlichkeit: gering aufgrund der Vorgespräche, Auswirkung: kritisch für Reparaturnetzwerk), Maßnahmen: Aufbau des Reparaturnetzwerks in Eigeninitiative
  • Budgetplanung
    Übersicht Kosten und Mittelaufbringung:
    Personalkosten: 50.515
    Reise-/Transportkosten: 5.235 (Km-Geld: 4.237, Bahn: 998)
    Rechtsberatung: 1.800
    Externer Wirtschaftsprüfer: 3.600
    Handelswaren (Eigenleistung): 100 selektierte Re-Use-WM und -GS als Starthilfe für Graz: 34.441 (durchschnittlicher Verkaufspreis 350, abzüglich Schrotterlöse)

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