Projekt-ID: 1602

FREUD spenden

Initiator/In: Bettina Reiter
eingereicht am: 19.03.2018
Budget: € 106.500,-
Finanzierungsfrist: 31.12.2018
Finanzierungsschwelle: € 60.000
Land/Region: Österreich/Wien
Art: Sonstige
Themenkreis: Respekt & Vielfalt

Allgemein

Projektteaser

Sanieren wir gemeinsam die größte psychoanalytische Fachbibliothek in Europa. Das Freudmuseum in der Berggasse 19 braucht unsere Unterstützung!

Projektadresse

Berggasse 19
1090 Wien
  • Start Projektumsetzung: 01.05.2019
  • Ende Projektumsetzung: 01.10.2020

Projektbeschreibung

Ein halbes Jahrhundert lang lebte und arbeitete Sigmund Freud in der Wiener Berggasse 19, bis er 1938 vor den Nationalsozialisten ins Londoner Exil fliehen musste. Hier führte er seine weltberühmte Praxis, begründete die neue Wissenschaft der Psychoanalyse und verfasste seine bahnbrechenden Werke.

Die Aktualität der Bücher des Arztes und Analytikers, die von den Nazis öffentlich verbrannt wurden, lebt ungebrochen weiter. Freuds Einsichten in die menschliche Seele haben unser Denken nachhaltig verändert; sie stehen bis heute für ein aufgeklärtes Miteinander in unserer Gesellschaft. Darum ist es wichtig, diesen Ort, der die Errungenschaften und Erkenntnisse Freuds lebendig hält, als Sprachrohr für Offenheit und Toleranz zu sichern und gemeinsam ins 21. Jahrhundert zu führen.

Seit 1971 befindet sich an dem geschichtsträchtigen Ort «Berggasse 19» das Sigmund Freud Museum, das jährlich über 100.000 BesucherInnen aus aller Welt anzieht und neben einem umfassenden Archiv die Bibliothek der Psychoanalyse beherbergt: Europas größte einschlägige Fachbücherei mit einem Bestand von ca. 40.000 Medien.

Ist der Bücher- und Archivbestand aus Platzgründen heute auf drei zum Teil baufälligen Stockwerken verteilt, soll dieser 2020 auf einer Ebene zusammengeführt werden und WissenschafterInnen, BesucherInnen und MitarbeiterInnen eine Studienbibliothek mit moderner Ausstattung bieten. Der daran angeschlossene Veranstaltungssaal fungiert als Ort der Vermittlung, des Diskurses und Dialogs. Eine Ausstattung mit zeitgemäßer Datenbank- und Katalogsoftware macht Bibliothek und Archiv online einsehbar und somit zu einer weltweit nutzbaren digitalen Ressource. 

Das eng mit der Bibliothek verzahnte Bild- und Textarchiv umfasst etwa 2.000 Bilder und 20.000 Textdokumente. Biographische Dokumente, wie etwa der Emigrationsakt der Familie Freud, sind ebenso vertreten wie Materialien zur Geschichte des Internationalen Psychoanalytischen Verlags oder der Psychoanalytischen Erziehungsberatungsstelle. Die Fotosammlung beinhaltet weitgehend alle existierenden Aufnahmen von Sigmund Freud und seiner Familie.


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

Details

Zu den Dankeschöns

Tragetasche:

Wir agieren nachhaltig und sichern Sigmund Freuds Vermächtnis für die Zukunft. Sie bekommen die Tragetasche in BIO-Qualität mit Freud-Sujet als Dankeschön und wissen, dass Sie damit ein weltweit einzigartiges Projekt unterstützt haben!

Notizbücher:

Das edle Notizbuch im Sonderedition-Design und der Stift mit Freud-Aufdruck sind ein tolles Geschenk für Ihre Liebsten und natürlich auch für Sie! Damit können Sie Ihre Ideen, Notizen, Erlebnisse oder Träume für immer festhalten.

Fachliteratur:

Die Psychoanalyse hat mit Freud begonnen und sorgt immer wieder für rauchende Köpfe - angesehene Fachleute stellen signierte Einführungswerke zur Verfügung, die einen Einstieg in das Thema ermöglichen.

Freud am Schilling:

Den 50-Schilling-Schein mit Sigmund Freuds Konterfei hatten vor der Euro-Einführung alle ÖsterreicherInnen in der Hand. Mit diesem Dankeschön erhalten Sie eine solche Banknote mit einem Rahmen und einer Danksagung für Ihre Unterstützung.

Meet your Shrink:

Einmal Probeliegen auf der Couch für einen guten Zweck? Als Dankeschön für Ihre Unterstützung stellen PsychoanalytikerInnen der Kampagne „FREUD spenden“ Einzelstunden mit den SpenderInnen zur Verfügung.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 100.000,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 100.000,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 6.500,-
  • Zielbudget
    € 106.500,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 60.000,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 1 (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 36.023,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 2 (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 14.409,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    15.05.2020
  • Projektrisiken
  • Budgetplanung

    Mittelverwendung Finanzierungsschwelle:


    Wände sanieren und ausmalen


    Decke sanieren und ausmalen


    Durchbrüche


    Bodenfliesen


    Stiegenhauswände



    Mittelverwendung Finanzierungsziel:


    Einrichtung der neuen, online verfügbaren Objektdatenbank


    Einrichtungskosten Bibliotheksdatenbank


    Baustellengemeinkosten anteilig (5%)


    Barrierefreiheit: Aufzug anteilig (25%)

Dateien

Links & Downloads

Galerie

video

News

Bettina Reiter

hat am 15.05.2018 geschrieben

Museologien über das Sigmund Freud Museum

Der wichtige Blog zu Museumsfragen aller Art von Gottfried Fliedl bringt einen ausführlichen Text zu den Umbau- und Neustrukturierungsplänen des Sigmund Freud Museums.

Bettina Reiter

hat am 02.05.2018 geschrieben

zur Nachlese

"Die Raumdeutung" von Matthias Dusini im Falter 18/18

Bettina Reiter

hat am 30.04.2018 geschrieben

FREUD spenden Kick Off am 26.4.2018 im Sigmund Freud Museum

Respekt.net und ich haben Freunde und Kollegen zu einer Hausführung im Freud Museum eingeladen, die auch den offiziellen Start der Kampagne markiert.

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Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Das Sigmund Freud Museum wurde im Rahmen des Projektes SIGMUND FREUD MUSEUM 2020 saniert und ausgebaut. Das Bauvorhaben umfasste die Renovierung und den Ausbau des Hauses Berggasse 19 sowie die Neuaufstellung von Europas größter Fachbibliothek der Psychoanalyse, die barrierefreie Erschließung von Bibliothek und Museum sowie die Re-Organisation und Erweiterung ihrer Präsentationsflächen. Neben neuen Garderoben- und Sanitärräumen, einem Café und Shop, konnte die technische Infrastruktur aufgerüstet werden, um den Bedürfnissen der stetig wachsenden Anzahl von BesucherInnen, BibliotheksnutzerInnen und KooperationspartnerInnen entsprechen zu können.

Der Eröffnung des Museums Ende August folgend steht die Bibliothek der Psychoanalyse Studierenden, KooperationspartnerInnen und Interessierten als Forschungs- und Kommunikationsplattform seit Oktober 2020 zur Verfügung.

 

UMSETZUNG / September 2017 – Oktober 2020 

Folgende Meilensteine des Projektes wurden konzipiert, geplant und durchgeführt:

 

Geladener Architekturwettbewerb, Architekturplanung und Neugestaltung

Durchführung eines internationalen Architekturwettbewerbes. Planung der Architektur und Neugestaltung unter der begleitenden Projektkontrolle der Werkstatt Wien, Arch. Markus Spiegelfeld durch die WettbewerbssiegerInnen – Hermann Czech, Walter Angonese und ARTEC/Bettina Goetz und Richard Manahl (Einreichung/Bauanzeige an die MA 37 am 2. August 2018).

 

Begleitende Maßnahmen zur Bauplanung, Konzeption der Neugestaltung

Setzung von Maßnahmen zur Überprüfung und Feststellung baulicher Voraussetzungen und Bedingungen (z.B. Statik, Vermessungs- und Abbrucharbeiten, Klimatechnik u. dgl. m.) sowie weiterführende Vorarbeiten für die Organisation und inhaltliche Ausarbeitung der Neuaufstellungskonzepte und Re-Organisation der Bibliothek.

Lagerung der Bestände und Ersatzbetrieb des Museums

Auslagerung und Sicherung der Bestände der Bibliothek und des Archivs. Fortsetzung der internen Bearbeitung und Bestandsaufarbeitung. Eröffnung des Ersatzbetriebs unter dem Label „moving freud museum“ an zwei Standorten in unmittelbarer Nähe der Institution Im März 2019.

 

Organisation und Durchführung der Bauvorhaben – Baubeginn

Einholung aller erforderlichen Genehmigungen (BDA) im März 2019, Vergabe der Bau- und Technikgewerke im April 2019. Beginn der Baustelleneinrichtung am 18. März 2019, dem folgend Beginn der baulichen Maßnahmen (Abbrucharbeiten, Verlegung und Sanierung div. Leitungen usw.). Errichtung des Liftschachts im September 2019 ebenso wie Abbrüche und Aufbau des zweiten Stiegenhauses und Vorbereitungen für Einbau der Klimatechnik. Beginn der Elektroinstallationen im Oktober 2019.

Fertigstellung von Sanierung und Umbaumaßnahmen sowie Beginn der Einrichtungs- und Ausstattungsmaßnahmen

Fertigstellung des zweiten Stiegenhauses, Beschichtung der Böden im neuen Museums-Foyer, neue Elektrifizierung im Mezzanin (Museum) und ersten Obergeschoß (Bibliothek und Archiv) im November und Dezember 2019. Abschluss der klimatechnischen Einbauten inklusive der jeweiligen Heiz- und Kühlgerate in den Museums- und Bibliotheksräumen im Februar 2020. Die Einrichtung der öffentlichen Bereiche Bibliothek und Museum erfolgte von Mai bis Juni 2020. Die Übersiedlung der Bücherbestände aus dem Lager und ihre Neuaufstellung (Beginn der Büchersicherung von insg. 40.000 Titeln), die Einrichtung des erweiterten Kontingents von Arbeitsplätzen für ForscherInnen und MitarbeiterInnen sowie die Inbetriebnahme der Kommunikationstechnik erfolgte von Mitte Juni bis Anfang September 2020. 

Seit Anfang Oktober ist das Projekt abgeschlossen und die Bibliothek der Psychoanalyse der Öffentlichkeit, Interessierten, Studierenden u. a. der Universität Wien, KandidatInnen der Wiener Psychoanalytischen Akademie sowie KooperationspartnerInnen zugänglich. Die allgemeinen Öffnungszeiten wurden aufgrund der aktuellen Corona-Situation vorläufig wie folgt festgelegt: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 13h-16h. Darüber hinaus werden unter Einhaltung der vorgegebenen Corona-Maßnahmen Forschungspräsentationen, Kooperations- sowie eigene wissenschaftliche Veranstaltungen außerhalb der allgemeinen Öffnungszeiten in den Veranstaltungs- und Seminarräumen der interessierten Öffentlichkeit angeboten.

 

FINANZIERUNG

Die Bau- und Planungskosten des Projektes belaufen sich insg. auf 3,9 Mio. Euro, die unter Beteiligung von Bund, Stadt Wien, der Sigmund Freud Privatstiftung (Eigenmittel) und mit Hilfe privater FörderInnen aufgebracht werden.

 

Galerie

Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Mit diesem Projekt wurden das Sigmund Freud Museum und seine Bibliothek der Psychoanalyse dauerhaft abgesichert - durch dringend notwendige bauliche Maßnahmen ebenso wie durch die Modernisierung der technischen Ausstattung. Somit verfügt die Bibliothek samt Archiv und Museum über adäquate und zeitgemäße, klimatische und technische Einrichtungen und ist zudem barrierefrei zugänglich. So wird einer breiten Öffentlichkeit die umfassende Auseinandersetzung mit einem der größten Denker der österreichischen Geschichte ermöglicht: Als vorurteilsfreie, offene und gesellschaftlich aktive Denkweise inklusive ihrer kulturtheoretischen Aspekte erweist sich die Psychoanalyse in Zeiten steigender Verunsicherung durch aktuelle Krisen und Auseinandersetzungen und vor dem Hintergrund (wieder) aufkeimender Stereotypen und Ängste als wesentlicher Faktor, den aktuellen gesellschaftspolitischen Diskurs zu befördern und zu diesem positiv beizutragen.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Die nationale und internationale Medienberichterstattung zu diesem Projekt war ausnehmend positiv, ebenso wie das BesucherInnenfeedback vor Ort und online. Insgesamt wurde vor allem die der Bedeutung des Ortes und seinem spezifischen Genius Loci entsprechende Neugestaltung hervorgehoben wie auch die gelungene Verbindung zwischen den musealen Präsentationen und der inhaltlichen Aufbereitung und Vermittlung ausgewählter Themenbereiche. Auch die durch die Neukonzeption betonte Ausrichtung und Verschränkung der vielschichtigen Bedeutungsinhalte des Hauses, das nun sowohl seinen Charakter als Holocaust-Gedenkstätte  wie auch als Ursprungsort der Psychoanalyse zur Geltung bringt wird sehr gut aufgenommen.

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Die Unterstützung durch respekt.net wurde verwendet, um die notwendigen Maßnahmen anteilig zu finanzieren. Die generierten Mittel wurden für folgende Kosten aufgewendet:

Beleuchtung (anteilig)

Barrierefreie Erschließung mittels Aufzug (anteilig)

Möblierung der Bibliothek durch Regale und Arbeitstische (anteilig)

Schlosserarbeiten im Zusammenhang mit Klimatechnik (anteilig)

Ankauf und Installation einer Buchsicherungsanlage für die Bestände

Malerarbeiten

Übersiedlung und Einrichtung der Bibliotheks- und Archivbestände aus dem Zwischenlager in die Bibliothek

 

Siehe Kostenaufstellung für weitere Details. 

Wie werden Sie die Mildtätigkeit des Projektes nachweisen?

Zugeordnete Themen