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Projekt-ID: 1832

Schwarzbuch Abschiebungen

Kontaktperson: Herbert Langthaler
eingereicht am: 22.03.2019
Budget: € 36.450,-
Finanzierungsfrist: 20.10.2019
Finanzierungsschwelle: € 19.000
Land/Region: Österreich/Wien
Art: Studie
Themenkreis: Flüchtlinge & Zuwanderung

Allgemein

Projektteaser

In Österreich verschwinden Menschen – Dokumentation von Abschiebungen wird von einem transnationalen Netzwerk erstellt um damit ein Instrument gegen Abschiebungen zu schaffen.

Projektadresse

Burggasse 81
1070 Wien

Das Projekt wird von der asylkoordination österreich in Wien koordiniert MitarbeiterInnen aus allen Bundesländern sammeln Informationen, Projektpartner in Afghanistan, Irak und anderen relevanten Zielländern tragen mit Recherchen bei.
  • Start Projektumsetzung: 01.05.2019
  • Ende Projektumsetzung: 31.05.2021

Projektbeschreibung

In Österreich verschwinden Menschen.
Allein in das seit 40 Jahren vom Bürgerkrieg gebeutelte Afghanistan wurden 2018 190 Menschen abgeschoben. Viele hatten in Österreich Freunde gefunden, die sich nach Kräften bemühten diese Deportationen zu verhindern. Immer wieder erreichen uns verzweifelte Telefonanrufe, tauchen Meldungen in den Medien auf oder werden Petitionen gegen einzelne Abschiebungen gestartet.
Wie diese Abschiebungen dann tatsächlich ablaufen, was mit den Menschen in Afghanistan passiert und was sie hier zurücklassen, davon erfährt die Öffentlichkeit nur sehr selten. Die Regierung will, dass diese Menschen und ihr Schicksal vergessen werden, und ihre Freunde wollen sie durch Öffentlichkeit nicht noch mehr gefährden.
Wir wollen dieses Unrecht dokumentieren, festhalten, was bei den Abschiebungen und danach mit den Abgeschobenen geschieht. Für diese Dokumentation bauen wir ein Netzwerk aus Ehrenamtlichen, NGO-MitarbeiterInnen und Vertrauenspersonen in den Zielländern der Abschiebungen auf.
Ziel ist ein Schwarzbuch Abschiebungen, in dem die Fälle anonymisiert dokumentiert werden und damit ein Instrument gegen Abschiebungen geschaffen wird.


Nachweis Projektabschluss

Das Schwarzbuch "Abschiebungen" wird als Online-Dokumentation (als work in progress) zugänglich gemacht. Nach Projektabschluss werden wir eine Publikation in Buchform herausgeben, bei der die Dokumentation der "Fälle" durch Hintergrundberichte ergänzt wird.
Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

Details

Die Abschiebungen in das zerrissene, seit Jahrzehnten von Gewalt heimgesuchte Land, widersprechen dem in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgeschriebenen Verbot einer Rückschiebung in ein Land, in dem Gefahr für Leib und Leben, Folter oder andere unmenschliche Behandlung droht.

 

Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen und ehrenamtliche UnterstützerInnen, erfahren nur von den Abschiebungen, wenn sie Kontakte zu den Betroffenen haben. Die Opfer werden oft im Morgengrauen aus ihren Quartieren abgeholt und bis zur Abschiebung in Schubhaft verwahrt.

In den letzten Monaten hat sich gezeigt, dass es oft sehr schwierig war festzustellen, wie viele Menschen, geschweige denn wer genau abgeschoben wurde. Auch die Qualität der Asylverfahren, die zu den negativen Bescheiden und den darauf folgenden Abschiebungen geführt hat, ließ sich so kaum überprüfen.

 

Zahlen sind sehr oft nur mit großem zeitlichen Abstand eruierbar (meist durch Parlamentarische Anfragen der Oppositionsparteien), da die von BMI bzw. BFA veröffentlichen Zahlen keinen Unterschied zwischen Abschiebungen ins Herkunftsland und Rückführungen im Rahmen der Dublin-VO machen.

 

Auch sonst übersteigt eine systematische Dokumentation der Abschiebungen (nach Afghanistan) die Kapazitäten der asylkoordination (die sich u.a. das Monitoring des Asylsystems zur Aufgabe gemacht hat) bei weitem. Allerdings haben sich in den vergangenen zwei Jahren etliche ehrenamtliche Flüchtlingshelferinnen beeindruckende Kompetenzen angeeignet und mit großem Engagement Recherchen vorangetrieben. Bei einem Dokumentationsprojekt müssten diese Ressourcen gebündelt werden.

 

In Afghanistan selbst kann auf die Kontakte von mehreren ExpertInnen und internationalen Organisationen zurückgegriffen werden. Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang die oben erwähnte Studie der deutsche Anthropologin Friederike Stahlmann.

Eine Dokumentation des Abschiebungs-Komplexes müsste sowohl die Vorgänge in Österreich (Asylverfahren, Kriminalisierung, Schubhaft, Nichtannahme von Revisionen ...) als auch die Schicksale der Deportierten in Afghanistan nachvollziehen.

 

Finanzierungsbedarf ergibt sich aus einer Halbtagsstelle zur Koordination des Projekts und einem gleichhohen Betrag für ausgelagerte Recherchehonorare.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 34.000,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 34.000,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 2.450,-
  • Zielbudget
    € 36.450,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 19.000,-
  • Respekt.net-Teilbetrag A (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 19.000,-
  • Respekt.net-Teilbetrag B (wird nach Erhalt des Zwischenberichtes überwiesen)
    € 11.000,-
  • Abgabedatum Zwischenbericht
    30.04.2020
  • Respekt.net-Teilbetrag C (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 4.000,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    14.06.2021
  • Projektrisiken

    Die Zusammenarbeit mit den Projektpartnern in den Zielländern der Abschiebungen könnte sich, bei einer Verschlechterung der Sicherheitslage, als schwierig erweisen.

  • Budgetplanung

    Mittelverwendung Finanzierungsschwelle: Gehaltskosten für die Koordination und Dokumentation so wie Honorare für MitarbeiterInnen in Österreich und in den Zielländern.


    Mittelverwendung Finanzierungsziel: Gehaltskosten für die Koordination und Dokumentation so wie Honorare für MitarbeiterInnen in Österreich und in den Zielländern so wie Mittel für Publikation der Ergebnisse.

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