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Projekt-ID: 1860

E-Mail-Beratung für trauernde Jugendliche und junge Erwachsene. Eine Werbeoffensive

Kontaktperson: Karlheinz Six
eingereicht am: 06.05.2019
Budget: € 660,-
Finanzierungsfrist: 06.09.2019
Finanzierungsschwelle: € 330
Land/Region: Österreich/Kärnten
Art: Aktion
Themenkreis: Soziales Engagement

Allgemein

Projektteaser

Jugendliche trauern auf ihre individuelle Weise. Oft wenden sie sich an niemanden, um über ihre Trauer und ihre Gefühle wie Scham oder Schuld zu sprechen. Die E-Mail-Beratung ist gerade für diese jungen Menschen ein niederschwelliges Angebot.

Projektadresse

Rudolfsbahngürtel 2
9020 Klagenfurt

https://goo.gl/maps/MBsttaeA9hC2
  • Start Projektumsetzung: 01.07.2019
  • Ende Projektumsetzung: 29.02.2020

Projektbeschreibung

Über die Homepage www.jugendtrauer.at wird seit August 2018 kostenlose E-Mail-Beratung für Jugendliche und junge Erwachsene in Trauer angeboten. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass dieses Angebot dann angenommen wird, wenn auf Sozialen Netzwerken dafür geworben wird. Daher möchten wir eine Online-Werbeoffensive starten. Die Crowdfunding-Kampagne soll helfen, die Online-Werbeoffensive zu finanzieren. So kann auch weiterhin gewährleisten werden, dass dieses Angebot kostenlos bleibt.


Nachweis Projektabschluss

Unter Berücksichtigung der Datenschutzbestimmungen können folgende Nachweise erbracht werden:
• Rechnungen der Online-Werbung
• Screenshots der Online-Werbung
• eine Statistik der E-Mail-Korrespondenz
• eine Statistik der Wirkung der Online-Werbung
• Abschlussbericht auf respekt.net

Details

Trauernde Jugendliche

Jugendliche neigen dazu, ihre Trauer zu verstecken. Das hat ganz unterschiedliche Gründe: Sie wollen ihren trauernden Eltern keine Last sein. Oder sie schämen sich wegen ihrer Gefühle. Oder sie fühlen sich schuldig und wollen es sich und anderen nicht eingestehen.

Die Folge ist, dass Jugendliche wenig über ihre Trauer sprechen – weder mit ihren Eltern und Verwandten, noch mit ihren Freunden und Freundinnen oder mit Beratern. Sie ziehen sich zurück und können Verhaltensweisen annehmen, die zu sozialen, psychischen und körperlichen Problemen führen.

Dem möchten wir mit einem niederschwelligen Angebot etwas entgegensetzen.

 

Das Angebot und unsere Erfahrungen damit

Seit August 2018 gibt es die Homepage www.jugendtrauer.at. Derzeit finden sich dort Basisinformationen über die Trauer von Jugendlichen, geschrieben hauptsächlich für Jugendliche, aber auch für Eltern.

Neben diesen Basisinformationen kann auch ein Fragebogen zur eigenen Trauer ausgefüllt werden, der als Einstieg für eine E-Mail-Beratung dient. Die E-Mail-Beratung erfolgt so lange, wie es die Trauernden brauchen und ist völlig kostenlos.

Bisher wurde dieses Angebot zweimal auf eigene Kosten auf Facebook beworben.

Dabei haben wir folgende Erkenntnisse gewonnen:

• Das Angebot wird nur registriert und angenommen, wenn dafür Werbung gemacht wird.

• Alle, die sich melden, leiden an einer so genannten erschwerten Trauer und benötigen daher eine Begleitung. Nähere Infos über erschwerte Trauer finden Sie hier.

• Das Angebot ist niederschwellig und wird gerade deshalb angenommen. Fast alle sagen, dass sie mit niemandem über ihre Trauer reden wollen – und dennoch schreiben Sie ein E-Mail. Das zeigt das Bedürfnis nach Austausch.

• Der Beratungszeitraum ist unterschiedlich lang: von einem einmaligen Kontakt bis über mehrere Monate hinweg.

• Keine E-Mail-Beratung hat bisher zu einem persönlichen Kontakt bzw. zu einer persönlichen Beratung geführt. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Das bedeutet aber, dass eine aufrechte E-Mail-Beratung eine gute Möglichkeit darstellt, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer Trauer zu begleiten, auch wenn kein persönlicher Kontakt zustande kommt.

 

Das Projekt

Wir planen eine Offensive von Online-Werbungen über ein halbes Jahr hinweg – vorwiegend in Sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, YouTube …). Ziel ist es, auf dieses Angebot an jenen Orten hinzuweisen, wo sich junge Menschen aufhalten.

Die E-Mail-Beratung soll auch weiterhin kostenlos sein. Um das zu gewährleisten, möchten wir mit dieser Crowdfunding-Kampagne das Geld zusammenbringen, um die Werbemaßnahmen zu finanzieren. Bisher haben wir das aus eigener Tasche finanziert.

 

 

Der Sinn des Projektes

Zunächst ist festzuhalten, dass mehr als 50 % der Trauernden, die sich bei uns via Fragebogen gemeldet haben, angeben, verstärkt Alkohol oder Drogen zu konsumieren. Das ist nur ein Beispiel, das zeigen soll, welch negative Auswirkungen schlecht verarbeitete Trauer haben kann.

Ebenso sehen die meisten keinen Sinn im Leben mehr und ein paar denken dabei auch an Suizid.

Der Sinn des Projektes kann also mit den Worten Suizid- und Suchtprävention oder auch als Förderung eines gesunden Lebens beschrieben werden.

Daneben verfolgen wir aber auch noch eine andere Intention: Wir hoffen, dass sich durch diese Werbeoffensive viele Jugendliche und junge Erwachsene melden. Daraus soll ein Bedarf ableiten werden, den jugendliche Trauernde haben. Unsere Vision ist es, darauf aufbauend ein neues, bedarfsorientiertes Angebot für trauernde Jugendliche und junge Erwachsene in Kärnten zu schaffen. Denn hier gibt es für sie nur wenig Möglichkeiten.

 

Die Projektpartner


Karlheinz Six ist seit mehr als 14 Jahren in der Krisenbegleitung und seit mehreren Jahren auch in der Langzeittrauerbegleitung tätig. Er hat sich neben der Krisenbegleitung auch auf die Begleitung von trauernden Jugendlichen und von Trauernden nach Suizid und nach dem Tod von suchtkranken Menschen spezialisiert.
Homepages: www.sixvisions.at und www.jugendtrauer.at

Martina Marko hat sich im Rahmen ihrer Diplomarbeit mit der Thematik „Jugend S(s)ucht Drogen“ beschäftigt und ist seit 2013 in der Krisenintervention und seit 2015 in der Trauerbegleitung tätig.
Homepage: www.jugendtrauer.at

Der Verein socialfunding organisiert für die Projektpartner die Crowdfunding-Kampagne. Er selbst lukriert keinen Gewinn aus diesem Projekt.
Homepage: www.socialfunding.at

Budget

  • Gesamtbudget
    € 600,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 600,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 60,-
  • Zielbudget
    € 660,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 330,-
  • Budgetplanung

    Die Werbeoffensive soll 6 Monate laufen. Jedes Monat möchten wir 100 Euro investieren. D. h. also 600 Euro für ein halbes Jahr.


    Wird das Finanzierungsziel nicht erreicht, aber die Finanzierungsschwelle, wird das erzielte Werbebudget durch 6 dividiert, um den monatlichen Betrag zu erhalten, der investiert werden kann.

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News

Verein zur...

hat am 17.07.2019 geschrieben

Mehr Verantwortung zu Hause

HELFEN SIE UNS HELFEN

60 % der jungen Menschen, die bisher unsere kostenlose E-Mail-Beratung in anspruchgenommen haben, haben nach dem Todesfall zu Hause mehr Verantwortung übernommen. Sie stützen ihre Eltern, bleiben aber mit ihrer eigenen Trauer unberücksichtigt. Trauerbegleitung kann helfen.

Verein zur...

hat am 03.07.2019 geschrieben

SCHLAFSTÖRUNGEN

HELFEN SIE UNS HELFEN

Alle derjenigen jungen Menschen, die bisher unsere kostenlose E-Mail-Beratung in anspruchgenommen haben, haben nach dem Todesfall Schlafstörungen und Alpträume. Das wirkst sich unter anderem auf die Konzentration und Motivation aus. Und da wiederum auf den Schul- und Arbeitserfolg.

Verein zur...

hat am 26.06.2019 geschrieben

ANGST

HELFEN SIE UNS HELFEN
75% derjenigen jungen Menschen, die bisher unsere kostenlose E-Mail-Beratung in anspruchgenommen haben, haben nach dem Todesfall mehr Angst. Trauerbegleitung kann helfen, Angst zu überwinden.

Verein zur...

hat am 05.06.2019 geschrieben

40 % Suizidgedanken

HELFEN SIE UNS HELFEN
40% derjenigen jungen Menschen, die bisher unsere kostenlose E-Mail-Beratung in anspruchgenommen haben, haben nach dem Todesfall Suizidgedanken. Trauerbegleitung ist daher auch Suizidprävention.

Verein zur...

hat am 29.05.2019 geschrieben

100% sozialer Rückzug

HELFEN SIE UNS HELFEN

100% derjenigen jungen Menschen, die bisher unsere kostenlose E-Mail-Beratung in anspruchgenommen haben, ziehen sich von ihren FreundInnen und ihrer Umgebung zurück. Sie bleiben oft mit ihrer Trauer allein. E-Mail-Beratung kann hier einen Ausweg bilden.

Verein zur...

hat am 22.05.2019 geschrieben

50 % mehr Alkohol oder Drogen

HELFEN SIE UNS HELFEN

50% derjenigen jungen Menschen, die bisher unsere kostenlose E-Mail-Beratung in anspruchgenommen haben, konsumieren nach dem Todesfall mehr Alkohol oder Drogen.

Trauerbegleitung ist Suchtprävention.

Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Das Projekt hatte zum Ziel, das seit 2018 bestehende Angebot für eine kostenlose E-Mail-Beratung für trauernde Jugendliche auf der Homepage www.jugendtrauer.at dort bekannter zu machen, wo sich Jugendliche aufhalten – also vorwiegend in den sozialen Netzwerken, an Schulen und Jugendzentren. Konkret bedeutet das, dass wir mit dem gespendeten Geld Online-Inserate auf Facebook, Instagram und YouTube über ein halbes Jahr hinweg geschaltet haben. Das erste Inserat wurde vom 16. bis 18. September 2019 und das letzte vom 20. Jänner bis 3. Februar 2020 online gestellt. 

Zusätzlich zu den Online-Inseraten haben wir A4-Plakate und quadratische Flyer drucken lassen, die an diverse Jugend-Einrichtungen und direkt an Jugendliche ausgegeben wurden.

Darüber hinaus konnten wir an einer Präventionsveranstaltung teilnehmen und haben auch kostenlose Workshops mit Jugendlichen angeboten.

Eine Auflistung der einzelnen Online-Inserate, der Verteilung der Printprodukte sowie der Veranstaltungen inkl. Fotos findet sich im Anhang dieses Berichtes.

 

Danksagung

Wir möchten uns bei allen SpenderInnen für die Unterstützung bedanken. Unser Dankeschön gilt natürlich auch respekt.net und dem Verein socialfunding, die uns tatkräftig geholfen haben. Unser Dank gilt auch jenen erwachsenen Personen, die sich im Laufe des letzten halben Jahres als Multiplikatoren betätigt haben. Schließlich sind wir sehr glücklich darüber, dass wir einige Jugendliche und junge Erwachsene gefunden haben, die bereit waren, als Schauspieler für unsere Werbevideos zu fungieren.

Galerie

Downloads

Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Trauer ist weitgehend ein Tabu-Thema. Menschen finden oft keine AnsprechpartnerInnen, die sich nicht überfordert fühlen und wirklich für einen da sein können. Jugendliche mit sicherer Bindung finden in ihren Eltern oder in FreundInnen konkrete Menschen, mit denen sie über ihre Probleme und ihre Trauer sprechen können. Jugendliche mit Rückzugstendenzen, mit unsicherem Bindungsverhalten bzw. sehr schwer belastete Jugendliche und junge Erwachsene finden dagegen sehr schwer solche Menschen. Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade diese Jugendlichen sich melden. 

Hinzu kommt, dass mehr als 50 % der Trauernden, die sich bei uns via Fragebogen melden, angeben, verstärkt Alkohol oder Drogen zu konsumieren. Das ist nur ein Beispiel, das zeigen soll, welch negative Auswirkungen schlecht verarbeitete Trauer haben kann.  Ebenso sehen die meisten keinen Sinn im Leben mehr und ein einige Jugendliche denken dabei auch an Suizid. 

Der Sinn des Projektes kann also mit den Worten Suizid- und Suchtprävention oder auch als Förderung eines gesunden Lebens beschrieben werden. 

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Das Angebot und seine Bewerbung wurden fast ausschließlich direkt an die Zielgruppe via Social Media und Flyer gerichtet. Daher gab es keine klassische Öffentlichkeitsarbeit via Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen oder dergleichen.

Aus der Werbeoffensive wurden wir mehrmals von Jugendlichen angeschrieben. Die meisten wollten ausschließlich eine Einschätzung zu ihrer Trauer und einen Tipp dazu. Aus diesen Reaktionen gingen auch längere Beratungen per E-Mail hervor. Es zeigt sich aber, dass längerfristige Beratungen via E-Mail wenig in Anspruch genommen werden.

Bei diversen Veranstaltungen kamen wir auch mit Erwachsenen verschiedener Berufsgruppen (LehrerInnen, PsychologInnen, JugendbetreuerInnen, MitarbeiterInnen in Beratungseinrichtungen …) ins Gespräch, die diesem Angebot sehr positiv gegenüberstanden. Aus diesen Kontakten gingen in weiterer Folge zwei LehrerInnen-Fortbildungen hervor, die 2020 durchgeführt werden. Zusätzlichen haben LehrerInnen aus dem privaten Bekanntenkreis unser Angebot an ihre Schule gebracht.

Zudem wurde verschiedenen Institutionen kostenlose Workshops zum Thema Trauer angeboten. Dies wurde insgesamt dreimal angenommen (aufgrund des Corona-Viruses aber nur zweimal durchgeführt).

 

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Siehe Abschlussbericht und Kostenaufstellung für genaue Details.

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