Projekt-ID: 2124

Saatgutvielfalt gibt Lebensunterhalt

Initiator/In: Andrea Tasnadi
eingereicht am: 17.09.2020
Budget: € 6.841,-
Finanzierungsfrist: 17.03.2021
Finanzierungsschwelle: € 4.250
Land/Region: Rumänien
Art: Aktion
Themenkreis: Umweltschutz & Nachhaltigkeit

Allgemein

Projektteaser

In einem abgelegenen rumänischen Dorf wird eine Vielfalt an Saatgut gesammelt, vermehrt und weiter gegeben. In der von Arbeitslosigkeit und Emigration geprägten Region werden so neue Möglichkeiten zum Lebensunterhalt der Bevölkerung geschaffen.

Projektadresse

Andrea Tasnadi-Asztalos str. Principală 98 sat Petrinzel cod poștal 457016 comuna Almașu, județul Sălaj România
457016 Petrinzel

Petrinzel (ungarisch: Kispetri) ist ein kleines Dorf im Kreis Sălaj, im Nordwesten Rumäniens.
  • Start Projektumsetzung: 01.04.2021
  • Ende Projektumsetzung: 01.12.2021

Projektbeschreibung

Petrinzel ist ein kleines Dorf in Siebenbürgen, Rumänien. Hier leben weniger als 90 Personen mit einem Durchschnittsalter von ca.60 Jahren. Die Infrastruktur ist, als wäre sie aus der Zeit gefallen: weder Asphalt noch Kanalisation, Gas, Ämter oder eine Arztpraxis sind vorhanden.

Einkommen- und Einkaufsmöglichkeiten sind sehr eingeschränkt. Selbstversorgung aus dem Hausgarten wäre eine Notwendigkeit, ist aber nicht mehr selbstverständlich. Da es in Petrinzel keinen Arzt gibt, ist gesunde und leistbare Nahrung umso wichtiger. Mit dem Dorf würde auch das Wissen um die Verwendung des traditionellen Saatgutes verschwinden.

Im Rahmen des Projektes wird eine Sammlung von samenechtem Saat- und Pflanzgut erstellt. Bäuerinnen und Bauern werden aufgesucht, um traditionelles Saatgut und gärtnerisches Erfahrungswissen weiter zu geben.

In einem Vermehrungs- und Schaugarten werden die Pflanzen angebaut und präsentiert. Durch die BesucherInnen des Gartens aus der Stadt wird Petrinzel wieder lebendiger. Die anfallenden Arbeiten werden gegen Entgelt von Langzeitarbeitslosen aus dem Dorf erledigt.

Für die zukünftigen Generationen wird hier ein wichtiger Teil ihrer Geschichte, ihrer Kultur aufbewahrt.

Damit dieses Projekt nicht nur ein schöner Traum bleibt, braucht es am Anfang finanzielle Unterstützung. Nach der Aufbauphase kann sich das Projekt selbst erhalten.


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung
- Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden
- Fotodokumentation
- Online-Abschlussbericht
- Informationsbroschüren

Details

Saatgutvielfalt gibt Lebensunterhalt

In dem naturnahen abgelegenen rumänischen Dorf Petrinzel leben zurzeit nur noch um die 90 Personen. Sie gehören drei Nationalitäten an: Rumänen, Ungaren, Roma. Das Durchschnittsalter ist 60. Die jüngere Generation ist in die Städte oder ins Ausland gezogen. 

Das Dorf, das alte Volkswissen und das traditionelle Saatgut sind in der Gefahr, für immer zu verschwinden. Die Einkommens- und Einkaufsmöglichkeiten sind sehr eingeschränkt. Die Selbstversorgung aus dem Hausgarten ist lange nicht mehr selbstverständlich. Die wenigen, die noch Nutzpflanzen anbauen, haben sich von der biologischen Landwirtschaft entfernt. Bauernmärkte, Gärten und Geschäfte der Umgebung haben ein eher einheitliches Angebot. Die ehemalige bunte, traditionelle Nutzpflanzenvielfalt ist dabei, sich in eine globalisierte, auf wenige Sorten reduzierte Einheitlichkeit zu verwandeln. Da es im Dorf keinen Arzt gibt, spielen gesunde Ernährung und Heilkräuter eine wichtige Rolle. Die Klimaveränderung verlangt nach neuen Wegen im Gartenbau. Eine möglichst große Sortenvielfalt in Verbindung mit neuen biologischen Anbaumethoden spielen hierbei eine wichtige Rolle.

In Rahmen des Projektes „Saatgutvielfalt gibt Lebensunterhalt“ wird eine große Sammlung von traditionellem Heilkräuter-, Obst- und Gemüsesaatgut erstellt und auf dem frisch renovierten „Hier wohnt die Liebe“-Hof angebaut. Von Bäuerinnen, Bauern aus Petrinzel und Umgebung wird traditionelles Saatgut, Anbautipps, bäuerliches praxisbezogenes Wissen gesammelt. In einem Schaugarten werden die Pflanzen angebaut, aber auch vermehrt und präsentiert. 

Bei der Auswahl der Arten und Sorten wird eine Mischung aus folgenden Eigenschaften angestrebt: Regionalität, Vielfalt traditioneller und historischer Sorten, Robustheit, Winterhärte (Zone 6), einfacher Anbau, Angepasstheit an die Umweltbedingungen, gute Lagerfähigkeit, Mehrfachnutzen. Dank der großen Saatgutvielfalt wird die Verlässlichkeit des Ernteertrags erhöht und es wird leichter, passende Sorten für die Bedürfnisse des Einzelnen zu finden.

Interessierte sind eingeladen, selbst Saatgut zu pflanzen. Das gesammelte Wissen über Anbau und Verwendung wird in Informationsblättern und auf einer Webseite kostenlos weiter gegeben. Im Vermehrungs- und Schaugarten werden biologisches Gärtnern, Recycling, Upcycling, Leben und Gärtnern mit Naturmaterialien gezeigt und beworben. Durch die BesucherInnen aus anderen Dörfern, Städten und Ländern wird Petrinzel wieder attraktiver, lebendiger.

Nach der ersten Ernte wird ein Teil der Samen in die Sammlung aufgenommen, der Rest wird an Interessierte weitergegeben. In den folgenden Jahren wird dieses Saatgut regelmäßig angebaut, um die Vitalität und Anpassungsfähigkeit zu gewährleisten.

Die im Vermehrungs- und Schaugarten anfallenden Arbeiten werden gegen Entgelt von Langzeitarbeitslosen aus dem Dorf erledigt. Während der Arbeiten erlernen diese implizit neue, einfache ökologische Methoden, um selber gesunde, robuste Nutzpflanzen anzubauen. Sie könnten Selbstversorger werden. So kann das Projekt langfristig zu einem eigenständigen Lebensunterhalt beitragen.

Für einen gelungenen Start mit nachhaltiger Wirkung sind folgende Elemente wünschenswert: ein Vermehrungs- und Schaugarten, eine Trockneranlage, professionelle Aufbereitung und Lagerung für die Saatgut-Sammlung, eine Bibliothek mit Fachliteratur, eine Webseite, Informationsblätter und ein Schaukasten.

Die Zeit drängt. Es ist wichtig, in den nächsten Jahren das traditionelle Saatgut und Wissen zu retten, sonst geht es vielleicht für immer verloren.

Damit dieses Projekt nicht nur ein schöner Traum bleibt, braucht es für den Start finanzielle Unterstützung. Nach der Aufbauphase kann sich das Projekt selbst erhalten.

Das Dorf Petrinzel

Petrinzel (ungarisch: Kispetri) ist ein kleines Dorf im Kreis Sălaj, im Nordwesten Rumäniens. Es hat eine Grundfläche von 13 km2. Zurzeit hat es ca. 90 EinwohnerInnen, das Durchschnittsalter ist 60. Hier leben UngarInnen, Romas, RumänInnen und an den Wochenenden StädterInenn. 

Aber es war nicht immer so. Anfang des 20. Jahrhunderts war Petrinzel eines der größten und bekanntesten Dörfer der Gegend mit ca. 1000 EinwohnerInnen. Das Dorf liegt im Almașu-Tal, 8 km von der Gemeinde Almașu entfernt, von wo aus eine asphaltierte Straße nach Petrinzel führt. Die Dörfer Petrindu (3 km), Stana (3 km), Jebuc (4 km) Sfăraș (3 km) und Gălășeni (3 km) sind per Schotter- oder Feldweg zu erreichen. Die nächste Stadt, Huedin, ist 25 km entfernt.  Im Dorf wird hauptsächlich ungarisch und rumänisch gesprochen. Anfang der 1950-er Jahre war Petrinzel eines der ersten Dörfer, dass sich der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft angeschlossen hat.  Nach dem Kommunismus kam das Chaos. Alle wollten modern sein, in der Stadt oder im Westen ihr Glück finden. Ungarn, Spanien, Italien und Österreich waren uns viel wertvoller als unsere Heimat. Fast niemand wollte mehr sein Geld mit der Erde verdienen, wenn wir im Ausland als Aushilfskraft arbeiten konnten. Die Lebensbedingungen sind eher einfach: nur ca. 800 m Asphaltstraße im Dorf, keine Kanalisation, kein Gas, schwacher Handy-Empfang, kein Arzt, keine Polizeistation, keine Feuerwehr. 

Petrinzel gehört zum kulturell-geographischem Gebiet Călata (ungarisch: Kalotaszeg), eine Region im Tal des Kalota und der Schnellen Kreisch, mit den Bächen Almașu und Nădaș. Călata hat ein charakteristisches Brauchtum mit Tracht, Tanz und Musik.

Zielgruppen

Stadt

Menschen aus der Stadt könnten eine Anregung für eine naturnahe, gesunde Lebensweise bekommen. Im Vermehrungs- und Schaugarten werden Pflanzen präsentiert, die sich leicht in Töpfen anbauen lassen, so dass auch die StadtbewohnerInnen, die keinen Garten besitzen, eine Möglichkeit haben, Gesundes und Leckeres züchten. So können sie aktiv werden, selbst Saatgut vermehren und die Früchte ihrer Arbeit genießen. Besonders wichtig sind in dieser Gruppe: junge Familien, Studierende, PflanzenliebhaberInnen ohne Garten.

Dorf

In Petrinzel leben vor allem SeniorInnen, die meistens nicht mehr so beweglich sind. Viele von ihnen verspüren weiterhin den Wunsch, selbst Gemüse und Obst im Garten anzubauen. Die Arbeit mit dem Boden und die Selbstversorgung sind ein Teil ihrer Identität geblieben. Diese Menschen benötigen pflegeleichte, mehrjährige, robuste Nutzpflanzen, die sich an die neuen Klimabedingungen angepasst haben. Neue biologische Anbaumethoden könnten die Gartenarbeit der SeniorInnen erleichtern. Die SeniorInnen aus Petrinzel und Umgebung werden auch zum Thema traditionelles Saatgut interviewt. Sie können über die früheren Zeiten, die damaligen Anbau- und Verarbeitungsmethoden erzählen und eventuell noch vorhandenes altes Saatgut weitergeben. Diese Art von biografischer Arbeit ist ein wichtiger Teil des Projektes. 

Die noch im Dorf lebende jüngere Generation hat keine Fachausbildung und ist seit Beendung der Schule zum Großteil arbeitslos. Sie ist auf staatliche Hilfe und auf die Unterstützung der meist mittellosen Eltern angewiesen. Im Rahmen des Projektes werden sie eingeladen, sich gegen Entgelt an den Gartenarbeiten zu beteiligen. Sie bekommen implizit wertvolle Informationen über den Ressourcen orientierten Anbau, die Verarbeitung und Vermarktung von Nutzpflanzen. Mit der gesammelten Erfahrung und dem Geld können sie später selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Saatgut und Beratung stehen ihnen jederzeit kostenlos zur Verfügung.

Idealerweise entstehen im Laufe des Projektes zwischen den Zielgruppen neue Bekanntschaften und Austauschmöglichkeiten.

Ziele

Alle Menschen sollen einen leichten Zugang zur ausreichenden gesunden Nahrung bekommen. Um diesem Wunsch näher zu kommen, wird auf dem „Hier wohnt die Liebe“-Hof in Petrinzel eine große Vielfalt an samenechtem Saatgut gesammelt, vermehrt, präsentiert, weiter gegeben. Alle finden das passende Saatgut für ihr spezifisches Umfeld, ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten.

Bis Ende 2021 werden im Vermehrungs- und Schaugarten mindestens 50 Sorten erfolgreich angebaut, das geerntete Saatgut kann professionell gelagert werden. 10 Sorten sind für Lernzwecke geeignet. 5 Sorten sind für StadtbewohnerInnen gut geeignet und haben folgende Eigenschaften: Topfbepflanzung möglich, pflegeleicht, interessant für Kinder. 5 mehrjährige, leicht anzubauende Sorten mit guter Lagerfähigkeit werden als Lernbeispiel für die DorfbewohnerInnen ausgewählt. Weiterhin wichtig für den Gedanken der (partiellen) Selbstversorgung ist, dass eine Ernte im Hausgarten über das ganze Jahr möglich ist, d.h. auch in den Wintermonaten.

Das Saatgut ist in ausreichend großer Menge vorhanden, um es an Interessierte weiterzugeben.

Gesellschaftlicher Nutzen

Gesunde, ausreichende Nahrung soll für alle möglich sein. Das Projekt „Saatgutvielfalt gibt Lebensunterhalt“ könnte dazu beitragen, dass dies auch in dem abgelegenen Dorf Petrinzel für alle, unabhängig vom Alter, ethnischer Herkunft oder finanzieller Situation, möglich ist.

Neben altem Wissen, traditionellen Landsorten und nicht zuletzt neben den Erfahrungen der älteren Dorfgeneration können neues Wissen, neue Anbaumethoden, neue Sorten und eine neue Generation harmonisch miteinander leben, sich gegenseitig unterstützend, voneinander lernend.

Saatgut kann als Kulturgut betrachtet werden. Für die zukünftigen Generationen wird in diesem Sinne - durch die Bewahrung der Arten- und Sortenvielfalt - ein wichtiger Teil ihrer Geschichte, ihrer Kultur aufbewahrt.

Die lebenspendende Saat gibt Hoffnung für ein neu belebtes Dorf, eine gesunde, naturnahe Zukunft. Eine neue, wertschätzende, unterstützende Dynamik entsteht.

Nachhaltigkeit

Ab dem Jahr 2022 steht das Projekt auf eigenen Beinen. Genährt und gestärkt von der Crowdfunding Kampagne und dem gegründeten Verein wird die Sammlung von Saatgut bewahrt bzw. erweitert. 

Der Vermehrungs- und Schaugarten soll mithilfe von PraktikantInnen, ehrenamtlichen MitarbeiterInnen erhalten werden. Es besteht die Möglichkeit, den Garten zu erweitern, eventuell neue Schaugärten in der Nähe anzulegen.

Weiters wird in den folgenden Jahren eine Biozertifizierung angestrebt.

Die Webseite wird laufend aktualisiert.

Es werden weiterhin kostenlos Informationsblätter und Saatgut verteilt. Die Kosten werden durch die Einnahmen aus dem Verkauf vom jeweils vergangenen Jahr großteils gedeckt.

Unter dem Motto „Zusammen sind wir stärker“ wird eine Vernetzung mit anderen ähnlichen Projekten, Vereinen, Organisationen angestrebt.

Ab dem Jahr 2022 sollen regelmäßig Saatgut-Stammtische,Tauschmärkte, Saatgut-Ernte-Tage, Vorträge, Seminare, Führungen für Klein und Groß stattfinden. Es wird theoretisches und praktisches Wissen über Saatgutvermehrung, Heilpflanzen, Naturkosmetik zum selber machen, biologisches Gärtnern, Pflanzenschutz, Selbstversorgung, Wintergärtnerei vermittelt.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 9.219,-
  • - Eigenmittel
    € 3.000,-
  • Finanzierungsziel
    € 6.219,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 622,-
  • Zielbudget
    € 6.841,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 4.250,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 1 (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 4.879,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 2 (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 540,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    15.12.2021
  • Projektrisiken

    Das Projekt wurde so aufgebaut, dass die Aktivitäten im Freien oder digital stattfinden können. Falls die jeweils aktuelle Lage es verlangt, werden bestimmte Arbeiten oder Programme verschoben, bzw. abgesagt.

    Die Suche nach traditionellen Saatgut beginnt in Petrinzel. Falls es hier nur sehr wenige alte Sorten gibt, wird das Sammeln gleich auf die gesamte Region erweitert. Online Aktionen, bzw. Plakate können dabei eine Stütze sein.

    Dank der großen Sortenvielfalt wäre es für das Projekt kein ernstes Risiko, wenn einige Samenarten nicht keimen würden.

  • Budgetplanung

    Ausgaben

    Garten

    Saatgut: € 300,-
    Verbrauchsmaterial (u.a. Werkzeug, Töpfe,Rankhilfen, Winterschutz): € 340,-
    Pflanzenschilder: € 320,-
    Isolationsvorrichtung für einzelne Sorten € 107,-
    Bewässerungssystem: € 470,-
    Frühbeete: € 60,-
    Kleiner Teich (Feuchtbiotop): € 150,-Trockneranlage: € 212,-Honorar Gartenarbeiten: € 920,-

    Saatgut-Lager-Schauraum

    Regale: € 300,-
    Werkzeug und Materialien (Siebe, Dreschflegel, Aufbewahrungsgläser, Etiketten, usw.): € 180,-
    Schaukasten: € 35,-

    Bibliothek 

    Bücher, DVDs, Zeitschriften, Spiele in rumänischer und ungarischer Sprache: € 200,-
    Erstellung und Betreuung Webseite: € 600,-

    Informationsblätter

    Drucker: € 240,-
    Papier: € 40,-

    Honorar Übersetzungen DE-HU-RO

    Texte Webseite – Grundlage: € 200,-
    Texte Webseite – monatliche Aktualisierungen: € 200,-
    Texte Informationsblätter: € 200,-
    Gründung Verein: € 330,-
    Fahrtkosten: € 250,-
    Unvorhersehbare Kosten (10%): 565,40€

    Ausgaben gesamt: 5654,00+10%= € 6219,40

    Einkommen 

    Verkauf Kräuter: € 150,-
    Verkauf Gemüse: € 200,-
    Verkauf Obst: € 150,-
    Einkommen gesamt: € 500,-

    Die Familie Tasnadi-Asztalos teilt neben Haus und Garten auch ihre vorhandenen Gartenwerkzeuge, ihr vorhandenes Saatgut (ca. € 600,-), die Fotografie Ausrüstung, sowie ihre Fachliteratur über biologischen Gartenbau, Permakultur, Heilkräuter (überwiegend deutschsprachig) dem Projekt zur Verfügung.
    Die ProjektinitiatorInnen bieten insgesamt 300 (€ 2400,-) Arbeitsstunden unentgeltlich an.  

Dateien

Links & Downloads

Galerie

News

Andrea Tasnadi

hat am 17.01.2022 geschrieben

Auf Wiedersehen

Möge deine Seele in Frieden ruhen, liebe Tünde!

Andrea Tasnadi

hat am 17.01.2022 geschrieben

Video

Herzlichen Dank an das Respekt.net Team, an alle, die das Projekt unterstützen und an Fogel Frigyes für das Video!

video

Andrea Tasnadi

hat am 09.08.2021 geschrieben

Zwischenbericht

Liebe UnterstützerInnen, liebe Freunde,

mehr

Andrea Tasnadi

hat am 20.05.2021 geschrieben

Gartenfreude

Liebe UnterstützerInnen, liebe Freunde,

mehr

Andrea Tasnadi

hat am 16.03.2021 geschrieben

Danke!

Liebe UnterstützerInnen, liebe Freunde,

mehr

Andrea Tasnadi

hat am 09.02.2021 geschrieben

Vorbereitungen

Liebe UnterstützerInnen, liebe Freude,

mehr

Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Am Anfang des neuen Jahres blicken wir voller Emotionen auf das vergangene zurück. Wir sehen all die schönen Geschenke der Natur und der Saatgut liebenden Mitmenschen. Wir sehen unsere 6 Gärten, 26 Heilpflanzenbeete, hunderte von Gläser voller Saatgut und eine ganze Gemeinschaft um uns herum. Wir können auch das Tragische nicht vergessen, den Tod unserer Freundin und Projektmitarbeiterin, unsere geliebte und geschätzte Löchli Tünde. Nach kurzer Krankheit hat sie uns schnell verlassen. Wir sind untröstlich. Es wird wohl eine Weile dauern, bis wir die große Lücke, die sie hinterlassen hat, füllen können. Seit unseren Zwischenbericht in August hat sich einiges getan. Mit der Webseite in 4 Sprachen sind wir gut vorangekommen und können Ihnen hier eine Vorschau zur Verfügung stellen: https://www.zqueeze.at/humus/

Wir sind sehr dankbar, dass unsere bunte Vielfalt an Wintersalate und Gemüse schön wächst und der Kälte trotzt. Die ganz winterharten Pflanzen werden uns im Frühling, hoffentlich, reichlich Saatgut schenken, das wir an Interessierte weitergeben werden. 

Auch durften wir Erfahrungen sammeln in der Verarbeitung der alten Obst- und Gemüsesorten. So haben wir bereits nach traditionellen Rezepte Apfelessig, Apfelmus, eingelegte Tomaten, Paprika-, Knoblauch-, Gewürzpasten für den Eigengebrauch hergestellt. Diese Ideen und Rezepte geben wir gerne weiter.

In unserem neuen Upcycling-Gewächshaus werden wir im Frühjahr unsere eigenen Gemüse- und Kräuter-Jungpflanzen vorziehen können. Herzlichen Dank!

Wir bemühen uns eine schöne Sammlung an robuste, widerstandsfähige, krankheitsresistenten Tomatensorten zu haben, so dass eine sichere Ernte bei allen Wetterbedingungen möglich ist. Wir probieren verschiedene Sorten aus, die an Dürre, Kälte oder Regenperioden angepasst sind. Ein Tomatendach werden wir trotzdem bauen, um größere Ertragsausfälle zu vermeiden und empfindlichere alte Sorten zu schützen. Der ökologische Anbau von Getreide ist in der Region fast verschwunden. In den Gespräche mit den Bäuerinnen und Bauern haben wir erfahren, dass einer der Gründe das Unkraut ist. Also haben wir uns vorgenommen auf eine kleine Fläche den mehrjährigen, Unkraut unterdrückenden Waldstaudenroggen anzubauen um diesen vor Ort beobachten zu können und auf eine Eignung für den großflächigen Anbau zu testen.

Wir haben Saatgut aus folgenden rumänischen Ortschaften sammeln können: Almașu (Sj), Alunișu (Cj), Căianu (Cj), Cluj-Napoca (Cj), Crasna (Sj), Cristur (Sj), Dâmbroca (Bz), Domoșu (Cj), Feliceni (Hr), Huedin (Cj), Jebucu (Sj), Locodeni (Hr), Mădăraș (Hr), Meseșeni de Jos (Sj), Nearșova (Cj), Petrindu (Sj), Petrinzel (Sj), Răchițele (Cj), Santăul Mic (Bh), Săhăteni (Bz), Sărățeni (Ms), Sâncraiu (Cj), Sânmihaiu Almașului (Sj), Zalău (Sj). Weiters aus Nyírábrány (Ungarn) und aus dem österreichischen Tirol. Herzlichen Dank an alle SpenderInnen, an den Tiroler Saatgut-Tausch-Kreis, an den Vereine Eco Ruralis (Ro) und Magház (Hu), an Suceava Genbank (Ro)! Dankeschön auch an den UnterstützerInnen in Inzing (Tirol, Österreich) und Micula (Satu Mare, Rumänien)! Wir sind für all die neuen Freundschaften, Bekanntschaften, Möglichkeiten sehr dankbar, die durch das Projekt entstanden sind. Die gemeinsame Zeit in den Gärten und während den Umbau der Scheune, haben uns an die mithelfenden DorfbewohnerInnen näher gebracht. Wir durften viel von einander lernen. Wir haben so ganz besondere Menschen kennenlernen dürfen!

Wir haben leere Holzkisten von den Bauernmärkten gesammelt und diese anschließend für das Trocknen des Saatgutes und der Kräuter wieder verwendet. In Tirol haben unsere Freunde alte Textilien vor dem Wegwerfen gerettet. Diese wurden dann in Micula zur Isolation-Säckchen vernäht (um zwei Sorten einer Pflanzenart vor eventuellen Verkreuzungen zu schützen).

Dieser Projektabschluss bedeutet aber auf keinen Fall das Ende unserer Bemühungen alte Sorten zu bewahren. Voller Dankbarkeit treten wir nun den nächsten Schritt an, mit eine stetig steigende Biodiversität in unseren Gärten, näher an eine Selbstversorgung, für unser geliebtes Dorf und die Region. Auch wünschen wir uns in der Zukunft Auftragsarbeiten nicht nur im Dorf, sondern auch an unsere Partnern von Verein Noe Partium in Micula (Kreis Satu Mare) vergeben zu können. Hier könnten Menschen mit Beeinträchtigungen Saatgut verpacken, beschriften, Säckchen nähen, usw. und dadurch ein kleines Einkommen haben. Bald werden sie auch ein eigenes Garten haben und natürlich geben wir ihnen Saatgut von alten, robusten Gemüsesorten und Kräutern.

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Wir sind gerade dabei unser Saatgut mit KooperationspartnerInnen zu teilen, damit diese noch mehr Menschen, auf nationalen Ebene, erreichen. Die Genbank von Suceava und der Verein Eco Ruralis haben bereits Saatgut von uns bekommen. Wir sind sehr dankbar, dass wir uns gegenseitig unterstützen und hoffen auf eine noch engere Zusammenarbeit in der Zukunft. Unsere gemeinsame Ziele können wir gemeinsam leichter erreichen.

In Frühling, sobald es wieder möglich ist, veranstalten wir Saatgut-Tauschbörsen in Huedin, auf dem größten Bauernmarkt der Region. Hier hat sich eine kleine umweltbewusste Gruppe gebildet, mit Menschen, die sich für die gesunde Ernährung, für Zero Waste, Upcycling und Naturschutz einsetzen. Von Frühling bis Herbst ist der dienstägliche Bauernmarkt unser verlässlicher Treffpunkt. Wir haben vom Bürgermeisteramt einen separaten Platz auf dem Bauernmarkt in Huedin bekommen, wo wir auf großen Plakate Werbung für gesunde Nahrung von regionalen Kleinbauern machen können. Wir setzen uns auch für faire Preise ein, für einen Markt der sowohl den KäuferInnen, als auch den Verkäuferinnen einen dezenten Lebensunterhalt ermöglicht. In diesen Sinne haben wir auch die kleine „Petersilie-Revolution“ gestartet, da ein Bund seit Jahren 1 Ron (ca. 20 Cent) kostet, unabhängig von Inflation, Anbaumethode und Größe des Bundes. Unsere, mittlerweile auch mobile, Gartenbibliothek hat hier, auf dem Bauernmarkt, viele LeserInnen getroffen.

Schön langsam konnten wir die Menschen in Petrinzel, auf den Bauernmärkten, in den Städten sensibilisieren, sie auf den globalen Stand der Saatgutpolitik aufmerksam machen. SeniorInnen haben angefangen uns ihre alten Sorten zu bringen, die sie ihr Leben lang in ihren Gärten angebaut haben. StädterInnen, teilweise unbekannte, möchten gesundes, traditionelles Saatgut von uns, einige wollen sogar selber lernen, wie ihnen Samenbau und -ernte gelingt. Wir sind nun auf der Suche nach einen neuen Gründungsmitglied für den geplanten Verein Humus. Wir sind guter Hoffnung, da bald neue engagierte Menschen in unsere Nähe ziehen werden. Wir helfen ihnen Tatkräftig in den Vorbereitungen für den Garten, wir beraten sie, teilen mit ihnen unser Saatgut und das Gewächshaus.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt? Auf einem der Bauernmärkte hat uns ein Filmemachen angesprochen. Er hat sich für das Thema ökologisch Gärtnern interessiert. Nach einem kurzem Besuch hat er beschlossen einen Film über uns zu drehen. Diesen können Sie sich hier anschauen (ungarische Sprache):

https://www.youtube.com/watch?v=x22I6Ze7eh0

Nachdem der Film veröffentlicht wurde, hat uns auch ein Radiosender aus Târgu Mureș kontaktiert. Das entstandene Gespräch können Sie hier nachhören (ungarischer Sprache):

https://www.marosvasarhelyiradio.ro/musorok/kertbaratok-letfenttarto-vetomagok/?fbclid=IwAR3e69_nVi6jjtF7Bu-orLvinFvfucemrCfDWFMPP4D14qxMqHG2WECRGA8

Vielen Dank für die bereichernden Gespräche, auch auf diesen Wege!

Auch auf Facebook halten wir Interessierte am Laufenden: https://www.facebook.com/natura.humus

Wir hatten BesucherInnen aus der Region und aus dem Ausland: Belgien, England, Frankreich, Holland, Luxemburg, Österreich, Slowakei, Ungarn. Wir haben über Heilkräuter, ökologische Landwirtschaft, anpassungsfähiges traditionelles Saatgut erzählt und die Gäste bunte Tomaten, Karotten kosten lassen. Wir haben ihnen Gemüse und Saatgut mit auf dem Weg gegeben, und vielleicht auch Hoffnung und neue Ideen. Dieses Jahr möchten wir auch kleinere Kräuterführungen organisieren, da wir bereits Anfragen bekommen haben.

In der Zukunft möchten wir auch Freiwillige beherbergen können, die über ökologisches Gärtnern, Selbstversorgung und Saatgut lernen möchten.

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Wir sind sehr dankbar, dass wir mithilfe der Crowdfunding Kampagne von Respekt.net ein neues Saatguthaus, einen Trockner-Raum, PR Materialien, Gartenutensilien, Baumaterialien für Garten (Kompost, Beete, Schutz), Saatgut, Pflanzen und vieles mehr bekommen haben. Die Kostenaufstellung finden Sie in der angehängten Datei.

In unseren neu angelegten Gärten sind Spenden zum Leben erwacht und tragen reichlich Früchte und Samen. Für uns und die kommenden Generationen.

Wie werden Sie die Mildtätigkeit des Projektes nachweisen?

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