Projekt-ID: 2233

WANDERN UND HORIZONT ERWEITERN - EINE BEGEGNUNGSREISE IN ÖSTERREICH

Initiator/In: WELTWEITWANDERN WIRKT
eingereicht am: 26.03.2021
Budget: € 3.387,-
Finanzierungsfrist: 21.08.2021
Finanzierungsschwelle: € 1.693
Land/Region: Österreich/Oberösterreich
Art: Aktion
Themenkreis: Flüchtlinge & Zuwanderung

Allgemein

Projektteaser

Wir wandern in der grünen Wildnis des Nationalparks und seiner Umgebung, begegnen dabei einander auf Augenhöhe und erfahren beim gemütlichen Zusammensitzen mehr voneinander.

Projektadresse

Gaswerkstraße 99
8020 Graz

Die Reise findet in Oberösterreich rund um den Nationalpark Kalkalpen statt. Die Teilnehmer*innen kommen aus ganz Österreich.
  • Start Projektumsetzung: 07.05.2021
  • Ende Projektumsetzung: 01.09.2021

Projektbeschreibung

Unsere Wanderreise im Nationalpark Kalkalpen ermöglicht ein Zusammentreffen zwischen geflüchteten Menschen und Einheimischen mit dem Ziel, kulturelle Barrieren zu überwinden, Vorurteile abzubauen und gegenseitigen Respekt zu üben. Durch gemeinsame Aktivitäten (wie Yoga, Kochen, Musizieren usw.) lernen sich Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen besser kennen und verstehen.

Beim Wandern erleben Teilnehmer*innen mit Fluchthintergrund ihre neue Heimat aus einer anderen Perspektive, können ihrem Alltag für kurze Zeit entfliehen und gleichzeitig durch die Interaktion ihre Sprachkenntnisse verbessern. Für die einheimischen Teilnehmer*innen bietet diese interkulturelle Begegnung wiederum die Möglichkeit, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen. Im Gespräch erfahren sie nicht nur mehr über die Herkunftsländer der geflüchteten Teilnehmer*innen, sondern auch, dass es neben Unterschieden auch viele Gemeinsamkeiten gibt.

Wir wollen mit dieser Initiative zeigen, dass ein respektvolles Miteinander für alle Beteiligten gewinnbringend sein und dabei unterstützen kann, den eigenen Horizont zu erweitern.


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht. 

Details

Angesport von den tollen Feedbacks unserer Teilnehmer*innen aus 2020, möchten wir auch heuer wieder viele schöne Begegnungen in der großartigen Umgebung des Nationalpark Kalkalpen ermöglichen. Nationalpark-Rangerin Maria unterstützt seit vielen Jahren unseren Verein Weltweitwandern Wirkt!, nun führt sie uns drei Tage durch ihre Region. Sie nimmt uns mit ins Bergparadies Warscheneck und zeigt uns „ihren“  Nationalpark Kalkalpen. Nirgendwo in Österreich lässt sich unberührter Bergwald auf so niedriger Höhe und so leicht zugänglich erleben wie in diesem Nationalpark. Hier werden wir Zeugen der Wiederentstehung eines Urwaldes mit hoher Artenvielfalt. 

Doch nicht nur Wandern steht auf dem Programm, vor allem geht es um das gegenseitige sich kennenlernen. Beim interkulturellen Kochabend wird sprichwörtlich über den kulinarischen Tellerrand geblickt, indem ein typisches Nationalgericht unserer geflüchteten Teilnehmer*innen zubereitet wird. Neben neuen Geschmäckern und neuen Gewürzen erfahren die Teilnehmer*innen dabei auch mehr über die Kultur. Das gemeinschaftliche Kochen und das anschließende Verspeisen in großer Runde verbindet und baut Vorurteile ab - Völkerverständigung, die durch den Magen geht.

Integration ist ein beidseitiger Prozess und kann nur funktionieren, wenn sich beide Seiten aktiv daran beteiligen. So möchten wir beim interkulturellen Abend am dritten Tag ALLEN Teilnehmern einen offenen Begegnungsraum bieten und dazu einladen, etwas aus der jeweiligen Heimatregion zu teilen: 

  • Wie möchte ich, dass meine Kultur wahrgenommen wird? 
  • Was möchte ich aus meiner Kultur/meiner Heimat(region) präsentieren oder erzählen? 

Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: seien es typische Volkslieder, Tänze, Musikinstrumente, Geschichten, Fotos, Kunst oder Sketches - alles ist erlaubt. In ungezwungener Atmosphäre bietet sich hier eine weitere schöne Gelegenheit für gegenseitigen Austausch.

Verena, hauptberuflich als Sozialbetreuerin und Yogalehrerin tätig, wird die Gruppe an beiden Reiseterminen als 2. Guide begleiten und in die Welt des Yoga und der Achtsamkeit entführen. 

 

Einige Stimmen von den Teilnehmern aus 2020:

MASEH, aus Afghanistan: “Am meisten hat mir am Wandern gefallen, dass wir in einer Gruppe voller netter Leute waren, die zusammen in einer sehr schönen Natur wandern, was ich so noch nie erlebt habe. Auch die Yogastunden, bei denen wir früh morgens aufstehen und uns für das Yoga fertig machen mussten, waren toll. Ich habe mit der Gruppe geübt Deutsch zu sprechen und habe viel über die Natur, das Wandern, Yoga und viele andere Dinge gelernt. Ich würde anderen empfehlen, an so einer Reise teilzunehmen, weil es nicht nur eine Reise ist, sondern weil man viel lernen kann, während man in einer Gruppe ist.” 

ZAID, aus dem Irak: "Es war eine tolle Reise mit tollen Leuten. Solche Projekte wo unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen, sind super und eine tolle Möglichkeit gemeinsam unsere Gedanken und unsere Erfahrungen auszutauschen! Ich hab mich sehr gefreut, dass ich das Gefühl hatte, dass die Menschen sich für uns interessieren...Vielen Dank für die schöne Einladung...ich habe wirklich sehr gefreut dabei gewesen zu sein”

NOORALI, aus Afghanistan: “Das Hotel und die Aussicht von dort waren wunderschön, wie ein Paradies. In der ganzen Gruppe habe ich mich sehr wohl gefühlt, sie war für mich wie eine Familie. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter, weil es mir echt gut gefallen hat.”

SYLVIA, aus Österreich: "Wir hatten gleich 3x Glück: Wir waren in Windischgarsten in einer wundervollen Jugendstilvilla mit herrlichem Ausblick und super-Küche untergebracht. Unsere Gruppe war großartig: 12 Personen, darunter 4 junge Leute mit "nicht-österreichischem" Hintergrund, und eine tolle Betreuung durch Verena und Maria. Wir verbrachten drei sehr anregende und "horizonterweiternde" Tage mit spannenden Gesprächen und schönen Wanderungen, zusätzlich gab es "Sonnenaufgangs-Yoga". Und schließlich, aber auch nicht unwichtig: es schien alle 3 Tage die Sonne vom wolkenlosen Himmel!Insgesamt: sehr zu empfehlen!!"

Budget

  • Gesamtbudget
    € 3.024,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 3.024,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 363,-
  • Zielbudget
    € 3.387,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 1.693,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 1 (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 1.465,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 2 (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 163,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    15.09.2021
  • Projektrisiken

    Die Reisetermine können aufgrund von Corona oder wegen Nichterreichen der Teilnehmer*innenzahl von zahlenden Weltweitwandern-Kund*innen nicht stattfinden und müssen auf 2022 verschoben werden. 

  • Budgetplanung
    • Übernachtung inkl. Halbpension, Reisekostenpauschale für 8 Teilnehmer*innen mit Fluchthintergrund (aufgeteilt auf 2 Reisetermine): EUR 2.392,--
    • Übernachtung inkl. Halbpension 2. Guide für beide Reisetermine: EUR 432,--
    • Projektkoordination: EUR 200,--

Dateien

Galerie

video

News

WELTWEITWANDERN WIRKT

hat am 10.05.2021 geschrieben

Verlängerung unseres Crowdfundings bis 21. August

Da die Hotels erst mit 19. Mai wieder öffnen dürfen, mussten wir den ersten Termin unserer Begegnungsreise im Mai absagen. Jetzt konzentrieren wir uns ganz auf den Termin vom 29. August bis 1. September.

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Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Die Reise "Wandern und Horizont erweitern" wurde über die Webseite von Weltweitwandern (https://www.weltweitwandern.at/wandern-und-horizont-erweitern/) für zwei Termine im Jahr 2021 ausgeschrieben.

Vom Verein Weltweitwandern Wirkt! wurden mit Unterstützung unserer Partnervereine "Start with a Friend Austria" in Wien und "ZEBRA - Interkulturelles Beratungs- und Therapiezentrum" in Graz interessierte Personen mit Fluchterfahrung identifiziert und in persönlichen Treffen auf die Reise vorbereitet. In diesem zweiten Jahr, in dem die Reise angeboten wurde, setzten wir uns zum Ziel, vor allem weibliche Geflüchtete zu einer Teilnahme zu motivieren - eine Herausforderung, doch beim ersten Termin im Mai hatten wir es geschafft, dass unter den vier Personen mit Fluchterfahrung drei Frauen waren.

Leider mussten wir den ersten Termin im Mai trotz ausreichender Anmeldungen und der Zusage der vier geflüchteten TeilnehmerInnen kurzfristig absagen, da die Hotels erst eine Woche später öffnen durften.

DURCHFÜHRUNG REISE 29.08.-01.09.2021

Die Reise vom 29.08.-01.09.2021 konnte schließlich sehr erfolgreich durchgeführt werden. Die Reise war ausgebucht, mit 11 zahlenden Weltweitwandern-Gästen und den 5 Geflüchteten. Unser Team vor Ort bestand aus Nationalpark-Rangerin und Wanderführerin Maria und Yogalehrerin und Integrationsexpertin Andrea. Wir hatten von vornherein geplant, eine zweite Person im Team zu haben, die sich neben dem Yoga-Angebot auf die geflüchteten Teilnehmer*innen und ihre Bedürfnisse konzentrieren und eine vermittelnde Rolle einnehmen kann.

Dies war im aktuellen Fall auch sehr notwendig. Alle fünf Teilnehmer*innen stammten dieses Mal zufällig aus Afghanistan, und nur wenige Tage vor der Reise nahmen die Taliban Kabul ein.

Leider ist auch, bedingt durch die emotional stressige Situation in den Tagen und Wochen vor der Abreise einer Teilnehmerin ein Versehen passiert, sie hatte vergessen, sich bei ihrer Unterkunftgeberin abzumelden bzw. die Erlaubnis für die Reise rechtzeitig zu beantragen. Als sie dann bereits im Zug von Wien nach Windischgarsten saß, erhielt sie den Anruf, dass sie sofort zurückkommen müsse. Somit konnten im Endeffekt vier geflüchtete Teilnehmer*innen, eine Frau und drei Männer, an der Reise teilnehmen.

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Bei diesem Projekt geht es darum, einen Begegnungsraum zu schaffen um geflüchteten Menschen und Einheimischen zu ermöglichen, in einer wunderschönen Umgebung, inmitten der Natur. Dieser Rahmen ermöglicht es, sich ohne die alltäglichen Sorgen und Probleme kennen zu lernen, kulturelle Barrieren zu überwinden, Vorurteile abzubauen und gegenseitigen Respekt zu üben.

Die begleitend organisierten Aktivitäten wie Yoga / Achtsamkeitsübungen oder ein gemeinsamer interkultureller Kochabend tragen dazu bei, auf ungezwungene Art und Weise in die jeweilige Kultur des/der „Anderen“ einzutauchen und einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen. Beim gemeinsamen Gehen, Kochen und Essen bleibt Raum zum Reflektieren über eine Gewohnheiten und Verhaltensweisen, und werden Bilder im Kopf über die jeweils andere Kultur ver-rückt bzw. Perspektiven verändert.

Durch die abgeschlossene Gruppenerfahrung entstehen tiefere Beziehungen. Die Beteiligten erzählen die auf der Reise gemachten Erfahrungen in ihren Freundes- und Bekanntenkreis weiter, und somit trägt das Projekt direkt zur Integration von geflüchteten Menschen in unserer Gesellschaft bei.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Obwohl das „Besondere“ an der Reise, nämlich dass geflüchteten Menschen die Möglichkeit gegeben wird, dabei zu sein, in der Reisebeschreibung klar kommuniziert wird, war das in diesem Jahr (anders als bei den zwei Terminen im Vorjahr) kaum ein Buchungsgrund. Dennoch haben die Gäste diesen Aspekt zum großen Teil als sehr bereichernd erlebt. Das ist auch das Ziel unseres Projektes, nämlich Menschen, die sich im Alltag nicht begegnen oder besser kennen lernen würden, diese Möglichkeit zu eröffnen.

Nach der Reise erreichte uns noch ein persönliches Feedback eines Reisegastes:

„Ich bin total begeistert über die Kompetenz und das umfassende Wissen der Reiseleiterin Rangerin Maria Felbauer . Auch die Yogalehrerin Andrea Karoline schaffte es am Morgen Schwung in den Tag zu bringen. […] Eine Bereicherung waren auch die 4 Flüchtlinge in unserer Gruppe, die uns ihre Schwierigkeiten, Eindrücke von Österreich und auch durch Schilderungen ihre alte Heimat näher brachten. Ein Highlight war dann auch der Abend, an dem die Vier für uns kochten. Es war ein hervorragendes Essen - Lammfleisch mit Reis und gebratene Melanzani. Trotz des Regens war eine sehr gute Stimmung in der bunt zusammengewürfelten Gruppe.“

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Wie im Budget geplant wurde das Geld für die Teilnahmekosten der Personen mit Fluchterfahrung, sowie für die Begleitung durch der Gruppe durch einen zweiten Guide zur Betreuung der Geflüchteten ausgegeben:

- 3 Hotel-Übernachtungen inkl. Halbpension für 4 geflüchtete Teilnehmer*innen und 1 Guide.

- Reisekosten (Graz-Windischgarsten bzw. Wien-Windischgarsten) für 4 geflüchtete Teilnehmer*innen, 1 Guide, und 1 weitere geflüchtete Person (nur Anreise), die leider auf der Reise umkehren musste weil sie vergessen hatte, eine Erlaubnis für das Fernbleiben mehrerer Nächte von ihrer Unterkunft einzuholen.

- Honorar 2. Guide (wurde zu ca. 50% aus den Spenden über respekt.net finanziert).

Wie werden Sie die Mildtätigkeit des Projektes nachweisen?

Das Projekt ist mildtätig, da die geflüchteten Teilnehmer*innen zum Reisezeitpunkt allesamt über kein eigenes, geregeltes Einkommen verfügten - zum Teil waren sie noch im Asylprozess, zum Teil bereits anerkannte Flüchtlinge mit befristetem Aufenthaltsstatus bzw. noch Schüler. Diese Personen könnten sich die Teilnahme an diesem Begegnungsprojekt nicht aus eigenen Mitteln leisten und wurden daher über unser Projekt unterstützt. Alle vier brachten alle auch Eigenmittel ein, um sich vor Ort verpflegen zu können.