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Projekt-ID: 1507

ZIVILCOURAGE - Von Kindesbeinen an

Initiator/In: Christian Wiesinger
eingereicht am: 02.06.2017
Budget: € 484,-
Finanzierungsfrist: 02.10.2017
Land/Region: Österreich/Oberösterreich
Art: Theater
Themenkreis: Soziales Engagement

Allgemein

Projektadresse

Volksschulen im Bezirk Schärding, Grieskirchen, Ried oder Eferding
  • Start Projektumsetzung: 04.04.2018
  • Ende Projektumsetzung: 12.07.2018

Projektbeschreibung kurz

Zivilcourage – Will von Kindesbeinen an gelernt werden

Nach meinen langjährigen Erfahrungen in der Schule, in der Arbeit mit den Kindern, ist mir bewusst geworden, dass die Kinder Unterstützung brauchen, um Zivilcourage leben zu können. Oft würden sie sich gerne für ein schwächeres Mitglied einsetzen, doch dann schrecken sie davor zurück, weil sie sich dem Gruppendruck ausgesetzt fühlen.

So machen sie bereits in sehr jungen Jahren die Erfahrung, dass Zivilcourage zuleben, nicht so einfach ist und mit Hürden verbunden ist.

Um diese Hürden zu meistern, wollen wir Texte und Geschichten spielen, in denen das Thema „Zivilcourage“ eine große Rolle spielt. In diesen Texten wachsen die Menschen über sich hinaus, um anderen beizustehen, um der Gemeinschaft zu helfen, anschauliche Geschichten, die den Kindern helfen, Zivilcourage leben zu können.

Geschichten zum Thema Zivilcourage:

In dem Buch „Der arme Mann und der König“ nimmt ein einzelner Mann seinen ganzen Mut zusammen und tritt dem gefürchteten König gegenüber, um damit die Menschen des Dorfes zu retten.

In dem Buch „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ handelt ein Mann ganz unkonventionell. Er nimmt unterschiedlichste Tiere bei sich auf, auf die Gefahr hin, dass es zu schwerwiegenden Konfrontationen kommt.

In der Geschichte von dem Großen Gungatz begehrt ein kleines Entchen gegen den großen Herrscher auf, immer wieder tritt es dem Herrscher gegenüber, um sich sein Recht zu verschaffen.

Ziel: Die Kinder lernen in diesen Geschichten am eigenen Leib, was es heißt Zivilcourage zu leben, mit welchen Konsequenzen dies verbunden ist. Durch dieses immer wiederkehrende Lernen werden sie gestärkt, werden sie gefordert, werden sie ausdauernd. Es macht sie vertraut mit dem Wort Zivilcourage und haucht diesem das notwendige Lebenselixier ein. 

Gesellschaftspolitisch relevant: Zivilcourage zu leben ist ein lebenslanger Prozess, man lernt es nicht von heute auf morgen, man wird auch nicht als der Couragierte geboren, lernen, vorleben, üben, einüben, darüber reden, Geschichten entdecken, in denen Zivilcourage gelebt wird, so können Menschen lernen couragiert ans Werk zugehen, sich für eine bessere Gesellschaft einzusetzen, wachsam die gesellschaftlichen Prozesse zu hinterfragen.


Nachweis Projektabschluss

Dokumentation der 4 Workshops
Photodokumentation
Schulbestätigung über geleistete Arbeit
Überweisungsbestätigung über erhaltenes Geld
Onlineabschlussbericht

Details

Lernen durch tun!

Begriffserklärung:
Der Begriff "Jeux Dramatiques" wurde von dem Theaterpädagogen Leon Chancerel geprägt. Im Gegensatz zum herkömmlichen Theaterspiel unterscheiden sich die "Jeux", da man zur eigenen Freude und Entfaltung spielt und nicht vor Publikum. Man lernt auch keinen Text auswendig, da es das "Innere Erleben" hemmen  und die Spieler hindern würde, mit den eigenen Ausdrucksmöglichkeiten zu experimentieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Weglassen der Sprache. Durch das Weglassen der Sprache können sich andere schöpferische Anteile frei entfalten. Es tauchen ungeahnte Möglichkeiten auf, sich auf einer ganz anderen Ebene zu entfalten und auszudrücken.

Innerhalb der Thematik, die in den Workshops vorgegeben ist, bestimmen die Spieler aufgrund ihrer momentanen Stimmung und ihrer Ideen selbst ihre Rollen.Sie gestalten diese völlig frei nach ihren eigenen Vorstellungen. 

Meine Aufgabe als Spielleiter:Der Sinn, der hinter der Geschichte steht soll zum Ausdruck gebracht werden.Ich führe die Spieler durch die Geschichte durch, lasse ihnen aber genügend Freiräume, um sich entfalten zu können. In der Art eines Regisseurs.

Zusammenfassend:Was ist Ausdrucksspiel aus dem Erleben?

*Entdecken und wachrufen unserer schlummernden und schöpferischen Fähigkeiten.

* Ein Mittel, Inneres Erleben und Gefühle spielerisch auszudrücken

*Eine einfache Art des freien Theaterspiels ohne eingeübte Spieltechnik

*Eine Möglichkeit zur Selbstentfaltung und Lebenshilfe

Nochein paar Anmerkungen:

Der Raum ist die Bühne. Der Raum ist ein wichtiges Element. Er kommt zum Tragen. DerRaum wird von den Spielenden so gestaltet, dass er ein Teil ihres Spieles wird.(Z. B. wird ein Dorfplatz gestaltet)

Verkleidung: Die Spieler verkleiden sich vorwiegend mit Tüchern. Durch das Verkleiden schlüpfen sie in ihre Rolle, wird die Rolle "fester, greifbarer und sicherer."

Reflexion: (Nachbesprechung): Die Spielersagen nach dem Spiel,  was sie erlebt haben. Was ihnen wichtig gewesenist. Evtl., welche Gefühle hervorgekommen sind. Jeder so, wie er es sich zumutet.

P.S.: Der Einfachheit halber ist der Text in der männlichen Form abgefasst.

Die Projekte werden nach dem

RSPV- Zirkel durchgeführt

R = Der Rohstoff des Spiels:Beweggründe, Bedürfnisse, Wünsche, Thema oder Text, mögliche Rollen, Requisitenund Musik, Spielorte

S = Spielvorbereitung: Thema oder Text vorstellen und ausarbeiten, Rollen auswählen, Spielorte festlegen,Verkleiden, Szenische Fragen klären und Spielplätze gestalten,Vorstellungsrunde aller Spieler, innere Sammlung vor dem Spiel

P = Praktische Durchführung: Gestützt auf die ersten beiden Schritte erfolgt nun das eigentliche Spiel. Leiter und Spieler vereinbaren miteinander ein Zeichen für Beginn und Ende.

V = Verarbeitung: Austausch von Erlebnissen, Erfahrungen und Erkenntnissen, Klären von Unbehagen, Unsicherheiten und Missverständnissen.

Wieso wird das Projekt in dieser Form durchgeführt?

Mankönnte doch auch darüber reden, diskutieren, zeigen wie es andere machen.

Das Ausdrucksspiel geht einen anderen Weg. Es beschreitet den Weg der Selbsterfahrung, des Tuns, des Erlebens und im Anschluss daran: Die Reflexion.

Wie schon Konfuzius sagte: „Lass es mich tun und ich verstehe.“

Budget

  • Gesamtbudget
    € 440,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 440,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 44,-
  • Zielbudget
    € 484,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 0,-
  • Budgetplanung
    4 Workshops a 2 Stunden
    1 Workshop ist mit 110,-- veranschlagt
    Gesamtkosten 440,--

    Darin ist enthalten: Die konkrete Projektarbeit mit den Kindern, Vor- und Nachbereitung der Schulstunden, Gespräch mit der Lehrperson, Abschlussgespräch mit den SchülerInnen.

Dateien

Links & Downloads

Galerie

News

Christian Wiesinger

hat am 14.04.2018 geschrieben

Projekt Zivilcourage

2. Einheit. Was für ein schönes, wunderbares Spiel. Das Ziel war, das alle gemeinsam, trotz unterschiedlichster Herkunft, gemeinsam in einem Haus verweilen können. Was für eine Herausforderung und mit welcher Bravour sie diese Aufgabe gemeistert hatten. Das schaut ja so einfach aus, zuerst gehen die Hasen, dann die Füchse, dann die Bären in das Haus, um sich vor dem kalten, unwirklichen Winter in Sicherheit zu bringen. Aber, was einfach ausschaut, ist oft kompliziert. Man sieht es doch tag...

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Christian Wiesinger

hat am 08.04.2018 geschrieben

Projekt Zivilcourage

Wiederum arbeiten wir in der VS St. Ägidi. Die Kinder sind schon sehr vertraut mit dem Ausdrucksspiel. Die Spielplätze sind rasch gebaut, kreativ und originell wie immer. Wir spielen ein tschechisches Märchen. Wenn man Zivilcourage mit Mut, Engagement, Zuversicht in Verbindung bringen möchte, dann sind wir hier genau richtig. Denn was die Kinder hier in ihren Rollen alles in die Waagschalke legen, kann sich sehen lassen.

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Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Beginn: 6. April

Wiederum arbeiten wir in der VS St. Ägidi. Die Kinder sind schon sehr vertraut mit dem Ausdrucksspiel. Die Spielplätze sind rasch gebaut,kreativ und originell wie immer. Wir spielen ein tschechisches Märchen. Wenn man Zivilcourage mit Mut, Engagement, Zuversicht in Verbindung bringen möchte, dann sind wir hier genau richtig. Denn was die Kinder hier in ihren Rollen alles in die Waagschale legen, kann sich sehen lassen.

Viel Vertrauen konnte in das gemeinsame Spiel gelegt werden, die wichtigen Szenen wurden toll herausgearbeitet, jedes Kind konnte seine Fähigkeiten in die Geschichte einbringen.

 

2.Einheit: 13.April

Was für ein schönes, wunderbares Spiel. Das Ziel war, das alle gemeinsam, trotz unterschiedlichster Herkunft, gemeinsam in einem Haus verweilen können. Was für eine Herausforderung und mit welcher Bravour sie diese Aufgabe gemeistert hatten. Das schaut ja so einfach aus, zuerst gehen die Hasen, dann die Füchse, dann die Bären in das Haus, um sich vor dem kalten, unwirklichen Winter in Sicherheit zu bringen. Aber, was einfach ausschaut, ist oft kompliziert. Man sieht es doch tagtäglich, dass die unterschiedlichsten Kulturen sind nicht so friedlich begegnen können. Aber sie haben das mit Bravour geschafft. Darauf können die Kinder mit Recht stolz sein.

Es entwickelte sich eine ganz eigene Atmosphäre, keine aufgeladene, eine abwartende, aber keine ängstliche. So in der Art, wie könnte ich dir begegnen, aber ich will mal abwarten. Du bist zwar anders, aber das macht nichts, ich darf trotzdem „ich“ bleiben. Diese Spannung war zu spüren und breitete sich auch in der engen Wohnung aus. Ich ließ die Kinder lange in dieser Wohnungverweilen, da sie es so gut aushielten. Ich merkte, dass ich auch selbst Vertrauen in mir aufbauen musste, um diese schöne Szenerie nicht zu stören.

 

3.Einheit: 27. April

Diesmal spielten wir eine Schweizer Sage, angelehnt an das Frau Holle Motiv. In dieser Sage kamen sehr merkwürdige Gestalten vor, u. a. Schratte und Görpse. Die Kinder nahmen Masken mit (s. Fotos), die sehr originell aussahen und natürlich viel Fantasie erweckten. Und mit dieser Fantasie und Originalität führten sie dann auch das Spiel aus. Es kam zu ganz wundersamen Begegnungen. Ich war vollgefordert, da der ganze große Spielraum bespielt wurde. In allen Spielorten war Bewegung drinnen. Aber trotzdem wurde diese Quintessenz der Geschichte ganz hervorragend herausgespielt, die besagte, dass die guten Taten schließlich zu einem glücklichen Ende führten. So war es dann auch, Leo, der die guten Taten vollbrachte, wurde belohnt, und bekam seinen Buckel weggezaubert. Meo, stattdessen, wurde für seine bösen Taten bestraft und wurde noch buckliger. Doch Meo besann sich eines Besseren und machte sich noch einmal auf den Weg. Er begab sich auf den Weg des Gutseins und zur Belohnung wurde ihm auch sein Buckel weggezaubert. Dieses aufwändige Spiel verlangte natürlich nach einer ausführlichen Nachbesprechung, in der alle Dinge, die sich ereignet hatten, besprochen wurden, und das waren wirklich ausreichend viele.

 

4.Einheit: 24. Mai

Zum Abschluss unseres originellen Projektes spielten wir das Märchen„Schneewittchen“.  Viele wollen das Mädchen spielen, schließlich einigen sich die Mädchen. Das Zwergenreich ist rasch gebaut. Das Schneewittchen kann kommen, muss kommen, da die böse Stiefmutter es überhaupt nicht gut meint mit ihr, was heißt gut meint, sie trachtet ihr nach dem Leben und was hat das alles mit Zivilcourage zu tun? Sehr viel, denn die Zwerge, diese kleinste Einheit, nimmt sie auf. Zwar passiert trotzdem ein Unglück, aber sie erfährt, dass es auch abseits dem schlechten zuhause eine Heimat geben kann. Zivilcourage zeigte sich hier sehr stark, im Handeln der Zwerge, kein kleinmütiges Handeln, sondern ein großmütiges, denn sie begaben sich doch auch selbst in Gefahr. Ein schönes Spiel, sehr lebendig, mit gutem Ende. Zivilcourage siegte.

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Die Kinder konnten sich in den Spielen, Geschichten und Texten mit unterschiedlichstenThematiken auseinandersetzen. Einmal ging es darum, dass einerseits alles wieder gut wird, aber auch, dass das Gute zu seinem recht kommt (In dem tschechischen Märchen), hier konnten sie erleben, das Zivilcourage manchmal auch den Mut erfordert, abzuwarten, der Zeit ihre Chance zu geben, aber auch im richtigen, günstigen Moment zu agieren. In der zweiten Geschichte wurde ihre Zivilcourage auf die richtige Probe gestellt, denn mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen auf engstem Raum zu leben, dazu gehört schon eine gehörige Portion Mut und sie haben es geschafft, diese Situation auszuhalten. Ein schönes Bravourstück zu dieser Thematik. In der dritten Geschichte, der Schweizer Sage, zeigte sich die Zivilcourage an dem Menschen Leo: ich stehe zu meinen guten Taten, ich falle nicht um, auch wenn mein Bruder ganz anders handelt, eine wichtige Erfahrung für die Kinder, denn oft ist es vor allem im Gruppendruck doch so, dass man sehr widerständig sein muss, um z. B. seine gute, menschenwürdige Sichtweise zu vertreten. Ich finde, dass diese Geschichte ein sehr aktuelles Zeitstück abgab, denn in unserer Zeit haben ja jetzt auch die Marktschreier scheinbar das Oberwasser, da ist so ein Mensch wie der Leo ein Segen, der seinen Weg unbeirrt geht. Dies thematisierte ich auch im Nachgespräch mit den Kindern.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Als Klassenlehrerin muss man sehr offen für derartige Projekte sein, denn die Kinder gehen meistens sehr aus sich heraus, zeigen sich auch manchmal von der ungestümen Seite, so muss man diese Dinge auch aushalten, sozusagen durchtauchen. Sie hatte diese Geduld aufgebracht, die Kinder zu beobachten, so sein zu lassen in ihrem Spiel, nicht nur beobachtet, sondern sie war auch stets aktiv dabei, hat mir viele Rückmeldungen gegeben. Und hat mir auch Tipps und Anregungen gegeben, welche Kinder noch Unterstützung bräuchten und welche Aspekte noch berücksichtigt werden sollten. Als sehr bereichernd empfand sie die Nachbesprechungen, die die ganze Tragweite des Spiels auf einen Nenner brachten. Sie fand es sehr interessant, wie sie ihre Spielweise artikulierten und wie sie ihre Rollen interpretiert hatten. Denn sie meinte oft, wie interessant es einerseits sei zuzusehen und sich ein Bild zu machen, aber andererseits sich überraschen zu lassen, wie die Kinder das Spiel gesehen hatten. So eine Begleitung und Unterstützung als Spielleiter kann man sich nur wünschen.

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Das Geld (€ 440,--) wurde für die Abhaltung der 4 Workshops verwendet -

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