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Projekt-ID: 1772

Internationale Klasse - Flüchtlingspädagogik mit Vorbildcharakter

Kontaktperson: Marco-Oliver Hille
eingereicht am: 06.12.2018
Budget: € 17.550,-
Finanzierungsfrist: 06.06.2019
Finanzierungsschwelle: € 9.000
Land/Region: Österreich/Steiermark
Art: Lehrgang
Themenkreis: Bildung & Ausbildung

Allgemein

Projektteaser

Die Internationale Klasse, vermittelt Freude an einem lebendigen Lernprozess. Der Wunsch, sich sinnvoll und mit den eigenen Fähigkeiten in die Gesellschaft zu integrieren wird gestärkt und verankert.

Projektadresse

St.Peter Hauptstraße 182
8042 Graz

Auch im dritten Jahr des Bestehens der Internationalen Klasse, ist sie in den Räumlichkeiten der Freien Waldorfschule Graz untergebracht und darf deren umfangreiche Einrichtungen mitbenützen.
  • Start Projektumsetzung: 03.09.2018
  • Ende Projektumsetzung: 05.07.2019

Projektbeschreibung

Flüchtlinge müssen oft Monate, ja sogar Jahre in Ungewissheit warten, bis ihr Flüchtlingsstatus geklärt ist (egal ob positiv oder negativ). Einer Erwerbstätigkeit dürfen sie in dieser Zeit nicht nachgehen. Ein Zustand, der zusätzlich am Selbstwert nagt. Menschen, die keinen Sinn in ihrem Dasein sehen, können ihre Talente und Fähigkeiten nicht entwickeln und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Unser flüchtlingspädagogisches Projekt der Internationalen Klasse bereitet die jungen Menschen auf das Berufsleben vor. Gleichzeitig können sich die Schüler einen Pflichtschulabschluss erarbeiten. Das Ziel ist eine nicht nur intellektuelle Bildung, sondern auch eine emotionale Verankerung, die Beheimatung und Ankommen in sich selbst und in unserer Gesellschaft möglich macht.

Zitat Bildungsdirektorin für Steiermark Dipl.Päd. Elisabeth Meixner; BEd

“Ein flüchtlingspädagogisches Projekt mit Vorbildcharakter.
Dieses Projekt, das in seiner ganzheitlichen Form bisher an keiner anderen Schule in der Steiermark umgesetzt wird, ist aus meiner Sicht äußerst zu befürworten.
Ich bin der Auffassung, dass es sich im konkreten Fall um ein vorbildliches Modell handelt, das jede Förderung verdient.”


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

Details

Was kostet ein Schuljahr der IK?

Um das weiter unten beschriebene, umfangreiche Konzept der IK umsetzen zu können, waren bisher pro Schuljahr rund € 120.000,-- notwendig. Dieser Betrag umfasst nicht nur die Personalkosten, sondern auch die gesamten Sachkosten wie z. B. Lehrmittel, Unterrichtsmaterial für die so wichtigen künstlerisch-praktischen Fächer, Schülerfahrtkosten, Verpflegung, Exkursionen. Bei einer Schülerzahl von 25 bedeutet dies rein rechnerisch Kosten von € 4.500,-- pro SchülerIn. Zum Vergleich: im österreichischen Bundesschnitt betrugen schon vor 2 Jahren die Pro-Kopf-Kosten an öffentlichen Höheren Schulen über € 10.000,--! Sie erkennen daraus, wie sehr wir uns um Sparsamkeit bemühen - und wie viel ehrenamtliche Hilfe in unserem Projekt steckt und dieses überhaupt erst möglich macht! Zwei Drittel der Gesamtkosten wurden bisher durch großzügige Förderungen seitens des Landes Steiermark finanziert, das restliche Drittel durch private Spenden.

Finanzierung im Schuljahr 2018/19

Das aktuelle Schuljahr stellt uns nun vor eine neue, große Herausforderung: Das Land Steiermark wird seine bisherige Förderung nicht fortführen und leider gibt es bisher auch keinerlei Zusage für eine weitere Finanzierung durch die öffentliche Hand. Derzeit steht der Betrieb der IK den Schüler/innen täglich, wenn auch in einem etwas reduzierten Umfang zur Verfügung. Möglich machen das Spenden von Privatpersonen und Unternehmen sowie Rücklagen aus dem vorigen Schuljahr im Umfang von rund € 40.000,-- (Stand: 30.Nov.2018). Zum besseren Verständnis der Finanzierungssituation unterteilen wir den Betrieb der IK in die folgenden 3 Kostenpunkte:

  1. Der allgemeinbildende Unterricht (€ 44.000,--): ist mit derzeitigem Stand bis zum Ende des Schuljahres schon fast finanziert.
  2. Kunst- und Handwerksunterricht sowie klassenübergreifende Projekte (€ 60.000,--): Als Starthilfe in diesem Bereich haben zahlreiche Personen ihre ehrenamtliche Unterstützung bis Weihnachten 2018 zugesagt. Mögliche Förderungen wurden bereits beantragt, allerdings warten wir diesbezüglich noch auf die Entscheidung seitens der öffentlichen Hand.
  3. Weitere Kosten für Verpflegung, Monatskarten, Materialbedarf für handwerkliche und praktische Projekte sowie Weiterbildung (€ 16.000,--): Diesen Kostenpunkt wollen wir hier auf der Respekt.net Plattform abdecken - mehr dazu im nächsten Absatz.

Wofür wir sicher keine Förderungen bekommen werden sind ...

... Kosten zur Verpflegung (Mittagessen), Fahrtkosten (Monatskarten für die Schüler/innen), Materialkosten für handwerkliche und praktische Projekte sowie Kosten für Seminare und Fortbildung. Nachfolgend eine Kostenaufstellung der erwähnten Positionen für das ganze Schuljahr:

  • € 4.400,-- Mittagessen
  • € 5.600,-- Fahrtkosten
  • € 3.000,-- Materialkosten für Projekte
  • € 3.000,-- Weiterbildung

Viele Schüler/innen wohnen in Flüchtlingsheimen außerhalb von Graz, weshalb die Fahrtkosten für Monatskarten sehr hoch sind.

Konzept der Internationalen Klasse (Auszug)

  • Allgemeinbildender Unterricht. Erreichen eines Klassenabschlusses bzw. Pflichtschulabschlusses. Vorbereitung auf Zertifikatsprüfungen zur Sprachkompetenz (ÖSD A1, A2, B1).
  • Förderung der Integration durch Interaktion: Klassenübergreifende Projekte schaffen vielfältige Begegnungen und Interaktionen, die für die Stärkung der Gleichwertigkeit von Inländer und Migrant, wie auch von Frau und Mann von entscheidender Bedeutung ist.
  • Förderung der persönlichen Weiterentwicklung durch den zusätzlichen kognitiven, künstlerischen und handwerklichen Unterricht.
  • Förderung Benachteiligter (unterschiedlich erlebte Schicksale, soziale Ausgrenzung, unterschiedlicher Ausbildungsstand) durch eine intensive menschliche Zuwendung (Würdigung ihrer Existenz). Respekt vor dem Schicksal und der Talentausstattung eines Menschen.
  • Vermittlung von Praktika: z.B. Sozialpraktikum, Landwirtschaftspraktikum
Allgemeinbildender Unterricht

Der Fokus des täglichen Hauptunterrichts (die ersten zwei Stunden) ist stets das intensive Auseinandersetzen mit der deutschen Sprache. Danach erfolgt der Unterricht in Fächern wie Englisch, Mathematik, Geschichte, Geographie, ... Übstunden sind ebenfalls im Wochenplan enthalten um das vermittelte Wissen festigen zu können. Falls die Sprachfähigkeit gut genug ist, können einzelne Schüler/innen auch die Fachepochen der Oberstufe besuchen (Chemie, Kunstgeschichte, Biologie, ...). Im weiteren Verlauf des Vormittags und teilweise am Nachmittag sind viele Projekte organisiert (Beschreibung siehe weiter unten).

Kognitiver, künstlerischer und handwerklicher Unterricht
Gartenbau-Projekt

Unterrichtseinheiten: 2 Nachmittage à 3 Stunden pro Woche. Das Gartenbauprojekt möchte jungen Menschen aus den verschiedenen Nationen, die als „Flüchtlinge“ zu uns nach Graz gekommen sind, einen ersten Integrationsprozess ermöglichen. Aufgrund des Geländes, wo sie betreut werden, kommen sie täglich mit vielen Menschen der verschiedenen Altersstufen zusammen und treten immer wieder in Kontakt, erste Integration findet statt und Freundschaften werden geschlossen. Tätig sein gibt Sinn - Ernten macht Erfolg - Früchte stillen Hunger und machen zufrieden. Die jungen Menschen sollen zuerst in geschützter Umgebung mit dem Gartenbau konfrontiert werden und den Jahreskreislauf in unseren Breiten kennenlernen. Sie sollen unter Anleitung tätig werden, praktisch arbeiten: jäten, Boden bereiten, säen, pflegen, ernten, verarbeiten. Die bisherige Erfahrung bei ähnlichen Arbeiten, hat gezeigt, dass diese jungen Menschen beginnen, von ihrer Heimat zu erzählen, sie haben auch begonnen, bei der Arbeit zu singen. Plötzlich entstand ganz unkonventionell ein Austausch, lässiges Plaudern über Pflanzen, kochen, Märchen, Lieder … Neben den praktischen Notwendigkeiten, einen Garten zu pflegen ist auch das Kennen- und Schätzenlernen von Gärten, der GÄRTEN der Heimatländer - im Vergleich zu europäischen - ein spannendes Begegnungsfeld: wie ist ein islamischer Garten angelegt, wie haben sich diese über die Jahrhunderte verändert, wo liegen die Bedürfnisse. Wir haben die Möglichkeit, den jungen, meist planlosen Menschen,

  • Berufe rund um den Gartenbau vorzustellen,
  • eventuell sie für eine spätere Lehre „fit zu machen“, um ein Bewerbungsgespräch zu führen, um eine Vorstellung zu bekommen, wie ein Kostenvoranschlag aufgebaut ist, um Arbeitszeiten in Österreich, dem neuen Zuhause, kennen zu lernen, um sie selbst tätig werden zu lassen und damit ihnen Sinn für ihr Hiersein zu geben,
  • sie ernten zu lassen und ihnen Erfolgserlebnisse zu geben
  • durch Verarbeiten ihren eigenen Hunger selbst stillen zu lernen und andere in ihrer Kultur durch Gerichte neugierig zu machen,
  • im sozialen Bereich: Durchhaltevermögen zu üben, Willigkeit zur Arbeit zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen, Ordnung zu halten und in der Gruppe zu arbeiten.
Musik / Singen

Unterrichtseinheiten: 2 Stunden pro Woche. Das Erüben klarer Tonfindungen bei Melodien ist eine wichtige Voraussetzung für das gemeinsame Singen mit Schüler/innen der gesamten Schule. Im Rahmen dieser Übungen können einerseits österreichische Lieder, aber auch Lieder aus der Heimat der Flüchtlinge vorbereitet und bei Schulfeiern beigetragen werden.

Eurythmie, Bewegungskunst und Sprachgestaltung

Unterrichtseinheiten: 4 Stunden pro Woche. In diesen Fächern wird durch Bewegung das Sichtbarmachen der Lautqualitäten geübt und dabei das Gefühl für die Sprache gefördert. Darüber hinaus wird in Sprach- und Theaterübungen der Sprachwitz der deutschen Sprache, sowohl für Migranten/innen als auch für Inländer/innen, entdeckt und gefördert.

Mädchen-Sport

Unterrichtseinheiten: 2 Stunden pro Woche. Die sensible Handhabung des Sports für Mädchen ist uns ein großes Anliegen: Zusammen mit Mädchen der Oberstufe wird Sport mit gemeinsamen Herausforderungen und dialogischer Interaktion gestaltet.

Burschen-Sport

Unterrichtseinheiten: 2 Stunden pro Woche. Die größere Gruppe der Burschen hat eigene Sporteinheiten, in denen die Schüler Geschicklichkeit und Teamgeist entwickeln und sich für schulinterne und schulexterne Mannschaftsspiele vorbereiten.

Kunst und Handwerk

Unterrichtseinheiten: 2-3 Nachmittage à 3 Stunden pro Woche. Die Arbeit mit der Materie wie Holz, Stein, Textil bringt praktisch brauchbare Ergebnisse hervor, aber ermöglicht auch die Gestaltung des Stoffes. Über die Gestaltung kommen kulturspezifische Akzentuierungen zum Ausdruck, die dann Anlass für das Gespräch für die jeweiligen Besonderheiten sind. Andererseits können die Produkte auch einen Wert generieren, der es den Migrant/innen möglich macht, selbstgefertigte Geschenke zu vergeben. Das hat einen unschätzbaren Wert für die Selbstachtung und für die freundliche Interaktion mit ihnen nahestehenden Personen (Schüler/innen oder Pat/inn/en, Betreuer/innen). In dieser Weise engagieren sich nach unserer Erfahrung die Migrant/innen gerne – unter Anleitung von Fachleuten - für die Gestaltung und Reparatur einzelner Schulbereiche, was ihnen ebenfalls Selbstachtung und Anerkennung verschafft.

Kochen und Essen

Unterrichtseinheiten: 6 Stunden-Blöcke pro Quartal. Die Möglichkeit, verschiedene Gerichte zu kochen und so Schulfeste mit eigenen Gerichten zu bereichern, schafft automatisch eine schöne Möglichkeit, die Küchenkultur zu vergleichen, zu würdigen und zu schätzen. Das gemeinsame Essen in der Schulküche mit der ganzen Schulgemeinschaft ist ein tägliches Ereignis und hat schon in der Vergangenheit zu vielerlei Gesprächen angeregt. Dabei ist das gegenseitige Vertrauen auch gegenüber den Schülereltern gewachsen, da sie sehen konnten (so banal das klingt), die Migrant/innen sind „ja eh ganz nette und zivilisierte Menschen“. Gerade auch die organisierte Normalität ist ein wichtiger und gelungener Beitrag zur gegenseitigen Integration.

Klassenübergreifende Projekte

1 Doppelstunde in selbstgewählten, aber durchmischten Gruppen (Klassenstufen 9-12 gemeinsam mit Schüler/innen der IK):

  • Schach
  • Musik
  • Fahrradwerkstatt
  • Erste Hilfe
  • Malerisches Gestalten von Wänden
  • Handarbeiten
  • Computertechnik

Die Gruppen werden nach Ablauf eines Trimesters gewechselt.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 56.000,-
  • - Eigenmittel
    € 40.000,-
  • Finanzierungsziel
    € 16.000,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 1.550,-
  • Zielbudget
    € 17.550,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 9.000,-
  • Respekt.net-Teilbetrag A (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 10.825,-
  • Respekt.net-Teilbetrag B (wird nach Erhalt des Zwischenberichtes überwiesen)
    € 0,-
  • Abgabedatum Zwischenbericht
  • Respekt.net-Teilbetrag C (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 1.203,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    19.07.2019
  • Projektrisiken

    Das Risiko besteht darin, dass das Konzept der Internationalen Klasse nicht in seiner Gesamtheit umgesetzt werden kann, sondern nur der allgemeinbildende Unterricht.

  • Budgetplanung

    Mittelverwendung Finanzierungsschwelle: Deckung der bis dahin entstandenen Fahrtkosten, fürs Mittagessen, sowie für Material- und Fortbildungskosten.Mittelverwendung Finanzierungsziel: Komplette Deckung der erwähnten Kostenpunkte.

Dateien

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News

SEKEM-Verein zur...

hat am 14.08.2019 geschrieben

Abschlussbericht IK 2018/19 - Vorschau IK 2019/20

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Freundeskreis, Sie alle gehören zur großen Zahl jener Menschen, die im Schuljahr 2018/19 unsere Internationale Klasse durch Spenden unterstützt haben. Hier ist der Abschlussbericht und eine Vorschau aufs kommende Schuljahr.

SEKEM-Verein zur...

hat am 28.05.2019 geschrieben

Der Endspurt hat begonnen!

Eben ist der aktuelle Newsletter von SEKEM-Österreich online gegangen - siehe: www.sekemoesterreich.at/images/docs/Newsletter47_Jun19.pdf - und da nimmt natürlich auch die Internationale Klasse einen wichtigen Teil ein. Bitte lesen, verteilen

SEKEM-Verein zur...

hat am 09.05.2019 geschrieben

5. Zwischenbericht

Zwei Monate vor Ende des Schuljahres und ein Monat vor dem Ende der Laufzeit unseres Crowdfunding-Projekts lässt sich jetzt schon finanziell absehen, dass es uns gelingen wird, den Schulbetrieb bis zum Schuljahresende führen zu können - dank Ihrer Spenden, dank größtmöglicher Sparsamkeit und dank sehr großen ehrenamtlichen Einsatzes.

SEKEM-Verein zur...

hat am 09.05.2019 geschrieben

Bitte um weitere Hilfe in der Schlussphase!
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SEKEM-Verein zur...

hat am 25.04.2019 geschrieben

Dank und Spendenbestätigung 2018

Respekt.net hatte uns alle SpenderInnen des Jahres 2018 gemeldet, die ihre Spende steuerlich absetzen wollen. Diese SpenderInnen haben wir alle fristgerecht auf dem vorgesehenen Weg der Finanzverwaltung gemeldet. Soweit wir email-Adressen hatten, haben wir zusätzlich jede/n einzelnen verständigt und uns bedankt. Für jene SpenderInnen, von denen wir keinen Adresse haben, sei hier der Musterbrief zur Kenntnis gebracht. Nochmals an alle: DANKE!! Bitte unterstützt uns weiterhin - das Projekt lä...

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SEKEM-Verein zur...

hat am 09.04.2019 geschrieben

Der 4. Zwischenbericht ist da!

Meinungen

15.12.2018 09:53:56

Sue Schmidt

hat am 15.12.2018 geschrieben

Ein super tolles Projekt! Hier wird Integration gelebte! Ich bin dankbar, dass es noch Menschen gibt, die sich trotz der politischen Lange, sich um die Integration von Asylwerber*innen kümmert und versucht, ihr Abkommen in der österreichischen Gesellschaft zu erleichtern. Ich bitte alle um eine Spende für dieses großartige Projekt.

13.12.2018 14:41:33

Hermann Dr. Becke

hat am 13.12.2018 geschrieben

Ich halte das für ein ganz wunderbares Projekt und danke allen, die bereits gespendet haben! Ich habe meinen persönlichen Freundeskreis angeschrieben und um Hilfe gebeten. Ich habe sehr positive Rückmeldung erhalten: > Ein sehr empfehlenswertes Projekt. Habe soeben etwas einbezahlt. Wir wurden ja auch als Schüler damals sehr begünstigt, also gut, dass wir uns ein wenig revanchieren können.

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Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

 

 

Unser flüchtlingspädagogisches Projekt der Internationalen Klasse bereitet die jungen Menschen auf das Berufsleben vor. Gleichzeitig können sich die Schüler einen Pflichtschulabschluss erarbeiten. Das Ziel ist eine nicht nur intellektuelle Bildung, sondern auch eine emotionale Verankerung, die Beheimatung und Ankommen in sich selbst und in unserer Gesellschaft möglich macht.Schon der Name unseres Vereins, SEKEM Österreich – Gemeinnütziger Verein zur Förderung des SEKEM-Impulses in Ägypten und Österreich, zeigt, was uns wichtig ist, was wir erreichen wollen. Aber was ist dieser SEKEM-Impuls eigentlich?Der SEKEM-Impuls will Wüste verwandeln und zu einer gesunden Entwicklung des Wirtschafts-, Kultur- und Soziallebens beitragen. Unsere Vereinssitzungen beginnen immer mit einem Zitat von Goethe: „Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen, Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.“Am Montag, dem 3. September 2018 begann das neue Schuljahr für unsere Internationale Klasse, die wir in Kooperation mit der Freien Waldorfschule Graz nun schon das dritte Jahr führen. Wir starteten das Schuljahr 2018/19 mit 26 Schülerinnen und Schülern – vier Mädchen und 22 junge Männer im Alter von 16 bis 25 Jahre (Altersdurchschnitt 18 Jahre) aus Afghanistan, Gambia, Somalia und Syrien. 13 Schüler wurden aus dem Vorjahr übernommen und 13 neue Schüler kamen dazu. Die große Mehrheit von ihnen ist muslimischen Glaubens - teils sunnitisch, teils schiitisch, erstmals haben wir diesmal auch einen Schüler christlichen Glaubens. Zwei weitere Schüler, ein junger Afghane und eine junge Syrerin, setzten zu diesem Zeitpunkt ihren gemeinsamen Weg mit ihrer Waldorfklasse (12. Klasse), im regulären Unterricht fort.Durch den sommerlichen Spendenaufruf 2018 war der Schulbetrieb zumindest einmal bis zum Jahresende 2018 gesichert, obwohl wir uns zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Gedanken auseinandersetzen mussten, dass mit den bisher gewährten, großzügigen öffentlichen Förderungen in diesem Schuljahr wahrscheinlich nicht mehr zu rechnen sei. Trotzdem sind wir optimistisch geblieben, dass wir auch diesmal die Finanzierung des gesamten Schuljahrs mit gemeinsamen Anstrengungen schaffen würden. Und so haben sich im Beschreiten eines ungewissen Weges, immer wieder finanzielle Mittel gefunden, die es uns letztendlich ermöglicht haben, die Klasse bis zum regulären Ende des Schuljahres zu finanzieren. So haben wir zum Beispiel im Dezember erfahren, dass uns seitens des Integrationsreferats der Stadt Graz, eine einmalige Förderung von 15.000,00 € zugestanden wurde, die natürlich höchst willkommen war. Auch zahlreiche private Spenden aus dem bestehenden Kreis der Freunde des Vereins SEKEM Österreich hat die Finanzierung der Klasse stets weiter gesichert. Wir haben uns dieses Jahr aber auch dazu entschieden, erstmals über eine Crowdfunding Aktion den Kreis unserer UnterstützerInnen zu erweitern. Es war nicht nur die finanzielle Unterstützung über die wir uns sehr gefreut haben, sondern vor allem auch die moralische durch die zahlreichen neuen SpenderInnen, die von unserer Arbeit das erste Mal gehört haben und sie mit einer Spende auch als unterstützenswert eingestuft haben.An dieser Stelle schon mal ein sehr herzliches Dankeschön an alle SpenderInnen – egal wie viel gespendet wurde, jede Spende hat dazu beigetragen, das Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Auch ein herzliches Dankeschön an alle Lehrer, Hilfslehrer und Begleitpersonen, die kein Geld für gehaltene Unterrichtsstunden erhalten haben, sich aber trotzdem dazu bereit erklärt haben, ihren Unterricht für die Klasse abzuhalten. Dadurch konnte im Unterricht eine bessere und individuellere Förderung der SchülerInnen erst möglich gemacht werden. Ohne diese Einstellung hätten die finanziellen Mittel bei Weitem nicht gereicht. Apropos finanzielle Mittel: Förderungen seitens des Bundes bzw. des Landes Steiermark wurden nicht gewährt!Die politischen Veränderungen und ihre Auswirkungen für die Klasse waren schon im Sommersemester 2018 zu sehen. Schon in den ersten Wochen hatten wir Abgänge aus der Klasse: So bekam ein Schüler seinen Abschiebungsbescheid, zwei weitere wollten dringender Geld verdienen, um bei einer möglichen Abschiebung mehr Mittel zur Verfügung zu haben, ein anderer wurde verlegt und dadurch wurde sein Schulbesuch unmöglich. Die Situation für die SchülerInnen war und ist generell stark von Unsicherheit geprägt und auch die berufspraktischen Möglichkeiten (z.B.: Kein Zugang zu Lehre für AsylwerberInnen) haben sich reduziert.Aber aufgrund des großen Interesses an unserer Klasse hatten wir eine Warteliste für die Klassenaufnahme eingerichtet und so konnten wir die vier frei gewordenen Plätze rasch an neue Schüler vergeben.In diesem Schuljahr haben wir eine gute und harmonische Zusammensetzung in der Klasse gehabt. Die SchülerInnen aus dem Vorjahr konnten ihre Erfahrungen den neuen Schülern gegenüber unterstützend einbringen. Es gab durchaus sehr unterschiedliche Fähigkeiten und Vorkenntnisse, die die SchülerInnen mitgebracht haben. Die Verständigung auf Deutsch war allerdings bei allen durchwegs unproblematisch und das Sprachniveau allgemein gut. Alle waren sehr froh, in dieser Klasse sein zu dürfen, was sich am Fleiß und an der hohen Mitarbeitsbereitschaft gezeigt hat.Bei der Betreuung unserer Schüler bauten wir auf unsere Erfahrungen und Erkenntnisse aus den zwei Jahren davor auf und versuchten nach unseren Möglichkeiten, jede Schülerin und jeden Schüler auf seinem Weg fördernd zu unterstützen.Das pädagogische Team der IK hat sich mit der Zustimmung des Vereins dazu entschlossen, die Internationale Klasse auch im Schuljahr 2019/20 weiterzuführen. Auch dieses Jahr haben wir um öffentliche Gelder angesucht, bauen aber auch gleichzeitig auf die Unterstützung vieler privater SpenderInnen. Wir bitten Sie auch weiterhin um Ihre Unterstützung!Wer unseren Newsletter abonnieren will um auf dem Laufenden zu bleiben, kann sich mit einem formlosen Mail an sekemoesterreich@gmx.at anmelden.Der detaillierte Abschlussbericht ist in den angehängten Dokumenten zu finden.

 

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

 

 

Wir sehen den gesellschaftspolitischen Zweck unseres Projekts nicht nur durch die erfolgreiche Integration der Klasse und ihrer Schüler innerhalb unserer Schulgemeinschaft als erfüllt an, sondern auch in der nonverbalen Vermittlung eines Gefühls: Du hast bei uns Raum bekommen, der eine emotionale Verankerung, eine Beheimatung und ein Ankommen in sich selbst und in unserer Gesellschaft möglich macht.Wir sind davon überzeugt, dass auch Schüler, die uns aufgrund von asylrechtlichen Belangen verlassen mussten, eine Erfahrung und Erinnerungen in sich tragen, die ihnen niemand mehr wegnehmen kann und die sie jederzeit hervorholen können: Ich bin nicht nur aufgenommen, sondern in meinen Stärken und Schwächen auch wahrgenommen worden. Mir wurde ein Platz gegeben, Menschen haben mich unterstützt und sich um mich bemüht.

 

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

 

 

Besonders gefreut hat uns, dass wir knapp vor Schulschluss auch noch einen Teacher's Award verliehen bekamen, in dem uns die Stadt Graz gemeinsam mit der Industriellenvereinigung Steiermark herausragende pädagogische Leistungen in der Kategorie 'Individualität - Umgang mit Vielfalt'  bescheinigt. Die Auszeichnung war zwar mit keinerlei finanzieller Förderung verbunden, aber natürlich ist es schön, wenn maßgebliche Stellen den großen Einsatz unseres pädagogischen Teams öffentlich würdigen.

 

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

 

 

Siehe Kostenaufstellung für eine detaillierte Auflistung aller Ausgaben für das Projekt.An dieser Stelle noch einmal ein großes und herzliches Dankeschön an alle beteiligten Menschen, die das Projekt bis zum Schluss ermöglicht und begleitet haben.