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Projekt-ID: 1815

FairDoor - Für einen diskriminierungsfreien Zugang in der Unterhaltungsgastronomie

Kontaktperson: Christoph Altmann
eingereicht am: 04.11.2019
Budget: € 4.480,-
Finanzierungsfrist: 04.05.2020
Finanzierungsschwelle: € 2.500
Land/Region: Österreich/Wien
Art: Aktion
Themenkreis: Respekt & Vielfalt

Allgemein

Projektteaser

Junge Menschen werden beim Einlass in Clubs oft diskriminiert; meist liegt das an ihrer Hautfarbe oder Religion. Gegen die Diskriminierung gerichtlich vorzugehen, ist teuer: Hier wollen wir helfen!

Projektadresse

Kettenbrückengasse 23/1/12
1050 Wien
  • Start Projektumsetzung: 01.04.2019
  • Ende Projektumsetzung: 31.12.2021

Projektbeschreibung

„Wir sind schon voll“ – „Heute ist nur für Stammgäste geöffnet“. Derartige Aussagen müssen sich junge Personen häufig anhören, wenn sie abends ausgehen. Dass es sich dabei oft um Vorwände handelt, ist allen Beteiligten bewusst. Tatsächlich führt „Racial Profiling“ in der Einlasspolitik vieler Clubs dazu, dass Personen mit bestimmter Hautfarbe oder Religion der Einlass systematisch verwehrt wird. Die Betroffenen müssen alleine nach Hause fahren, während ihre Freunde gemeinsam weiterfeiern können. Zurückgewiesene sind dadurch nicht nur von einer aktiven Teilnahme am Sozialleben ausgeschlossen, sondern auch oftmals persönlich verletzt. Dies gilt gerade für junge Erwachsene; für sie ist das „Nachtleben“ oft Mittelpunkt des sozialen Lebens. Die österreichische Rechtslage bietet den Betroffenen zwar die Möglichkeit gegen diese Diskriminierungen vorzugehen, allerdings sind damit hohe persönliche und finanzielle Risiken verbunden.

Hier setzen wir als FairDoor an und helfen jenen, die von unmittelbaren und mittelbaren Diskriminierungen beim Einlass in Diskotheken betroffen sind: Niemand soll eine diskriminierende Zurückweisung hinnehmen müssen, weil ihm die finanziellen Mittel fehlen!!


Nachweis Projektabschluss

Es wird halbjährlich auf der Website von FairDoor ein Bericht bereitgestellt, der eine Übersicht über die finanzierten Aktivitäten, Klagen und die gesamte Mittelverwendung bietet. Mit Projektende im Jänner 2022 erfolgt ein Gesamtbericht sowie eine Gesamtabrechnung inklusive der Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden.

Details

Ausgangssituation:

Diskriminierungen aufgrund der Hautfarbe, der Religion sowie anderer äußerlicher Merkmale sind nicht nur persönlich verletzend, sondern klar gesetzlich verboten. Eine gesellschaftlich bisher „stillschweigend ignorierte“ Form der Diskriminierung findet systematisch in der Bar- & Clubszene statt. Hier werden zahlreiche junge Personen aufgrund ihrer Hautfarbe strukturell benachteiligt, da diese den Vorstellungen der Betreiber oft nicht entsprechen. Oft bleiben die Betroffenen mit ihren Problemen alleine, weil es ihnen an rechtlicher Awareness mangelt oder sie den Fehler bei sich selber suchen.

Nun sieht die österreichische Rechtsordnung grundsätzlich einen Schutz vor diskriminierenden Handlungen im Dienstleistungsbereich vor. Das Gleichbehandlungsgesetz besagt, dass niemand aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit beim Zugang zu Dienstleistungen mittelbar oder unmittelbar diskriminiert werden darf. Trotz der klaren und eindeutigen Rechtslage ist es für Betroffene schwer und kostspielig, diese Prozesse zu bestreiten. Neben der finanziellen Komponente scheint die Beweisführung in solchen Verfahren herausfordernd, steht doch in aller Regel Aussage gegen Aussage (obgleich in Diskriminierungsfällen das sogenannte Indizienbeweisverfahren zur Anwendung kommt, das eine Beweislastumkehr vorsieht, sobald eine Diskriminierung „wahrscheinlich“ ist).

Um die Hürden eines Verfahrens meistern zu können, zielen wir als Initiatoren von FairDoor darauf, die Aufmerksamkeit der Betroffenen in entsprechenden Situationen zu schulen sowie Betroffene bei Klagen finanziell zu unterstützen.

 

Rechtshilfe für Betroffene:

Über den Verein FairDoor sollen Betroffene die Möglichkeit erhalten, gegen eine rechtswidrige Zurückweisung bei Bars & Clubs Klage erheben zu können. Damit soll das breite Angebot von Partnervereinen (etwa ZARA) unterstützt und eine spezifische Anlaufstelle für das Thema aufgebaut werden. Derart kann in einem spezifischen, aber gerade für junge Zielgruppen sehr relevanten Anwendungsbereich die Expertise vertieft und für die Betroffenen der größtmögliche Nutzen geschaffen werden. Unser Ziel ist es, kompetent, unbürokratisch und rasch helfen zu können.

Die Geldmittel gehen an den Verein FairDoor für

• die teilweise oder gänzliche Prozesskostenübernahme (inkl. notwendige anwaltliche Vertretung) bei Fällen von Diskriminierungen in der Unterhaltungsgastronomie und

• die Absicherung des Angebots von FairDoor, um weiterhin Workshops, vorbeugende Schulungen sowie Vorträge garantieren zu können.

Welche Fälle sollen konkret unterstützt werden?

Für die Entscheidung, in welchen Fällen geklagt werden kann, braucht es juristische Expertise, über die das Team des Vereins FairDoor verfügt. Zudem kann unser Verein auf ein Netzwerk von Expertinnen und Experten zurückgreifen, wenn eine detaillierte juristische Abklärung notwendig ist. Der Verein FairDoor übernimmt die Verantwortung für die Auswahl der zu fördernden Fälle.

Die Auswahlkriterien werden auf der Webseite von FairDoor veröffentlicht.

Achtung: Uns geht es NICHT darum, das Hausrecht der Gastronomen in Frage zu stellen – natürlich sollen sich Bar- und Clubbetreiber ihr Publikum grundsätzlich aussuchen dürfen. Jedoch soll ein Selektionsprozess aufgrund mehr oder weniger transparenter Kriterien (z.B. Kleidung, Alkoholisierung, etc.) getroffen werden anstatt fadenscheinige Kriterien lediglich als Deckmantel für „Racial Profiling“ einzusetzen. Gastronomen müssen sich dessen bewusst werden, dass sie (wie alle anderen privaten und öffentlichen Dienstanbieter schließlich auch) eine gesellschaftliche (Mit-)Verantwortung für Toleranz und sozialen Zusammenhalt tragen.

Wie sieht die finanzielle Abwicklung aus?

Die Spenden gehen an ein eigens dafür eingerichtetes Konto des Vereins FairDoor. Anhand der o.g. Kriterien werden die Mittel eingesetzt und abgebucht. Um eine größtmögliche Transparenz zu gewähren, wird der Stand des Kontos auf der Webseite von FairDoor aktuell gehalten. Ein halbjährlicher, detaillierter Bericht über die Mittelverwendung wird online veröffentlicht.

Information zu den Projektinitiatoren:

Die Initiatoren des Projekts haben in ihrem Umfeld und Freundeskreis über ein Jahrzehnt lang Diskriminierung an der Tür von Bars & Clubs hautnah miterlebt. Sie kennen den Schmerz, der dadurch bei Betroffenen verursacht werden kann. Da „Diskriminierung an der Tür“ im öffentlichen Raum erst stiefmütterlich diskutiert wird bzw. latent geduldet scheint, haben die Gründer das Projekt gestartet, damit das Nachtleben nicht zum „vogelfreien“ Raum verkommt und ein fairer Umgang miteinander ermöglicht wird.

Das FairDoor Team setzt sich aus Juristen und Jungunternehmern zusammen, die mit einer dezidierten „Education Mission“ das Thema der Diskriminierung im Nachtleben nachhaltig im gesellschaftlichen Diskurs positionieren wollen. Gleichzeitig soll durch eine „start-uppige“ Positionierung eine hohe Reichweite und mediale Sichtbarkeit des Projekts garantiert werden.

Nachhaltigkeit:

Unmittelbar steht durch die Finanzierung von Präzedenzfällen die Wiederherstellung der Würde von Betroffenen im Vordergrund der Vereinsaktivitäten. Mittelfristig ist FairDoors Mission, einen gesellschaftlichen Dialog über das Thema „diskriminierungsfreie Türpolitik“ anzuregen und Lösungsansätze mit allen Stakeholdern – Betroffenen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Gastronomen – zu initiieren, welche Türpolitik nachhaltig transparenter, diskriminierungsfreier und gerechter machen und zugleich den Respekt vor der Menschenwürde mit der Ausübung des Hausrechts vereinen sollen.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 5.000,-
  • - Eigenmittel
    € 1.000,-
  • Finanzierungsziel
    € 4.000,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 480,-
  • Zielbudget
    € 4.480,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 2.500,-
  • Respekt.net-Teilbetrag A (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 2.500,-
  • Respekt.net-Teilbetrag B (wird nach Erhalt des Zwischenberichtes überwiesen)
    € 1.000,-
  • Abgabedatum Zwischenbericht
    31.12.2019
  • Respekt.net-Teilbetrag C (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 500,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    31.10.2020
  • Projektrisiken

    Großteil der Fälle werden nicht gewonnen bzw. verglichen



    Richterentscheide / tatsächliche Judikatur erfolgt nicht wie im Gleichbehandlungsgesetz geregelt



    Vereinsaktivität ist aufgrund der vorgenannten Gründe mittelfristig nicht nachhaltig / kostendeckend betreibbar



  • Budgetplanung

    Mittelverwendung Finanzierungsschwelle:


    Prozessfinanzierung von 3 Fällen: EUR 1.300 pro Fall


    Erstellung von Unterlagen für Aufklärung und Medienarbeit zum Thema „Diskriminierung im Nachtleben“: EUR 300


    Overheads (Webhosting, E-Mail Adressen sowie weitere organisatorische Hilfsmittel): EUR 300



    Mittelverwendung Finanzierungsziel:


    Prozessfinanzierung von 5 Fällen: 1.300 pro Fall, Kosten pro Fall nehmen ab, da effizientere Fallauswahl


    Erstellung von Unterlagen für Aufklärung und Medienarbeit zum Thema „Diskriminierung im Nachtleben“: EUR 1.200


    Overheads (Webhosting, E-Mail Adressen sowie weitere organisatorische Hilfsmittel): EUR 300

News

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hat am 02.11.2019 geschrieben

Türen öffnen mit FairDoor

Eine Initiative aus Wien geht gegen Diskriminierung in der Nachtlokalszene vor - die Wiener Zeitung hat darüber berichtet.

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hat am 20.03.2019 geschrieben

Diskriminierung im Club: "FairDoor" will Opfern zu Recht verhelfen

Beitrag von FM4

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hat am 20.03.2019 geschrieben

Türöffner mit Erfolgshonorarbeteiligung

Apelle nutzen wenig gegen Rassismus an Lokaltüren. Geldstrafen wohl eher: Ein Verein hilft beim Klagen.

Meinungen

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