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Projekt-ID: 1879

Die Achtung

Initiator/In: Hans Radl
eingereicht am: 19.06.2019
Budget: € 4.400,-
Finanzierungsfrist: 19.12.2019
Finanzierungsschwelle: € 2.250
Land/Region: Österreich/Wien
Art: Aktion
Themenkreis: Respekt & Vielfalt

Allgemein

Projektteaser

Die Achtung ist eine Neuinterpretation eines klassischen Zeitungsstandes. Eine Kunst- und Kulturplattform zur Förderung von Austausch und Diskurs.

Projektadresse

Porzellangasse Nr.1
1090 Wien
  • Start Projektumsetzung: 01.07.2019
  • Ende Projektumsetzung: 30.06.2020

Projektbeschreibung

Als Neuinterpretation eines klassischen Zeitungsstandes, der in der vergangenen Zeit die Rolle einer Plattform zur Verbreitung von Informationen eingenommen hat, macht es sich die Achtung zur Aufgabe einen entschleunigten Gegenpol zur Verbreitung von Inhalten in digitalen Massenmedien einzunehmen. In einem renovierten Kioskstand im 9. Wiener Gemeindebezirk, im Servitenviertel, sollen im Zuge der Initiative verschiedene Inhalte angeboten werden, die die Passanten und Passantinnen zu Diskussion, zu Austausch und zur eigenen Weiterbildung anregen sollen. Die Inhalte sollen dabei exponiert einen sehr niederschwelligen Zugang zu Kunst, Kultur und Literatur ermöglichen. Im Zuge des Projektes sollen daher Initiativen stattfinden, die die Menschen zum kritischen Auseinandersetzen mit politischen oder gesellschaftlichen, als auch mit dem eigenen Selbst anregen. Dabei stehen unkonventionelle Vermittlungskonzepte im Vordergrund. Geplant sind Kunstprojekte wie Aktionen, Ausstellungen und ein Podcast. Literaturprojekte wie Lesungen, die Umsetzung einer "Wiener Gassenzeitung" oder Musikveranstaltungen die zum Zusammensitzen und Diskutieren einladen.


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht. 

Details

 

 

 

 

In einem alten Kiosk, der im Servitenvirtel an der Porzellangasse Nr.1 schon seit über 50 Jahren seinen Platz hält,soll im Jahr 2019 ein Grundstein für einen Ort für interkulturellen Austausch gelegt werden. Die Achtung!, wie derräumliche Ort und aber auch in weiter gedachten Sinne das Projekt, die Bewegung, sich nennt, hat es sich zum Zielgesetzt über alternative, unkonventionelle Kunst- und Kulturvermittlungsprojekte einem persönlich gesetztenBildungsauftrag nachzugehen. Dieser Bildungsauftrag lässt sich durch den ursprünglichen Zwecke einesZeitungsstandes definieren und ist gewissermaßen eine Neuinterpretation eines klassischen Kiosks:

Ein Ort zum Austausch von Meinungen.

Während über die Geschichte der Verbreitung von Medien der Kiosk eine Funktion als Plattform zum Austauschvon Informationen ergriffen hat, hat seine Bedeutung in den vergangenen Jahren an Relevanz verloren. Bezogen dieMenschen noch vor zwei Jahrzehnten ihre Informationen, ihr Wissen und damit auch einen Teil derBewusstseinsbildung über Zeitungen, Magazine und Bücher, tut dies die Gesellschaft im Jahr 2019 vornehmlich imdigitalen Raum. Die radikale Erkenntnis dabei ist jedoch nicht der Unterschied zwischen Print und Digital, sondernderer, dass im digitalen Massenmedium der Austausch und damit auch der Diskurs verloren geht.

Doch, wie sollen Menschen zu Wahrnehmungsbildung- und Erweiterung gelangen, wenn Information nureinseitig von Statten geht?

Einseitige Information löst Gedanken aus und verliert sich im nächsten Moment in den Sphären des persönlichenGedächtnis. Dabei bräuchte es, wie beispielsweise von Umberto Eco beschrieben, eine „Guerilla“, also dieBevölkerung die von Haus zu Haus, von Tür zu Tür geht, und dabei nicht ihre Meinungen aufzwingt, sondern Fragenstellt: Das Zünden kritischer Gedanken durch Hinterfragen der durch Massenmedien vermittelten Inhalte.

Die Achtung! soll ein Versuch der Ausführung dieses Gedankens sein. Ein Ort der kritischen Auseinandersetzungmit dem Weltgeschehen: Das Nahe schätzend, das Fremde liebend.

Als Neuinterpretation des klassischen Kiosks, bietet die Achtung! dabei Inhalte zum inklusiven Diskurs. Es solldabei den Passanten und Passantinnen die Möglichkeit zur Bildung der persönlichen Wahrnehmung zu geben.Maßgeblich bei dieser Vorstellung ist die Bereitstellung des Angebotes. Dies besteht daher aus den wichtigstenWochenzeitungen und Magazinen, um sich über Lokal- und Weltgeschehnisse informieren zu können. Dazu werdenausgewählte klassische und zeitgenössische Werke in Dichtungen, Prosa, Romanen und Essays angeboten um denGeist der Leser zu erweitern und zu präzisieren. Das Angebot wird durch künstlerische Werke, sein sie Bildende oderAngewandte, abgerundet. Ein Fokus wird hier auf junge, unbekannte, lokale als auch internationale Künstler undKünstlerinnen gelegt. Um die Kulturvermittlungs- und Bildungsziele umsetzen zu können sollen auch verschiedeneVeranstaltungen initiiert werden wie Lesungen, Inszenierungen, Musikabende, Filmvorstellungen, Vernissagen vonKunstprojekten. Das Angebot wird nach und nach entwickelt, angepasst und erweitert.

 

 

 

 

Standort:

 

 

GRÄTZL & GESCHICHTE

 

 

Der Kioskstand befindet sich im 9. Wiener Gemeindebezirk auf der Porzellangasse Nr.1.

In seiner ursprünglichen Form als Zeitungs- und Verkaufsstand prägt er als solcher schon seit über 100 Jahren dasStadtbild des Bezirkes und des umliegenden Grätzls. Das Grätzl, das Servitenviertel, ist gekennzeichnet alsklassisches gutbürgerliches Wiener Wohnviertel mit einem breiten Angebot an Lokalen, Restaurants, Parks undGeschäften des alltäglichen Gebrauchs. Im Viertel befinden sich außerdem mehrere Schulen wie das Lycée Français,das Gymnasium Wasagasse als auch das Institut für Wirtschaftswissenschaften und Mathematik der Universität Wiensowie das Kompetenzzentrum für Didaktik. Außerdem ist das umliegende Viertel Heimat verschiedener Museen, wiedem Sigmund Freud Museum in der Berggasse, dem Strauss Museum und anderen kulturellen institutionellenEinrichtungen.

Im Servitenviertel ist Kultur und Lebensqualität ebenso präsent wie qualitativ hochwertige Kulinarik undentschleunigtes Einkaufen in den vielen spezialisierten Geschäften rund um die Porzellangasse.

Kultureller Austausch:

Während sich schon früh am Morgen die Taxifahrer beim Gespräch am Taxistand austauschen, treffenPhilosophInnen, KünstlerInnen, SchriftstellerInnen und PolitikerInnen in den Geschäften und Kaffeehäusern imDiskurs aufeinander.

So auch eine Anekdote des bisherigen Standbesitzers und langjährigen Betreibers Said Mahmoud:

„Beim Zeitungskauf sind immer wieder Menschen verschiedener sozialer Schichten aufeinander getroffen. DieBesucher des Sigmund Freud Museums kamen ins Gespräch mit Philosophen oder Politikern wie unserem derzeitigenBundespräsidenten“.

Der langjährige Standbesitzer:

Said Mahmoud, in Kairo geboren und in Wien aufgewachsen, betrieb den Stand als Plattform zumInformationsaustausch über drei Jahrzehnte. Streift er in der umliegenden Gegend herum, lässt sich erkennen, dass esbei der Arbeit um viel mehr ging als den reinen Zeitungs- und Magazinverkauf. Im Minutentakt wird der Wiener mitägyptischen Wurzeln herzlich und freundschaftlich begrüßt, auf die Weiterführung des Kiosks angesprochen. Es wirdnach dem Wohlbefinden der eigenen Person, nach dem der Kinder und Verwandten gefragt. Said ging es dabei schonseit Beginn der Übernahme in den 80er Jahren um den Aufbau von Freund- und Bekanntschaften und den Austauschmit den Kunden. Während sich in den letzten drei Jahrzehnten vieles im Stadtbild verändert hat, ist Said Mahmoud fürviele Bewohner eine Konstante mit der sie in ihrer Entwicklung Kindheitserinnerungen verbinden.

Die Zukunft:

In Zukunft soll der Kioskstand in seiner neuen Interpretation und in seinen beschränkten räumlichen AusmaßenRaum für Geschichte, für Austausch und für Lebensqualität schaffen. Es dürfen Freundschaften geschlossen werdenund Diskussionen entstehen.

 

 

 

 

GESTALTUNG & SCHUTZZONE

Der Kioskstand befindet sich an der Ecke Berggasse / Porzellangasse / Servitengasse in der Schutzzone 9. Rossau.Die Schutzzonen der Stadt sind dadurch gekennzeichnet, dass die Erhaltung der natürlichen Gegebenheiten, derhistorischen Strukturen, der prägenden Bausubstanz und die der Vielfalt der Funktionen einer bestimmten Region zugewährleisten ist. Dies bezieht sich vor allem auf das äußerliche Erscheinungsbild der Gebäude. Da der Kiosk seitüber 100 Jahren besteht, zählt er in seiner Gestaltung zum unverwechselbaren Erscheinungsbildes desServitenviertels. Dabei ist er auch ein schönes Beispiel für einen klassischen Zeitungs- und Informationsstand wieman ihn aus anderen Städten in anderen Ländern oder aber auch aus der vergangenen Zeit aus Wien kennt.

Die vergangenen Wochen wurde die Achtung! renoviert. Dabei wurde darauf geachtet, dass die ursprünglicheSubstanz des Zeitungsstandes erhalten bleibt und durch verschiedene Elemente in einen schönen, aufgeräumten undeinladenden Zustand gebracht wird. So wurden alle notwendigen Flächen gestrichen, die Patina derMetallkonstruktion allerdings erhalten. Das Innere wurde mit Holz aufgewertet. Alle Fenster wurden gereinigt odererneuert. Die Lichtgestaltung unterzog sich einer atmosphärischen Bearbeitung. Der Stil, der das aufgeräumte Urbanemit dem Wilden der Natur vereinen soll, wurde als roter Faden in der Gesamtgestaltung durchgezogen. Insgesamt sindvon den Projektmitgliedern über 200 Stunden in Renovierungsarbeiten geflossen. Alle Elemente die der Weitergabedes Angebots dienen wurden in Handarbeit erstellt. 

Budget

  • Gesamtbudget
    € 4.500,-
  • - Eigenmittel
    € 500,-
  • Finanzierungsziel
    € 4.000,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 400,-
  • Zielbudget
    € 4.400,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 2.250,-
  • Respekt.net-Teilbetrag A (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 2.500,-
  • Respekt.net-Teilbetrag B (wird nach Erhalt des Zwischenberichtes überwiesen)
    € 1.000,-
  • Abgabedatum Zwischenbericht
    31.12.2019
  • Respekt.net-Teilbetrag C (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 500,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    14.07.2020
  • Projektrisiken

    Grundsätzlich steht der Umsetzung des Projektes nichts im Wege. Ein Risiko könnte sein, dass wir die Bewilligung der Stadt Wien nicht für die kommenden Jahre verlängern können. Diese läuft noch bis Ende des Jahres 2019 und sollte problemlos verlängert werden können.

  • Budgetplanung

    Mittelverwendung Finanzierungsschwelle:


    Wird die Finanzierungsschwelle erreicht, sind die Mietkosten für das Objekt, sowie die Abgaben an die Stadt Wien gedeckt. Das bedeutet, dass die Projektmitglieder zumindest für ein Jahr ehrenamtlich die Kosten decken und die Vorhaben umsetzen können.


    Mittelverwendung Finanzierungsziel:


    Ist das Finanzierungsziel erreicht können weitere außerordentliche Kosten wie Reparaturaufwendungen gedeckt werden. Außerdem lässt sich mit dem Finanzierungsziel den involvierten Personen, bzw. Künstlern und Künstlerinnen ihre Arbeit mit einem Honorar vergüten.

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