Projekt-ID: 2051

MUKI-Häuser: Helfen wir Müttern und Kindern in der Corona-Krise

Initiator/In: Bettina Reiter
eingereicht am: 06.04.2020
Budget: € 11.000,-
Finanzierungsfrist: 19.05.2020
Finanzierungsschwelle: € 10
Land/Region: Österreich/Wien
Art: Aktion
Themenkreis: Armut & Sozialstaat

Allgemein

Projektteaser

Die Mutter-Kind-Häuser der Caritas und die Mütterberatungen in Wien sind voll. Wir helfen und finanzieren Müttern und ihren Kindern das Notwendigste, um sie durch die momentane Krise zu bringen.

Projektadresse

Mutter-Kind-Häuser der Caritas Wien
  • Start Projektumsetzung: 01.05.2020
  • Ende Projektumsetzung: 31.12.2020

Projektbeschreibung

Wohnungslose Frauen und ihre Kinder finden in den MUKI-Häusern nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch einen Neuanfang für ein selbstständiges Leben. Gemeinsam mit der Caritas wollen wir mit den Spenden die Versorgung mit dem Nötigsten für die drei Mutter-Kind Häuser in Wien sicherstellen. Die Teams der Mutter-Kind-Häuser betreuen derzeit mehr als 60 Mütter und ihre Kinder, die sonst wohnungslos wären.

Die Covid-19 Krise bringt die Mütter und die Kinder stark unter Druck. Das Eingesperrt-Sein in den Wohnungen setzt ihnen zu. Die Betreuung der Kinder und Entlastung durch Schule oder Kindergarten fallen weg. Viele sind nicht in der Lage, ihre Kinder bei den nötigen Lernaufgaben zu unterstützen, noch dazu fehlt das technisches Equipment. Auch die Betreuung muss telefonisch oder mit dem Sicherheitsabstand stattfinden, die ehrenamtliche Unterstützung ist krisenbedingt eingestellt.

Viele der Frauen, die nach der Betreuung im MUKI schon in ihrer eigenen Wohnung wohnen, haben akute finanzielle Probleme. Um diese Frauen und ihre Kinder wenigstens finanziell ein bisschen zu entlasten, sammelt Respekt.net Spenden für die Mutter-Kind-Häuser der Caritas.

Respekt.net unterstützt die Mukis und sammelt Spenden für:

  • Finanzielle Überbrückungshilfen
  • Lebensmittel und Hygieneartikel
  • Beschäftigungsmaterial für die Kinder
  • Equipment für E-Learning

Nachweis Projektabschluss

Fotodokumentation, Projektbericht.

Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

Details

Mama, ich mag den Corona nicht! – „Alltag“ in den Mutter-Kind-Häusern während der Corona-Krise

Mit einem Mindestmaß an persönlichem Kontakt, alle Sorgen und Ängste abzufangen und gleichzeitig die vielen Fragen zum Thema Corona beantworten zu können, ist ein unabsehbarer Kraftakt, welcher derzeit in den Mutter Kind Häusern zu bewältigen ist.

Regelmäßig werden Telefonberatungen und Entlastungsgespräche angeboten.

Auch vor Ort sind die MitarbeiterInnen täglich im Einsatz um entstehende Krisen früh zu erkennen und rechtzeitig zu intervenieren, denn die Belastung ist hoch.

Die Betreuung der Kinder und somit die Entlastung durch Schule oder Kindergarten fällt weg. Viele sind nicht in der Lage ihre Kinder bei den nötigen Lernaufgaben zu unterstützen, noch dazu fehlt das technische Equipment. Neben der Hausaufgabenhilfe via Videotelefonie unterstützen wir zusätzlich mit Beschäftigungs- und Bastelmaterialien und dem Ausdrucken von Schulmaterialien.

Hinzu kommen die großen finanziellen Sorgen. Dass es zu Einbrüchen des Einkommens kommt, das sind viele der Frauen bereits gewohnt. Aber in diesen Zeiten ist die Verunsicherung um ein Vielfaches größer, keiner kann sagen, wie lange es dauert, bis wieder von einem „Normalzustand“ gesprochen werden kann.

Alle gut durch diese Krise zu begleiten und weiterhin positiv zu denken, das ist unser Ziel. Denn nur so schaffen wir es, auch in dieser fordernden Zeit unseren Job zu machen. Unser großes Vorbild sind hierbei die Kinder, welche die großartige Fähigkeit besitzen, aus jeder Situation das Beste zu machen.
Sie sind zwar irritiert über den Mangel an Kontakt…eine kurze Umarmung oder schnell einmal ein Bussi für die Lieblingsnachbarin ist nicht mehr drin.

Aber da werden Zeichnungen unter der Tür durchgeschoben oder es wird der besten Freundin ein Briefchen beim Fenster hinunter geworfen, ein Einweghandschuh stibitzt und ein lustiges Tier daraus gebastelt.

Beeindruckend menschlich ist es zu sehen, wie die Bewohnerinnen der Mukis aufeinander schauen und Abstand halten. Sie machen sich über Telefon oder über Zurufe am Gang aus, wer jetzt Hof, Gemeinschaftsküche oder Spielzimmer nutzen darf.

Wir haben den Eindruck, dass unsere Mamas trotz des enormen Drucks unglaublich gut in Krisensituationen funktionieren. Da leider nie wirklich alles "einfach und normal" war, haben sie sich im Laufe der Zeit Strategien angeeignet, die sich jemand der immer "alles" hatte, nur wünschen kann!

Wir bewundern unsere Bewohnerinnen für ihren starken Willen, ihren Kindern und sich eine bessere Zukunft ermöglichen zu wollen. Trotz heftiger Schicksalsschläge in der Vergangenheit nicht aufzugeben, sondern aufzustehen und weiterzumachen.

Es zeigt sich einmal mehr, dass ein Mutter Kind Haus so viel mehr ist, als einfach „nur“ ein Wohnplatz. Es ist ein Ort der Wärme und Herzlichkeit, an dem es auch in dieser schweren Zeit „menschelt“ und darauf können wir sehr stolz sein!

Budget

  • Gesamtbudget
    € 10.000,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 10.000,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 1.000,-
  • Zielbudget
    € 11.000,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 10,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 1 (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 6.619,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 2 (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 736,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
  • Projektrisiken

    keine: Corona-Sonderkondition (jeder Cent zählt)

  • Budgetplanung

Dateien

Galerie

News

Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Jede Spende hilft den Mutter Kind Häusern der Caritas Wien dabei, auch in einer solch fordernden Zeit, wie sie das Jahr 2020 mit sich brachte, die dringend notwendigen Angebot aufrecht zu erhalten und dort zu unterstützen, wo Hilfe dringend benötigt wird.

Wie so viele soziale Einrichtungen, standen auch die Mutter Kind Häuser der Caritas Wien mit dem Beginn der Corona Pandemie vor großen Herausforderungen. Von einem Tag auf den anderen, wurden sämtliche Angebot hinuntergefahren. Es herrschte große Ungewissheit, was uns alle erwarten wird und wie bzw. ob wir diese Krise meistern können.

Bei Bewohnerinnen eines Mutter Kind Hauses, handelt es sich ausschließlich um Frauen und deren Kinder, welche bereits in der Vergangenheit viel Schlimmes erlebt haben. Fluchterfahrung, Gewalt durch den Ex Partner, Obdachlosigkeit, Armut, u.v.m.. Die sog. Corona Krise bedeutete für die Bewohnerinnen eines Mutter Kind Hauses also oft, die Krise zur Krise, denn selten war davor alles in Ordnung, stabil und sorgenfrei.

Zu den Zielen, welche man sich im Rahmen eines Aufenthalts in einem Mutter Kind Hauses erarbeiten sollte, zählen ohne Frage, psychische und finanzielle Stabilisierung, sowie das Erlangen, eines geregelten Einkommens, im Rahmen einer Festanstellung.

Nun kann man sich nur zu gut vorstellen, dass viele Bewohnerinnen, durch die Pandemie und die Negativschlagzeilen, in Bezug auf die Arbeitslosenzahlen, große Sorge haben, diese Ziele nicht zu erreichen und daran scheitern, für sich und ihre Kinder eine sorgenfreiere Zukunft aufzubauen.

Angst davor, zu scheitern, Angst davor, die eigenen Kinder wieder einmal zu enttäuschen, ihnen wieder nicht das bieten zu können, was sie sich verdient haben…und oft nicht einmal das, was deren Grundbedürfnisse decken würde.

Zu oft kommen Familien zu uns, mit nichts Weiterem, außer ein wenig Kleidung und den wichtigsten Dokumenten. Zu oft geht diesem Moment, in welchem diese Familien an unseren Türen läuten, eine lange Leidensgeschichte voran.

In unseren Mutter Kind Häusern haben wir es uns zum Ziel gesetzt, Familien, so gut es geht, dabei zu unterstützen, sich ein eigenständiges und vor allem zu einem großen Teil, selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Kinder zu fördern und ihnen Chancen zu geben, welche sie ohne die Unterstützung einer sozialen Einrichtung nie bekommen hätten.

Eine Chance, welche ihnen verwehrt geblieben wäre, weil sie im „falschen“ Land geboren wurden, weil ihre Mutter den falschen Partner „gewählt“ hat, weil sie immer wieder umgezogen sind und nie wirklich das Gefühl gehabt haben, zu Hause und in Sicherheit zu sein.

Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, wie viel eine Kinderseele oft aushalten muss und mit welcher Stärke Kinder den schlimmsten Situationen und Umständen entgegentreten. 

Den Sinn unserer Arbeit sehen wir ganz stark darin, einer Mutter, die Stärke und Kraft mitzugeben, um für ihre Kinder da zu sein und genug Selbstwertgefühl hat, um diese zu schützen, wenn Schutz gebraucht wird. Es zählt am Ende nur, es den Familien, welche ohnehin schon sehr stark belastet sind, etwas leichter zu machen und ihnen den Glauben an die Menschen und ein Leben ohne Gewalt und Erniedrigung wieder zu geben.

Das ist wofür wir täglich arbeiten, denn jede Nacht, welche ein Kind in Sicherheit verbringen kann und das Gefühl von „zu Hause sein“ im Herzen hat, ist unbezahlbar.

Galerie

Downloads

Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Nie wirklich dazu gehören, immer ein Außenseiter sein…so fühlen sich die Kinder, welche mit ihren Mamas in ein Mutter Kind Haus ziehen oft. Stark in unserer Erinnerung hängen geblieben, ist ein kleiner, vierjähriger Bub, welcher mit seiner Mama bereits 9x in den letzten zwei Jahren umgezogen ist und nie wirklich wo zu Hause war. Manchmal war es bei dem Freund der Mutter und dann auf der Schlafcouch der Tante und deren Familie, das ging aber meistens nur ein paar Wochen gut, da es bei vielen Leuten auf engem Raum oft zum Streit kam.

Die vielen Umzüge, aus Mangel an einer stabilen Wohnmöglichkeit, machen es einer Familie nahezu unmöglich, sich ein Netzwerk aufzubauen, Freunde zu finden, Unterstützungsangebote langfristig in Anspruch zu nehmen, etc. Dann auch noch ein Migrationshintergrund, unzureichende Sprachkenntnisse und fehlende Ausbildung, sowie Berufserfahrung.

Ausgrenzung ist ein ständiger Begleiter unserer Familien, mit gezielten Unterstützungsangeboten und dem stückweisen Aufbau eines Netzwerks, sowie der Stärkung der Solidarität unter den Bewohnerinnen, wird versucht, bestehende Denkstrukturen aufzuweichen.

Besonders traurig zu sehen ist es, wenn Kinder in der Schule von Ausgrenzung betroffen sind, Ausgrenzung, weil die Schuhe kaputt sind, Ausgrenzung, weil die Mama kein Geld für den Klassenausflug hat, Ausgrenzung, weil man schon wieder das neue Kind in der Klasse ist, welches unter dem Schuljahr dazu gekommen ist.

Wir unterstützen Familien in solchen Angelegenheiten auch finanziell, um ihnen zumindest diese Last zu nehmen, dass die Kinder von Mobbing aufgrund der Armut der Familie betroffen sind.

Der gesellschaftspolitische Aspekt, wenn man Kinder mit Lernmaterialien unterstützt, ihnen einen Raum zum Lernen zur Verfügung stellt und Familien mit Lebensmittelspenden versorgt, liegt ganz klar darin, dass Bildung etwas so Kostbares ist und Menschen die Fähigkeit geben kann, ihr Leben selbstbestimmt zu führen und dadurch auch die Wahrscheinlichkeit steigt, ein glückliches Leben führen zu können. Und glückliche Menschen sind für eine Gesellschaft unerlässlich!

Weiters muss angemerkt werden, dass Österreich ein sehr reiches Land ist und hier die Schere zw. arm und reich bzw. der „ungünstigen“, wenn nicht sogar katastrophalen Verteilung des Geldes deutlich zu erkennen ist. 

Es darf nicht sein, dass Kinder in einem Land wie diesem, auf der Straße schlafen oder hungern müssen, an Schulausflügen nicht teilnehmen dürfen oder in Bildungsfragen benachteiligt werden.

Diesen Missstand zeigen wir unaufhörlich auf und wollen damit erreichen, dass die „gleichen Bildungschancen für Alle“, endlich Realität werden.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Das Projekt wurde mit der Öffentlichkeit kaum geteilt, da wir intern viel zu stark mit dem Krisenmanagement beschäftigt waren. Einzig unsere BewohnerInnen und MitarbeiterInnen wurden über die Aktion informiert. Umso größer war die Freude, als das Spendenziel erreicht werden konnte und wir wussten, dass wir uns nun für die Zeit des digitalen Lernens und der möglichen Schulschließungen bzw. auch der geplanten Summer School rüsten können.

Durch die Etablierung der Lernzimmer, ist es auch für unsere freiwilligen Lernbuddys möglich gewesen, unsere Kinder mit ausreichend Abstand, beim Lernen zu unterstützen. Sowohl vor Ort, als auch über Videokonferenz. 

Von den Freiwilligen gab es durchwegs positive Rückmeldungen, da die Kommunikation mit den Kindern in einem geeigneten Lernraum, um ein Vielfaches leichter fällt.

Zusätzlich kam es durch den Kauf von Lebensmittelgutscheinen zu großer Erleichterung bei den Familien, da regelmäßig auch frische Lebensmittel besorgt werden konnten.

Auch, wenn nicht viele Menschen in die Umsetzung des Projekts involviert waren, konnte damit Großes bewegt werden! 

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Mit dem gespendeten Geld wurde in jedem der Mutter Kind Häuser ein Lernzimmer mit Regalen eingerichtet bzw. mit technischem Equipment, wie Laptops und Bildschirmen so adaptiert, dass alle Kinder in unseren Häusern die Möglichkeit haben, in einem ruhigen Raum, an einer Online Unterrichtseinheit teilzunehmen oder die Hausaufgaben zu machen, ohne störende Geräusche oder kleine Geschwister im Hintergrund.

 

Weitere Details sind der Kostenaufstellung zu entnehmen. 

 

Wie werden Sie die Mildtätigkeit des Projektes nachweisen?

Zugeordnete Themen