Projekt-ID: 2204

Seelenpflaster - weil jedes Kind zählt.

eingereicht am: 05.02.2021
Budget: € 4.576,-
Finanzierungsfrist: 05.04.2021
Finanzierungsschwelle: € 10
Land/Region: Österreich/Oberösterreich
Art: Aktion
Themenkreis: Soziales Engagement

Allgemein

Projektteaser

Seelenpflaster - Verein zur Förderung psychischer Kinder- und Jugendgesundheit finanziert mit den Spendeneinnahmen die Psychotherapie eines jungen Menschen aus einer sozial benachteiligten Familie.

Projektadresse

Je nach Standort der Therapeutin.
  • Start Projektumsetzung: 03.05.2021
  • Ende Projektumsetzung: 02.05.2022

Projektbeschreibung

Die Pandemie hat dramatische Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. 

Die Zahl an Jugendlichen und jugendlichen Erwachsenen mit depressiven Symptomen liegt mittlerweile bei über 50 %. 

Kinder- und Jugendpsychiatrien sind überlastet, kassenfinanzierte Therapieplätze eine Seltenheit und die Selbstkosten für dringend benötigte Psychotherapie für viele Familien (auf lange Sicht) unbezahlbar.

Hier setzt Seelenpflaster an. Durch dieses Projekt kann 1 psychisch erkranktes Kind/Jugendlicher 1 Jahr lang eine Psychotherapie besuchen. Die Stabilität ist von besonderer Bedeutung. Damit geben wir diesen jungen Menschen gemeinsam die Chance auf eine gesunde Entwicklung und ein glückliches Leben.

Mit einer Spende von EUR 80,00 ermöglichst du 1 Einheit Psychotherapie und schenkst Hoffnung.

Im Namen derer, die sonst nicht gehört werden: Vielen Dank von Herzen für deine Spende!

Dieses Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Verein APC-HELP. Spenden sind daher steuerlich absetzbar.


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

Details

Seelenpflaster ist ein gemeinnütziger Verein, der im Oktober 2020 in Nußdorf am Attersee gegründet wurde. Wir therapieren nicht selbst, sondern stellen - durch Spenden - die Finanzierung von Psychotherapie sicher, wenn es die betroffene Familie selbst finanziell "nicht stemmen" kann.

Psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien ermöglichen wir dadurch die Chance auf ein gesundes Heranwachsen. Dort, wo der Staat versagt, schauen wir hin.

Wer wir sind und wofür wir stehen: www.verein-seelenpflaster.org

Folgt uns auch auf Facebook und Instagram (seelen_pflaster).

Weil jedes Kind zählt.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 4.160,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 4.160,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 416,-
  • Zielbudget
    € 4.576,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 10,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 1 (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 3.744,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 2 (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 416,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    16.05.2022
  • Projektrisiken

    Ein "Risiko" ergibt sich möglicherweise daraus, dass eine Therapie vom Patienten abgebrochen oder im besten Fall erfolgreich abgeschlossen wird. Dies beeinflusst unser Ziel jedoch nicht negativ, weil in der Regel neue Antragsteller in der Warteschleife stehen, und ein anderes Kind/Jugendlicher unmittelbar finanziell unterstützt werden kann. Wir schenken damit erneut Hoffnung und Chancen.

  • Budgetplanung

    Wir rechnen einen durchschnittlichen Selbstbehalt bei einer Psychotherapie-Einheit von EUR 80,00. Das heißt: Geht 1 Kind wöchentlich zur Therapie, kostet das ca. EUR 4.160 im Jahr. 

    Wir geben die Respekt-Einnahmen für Honorarnoten von Psychotherapeutinnen aus, mit denen wir in Verbindung stehen. Das Geld fließt nicht an die Familien direkt, sondern wird zweckgebunden für den Besuch von Psychotherapie Einheiten verwendet. 

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Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Lange Autofahrten laden zu langem Nachdenken ein. Grieskirchen – Nußdorf, täglich einmal hin und zurück. Häufig nutzte die heutige Obfrau des Vereins Seelenpflaster die Autofahrten, um abzuschalten und Radio zu hören. Oft denkt sie aber auch noch über die Patientinnen und Patienten, die sie als Klinische Psychologin und Psychotherapeutin an der Station für Kinder- und Jugendpsychosomatik betreut, nach. Manchmal nutzt sie die Autofahrten auch, um meine Wut abflauen zu lassen. Ihre Wut über Ungerechtigkeiten, Wut über Benachteiligung und häufig Wut über Machtlosigkeit. Über Machtlosigkeit in einem System, das den Bedürfnissen von der „Norm“ Abweichenden oft nicht gerecht wird. Über Machtlosigkeit in einem System, das die Behandlung körperlicher Erkrankungen finanziell deckt, aber jene psychischer Erkrankungen nur zu einem beinahe verschwindend geringen Anteil. Und im konkreten Fall über die Machtlosigkeit, wenn eine Patientin oder ein Patient aus dem Krankenhaus entlassen wird, aber auf die dringend nötige Psychotherapie, die er oder sie unbedingt braucht und unbedingt will, um diese Phase der Instabilität gut bewältigen zu können, Monate warten muss. Häufig wünschte sie sich eine Art imaginären Fonds herbei, mithilfe dessen sie den bedürftigen Patientinnen und Patienten zumindest das eine ermöglichen kann: einen nach der Entlassung möglichst zeitnahen Start ihrer Behandlung.

Eines Tages kommt die Idee an die Oberfläche. Was zuerst nur ein Hirngespinst ist, wird im Laufe der Autofahrten konkreter. Letztlich so konkret, dass sie zuhause auch mit ihrem Mann, Oliver, darüber spricht: ein Verein, der Therapiekosten für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen deckt. Auch er findet die Idee gut. Bei einem gemeinsamen Abendessen mit ihrer Sandkastenfreundin Julia spricht sie die Idee an und fragte sie – eher lapidar, noch wenig ernst – ob sie denn mitmachen wollen würde. Ja, sie wäre auf jeden Fall dabei. Aber die Idee bleibt vage. Der Alltag läuft dahin und die ersten Gedanken dazu verblassen wieder.

Plötzlich geschieht etwas, das uns aus dem Alltag reißt: Moria – Schreckensbilder von Not leidenden Flüchtlingskindern wandern durch das Internet und Corona – eine Pandemie, die unsere Normalität verändert. Eine Pandemie, die für die ältere Generation akute Gefahren und für die junge Generation Langzeitgefahren birgt. Langzeitgefahren, die vor dem Drängenden des Akuten ignoriert werden müssen. In dieser Zeit schrieb Julia eine kurze, aber folgenreiche Nachricht: „Lass uns das mit dem Verein machen, Mona. Ja?“ Und daraufhin kommt alles ins Rollen. Es rollt, wie ein Ball über einen Hang. Mit jedem Meter nimmt er zusätzliche Fahrt auf. Wir beschließen, dass wir im Advent 2020 schon Spenden sammeln wollen. Bis dahin muss alles stehen: Vorstand, Statuten, Social Media Auftritt, Homepage, eine transparente Handlungsanleitung, klare Richtlinien, wem, wann, welche Gelder zu Gute kommen. Kurze Zeit später folgen die erste Vorstandssitzung und viele Beschlüsse. Am nächsten Tag sind die Errichtungsanzeige für den Verein und die Statuten in einem Kuvert und auf dem Weg zur Vereinsbehörde. Und so war Seelenpflaster im November 2020 gegründet. Unser Projekt über respekt.net diente dem Startschuss für die Einnahme von Spenden, damit die ersten eingelangten Unterstützungsanträge bearbeitet werden konnten. 

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Seelenpflaster - ein dauerhaft angelegtes Projekt - trägt dazu bei, dass psychisch kranke Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien notwendige Therapie erhalten. Mithilfe von Spendengeldern ersetzen wir einerseits entstehende Therapiekosten und andererseits bemühen wir uns durch Öffentlichkeitsarbeit um eine positivere gesellschaftliche Bewertung psychischer Erkrankungen. Seelenpflaster bezweckt die Ermöglichung eines gesunden Aufwachsens, Enttabuisierung und echte Chancen. 

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Über das Crowdfunding Projekt konnten wir unsere Social Media Reichweite erhöhen und sehr gutes Feedback erhalten. 

Vorallem im Hinblick auf die Pandemie und die dramatische Verschlechterung des psychischen gesundheitlichen Zustands von vielen jungen Menschen, waren bestanden die Reaktionen zu unserem Projekt aus Lob und Zuspruch.

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Mit dem gespendeten Geld konnten seither 6 minderjährige Personen aus Oberösterreich die benötigte Psychotherapie besuchen bzw. fortsetzen. Es handelt sich dabei um 4 weibliche und 2 männliche Personen, geb. zwischen 2005 und 2013. 

Die Zahlung seitens Seelenpflaster ergeht immer jeweils direkt an die Psychotherapeutin. Das heißt: nachdem das betroffene Kind/Jugendliche die Einheit wahrgenommen hat, erhält Seelenpflaster die Honorarnote, welche von uns beglichen wird. So ist eine sichere Spendenverwendung, ein vertrauenswürdiger Umgang sowie ein Austausch mit der Therapeutin  sichergestellt.

Wie werden Sie die Mildtätigkeit des Projektes nachweisen?

Seelenpflaster übernimmt die Kosten für die Einheiten von Psychotherapie für solche Kinder/Jugendlichen, die aufgrund ihres seelischen Zustands auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Damit erfüllt Seelenpflaster einen mildtätigen Zweck. 

Wir knüpfen außerdem an die wirtschaftliche Situation der Familie an: Wenn die Familie eine der folgenden Beihilfen erhält, gilt sie als sozial benachteiligt und damit förderungswürdig: Wohnbeihilfe, Schulbeihilfe, Schulveranstaltungshilfe (Bezug im laufenden Kalenderjahr), Grundversorgung für hilfs- und schutzbedürftige Menschen, Rezeptgebührenbefreiung, GIS-Gebührenbefreiung. Seelenpflaster holt eine Bestätigung über den laufenden Bezug ein.

Die betroffenen Kinder und Jugendliche gelten als hilfsbedürftige Personen, welche Seelenpflaster durch die Übernahme der Kosten für die notwendige Psychotherapie unterstützt. 

Auf unserer Homepage beschreiben wir, wer wie Hilfe von Seelenpflaster erhält:

www.verein-seelenpflaster.org/wer-bekommt-hilfe

www.verein-seelenpflaster.org/faq