Projekt-ID: 2414

Temporäres Wohnen für ein gehörloses Ehepaar aus der Ukraine und ihren kleinen Hund

Initiator/In: Gerhard Manfred Schwab
eingereicht am: 25.05.2022
Budget: € 5.940,-
Finanzierungsfrist: 01.08.2022
Finanzierungsschwelle: € 10
Land/Region: Österreich/Wien
Art: Aktion
Themenkreis: Flüchtlinge & Zuwanderung

Allgemein

Projektteaser

Hilfe für geflüchtete Menschen aus der Ukraine - konkret unterstützen wir ein gehörloses Ehepaar wirtschaftlich und persönlich.

Projektadresse

Die Wohnung für das ukrainische Ehepaar befindet sich im 20. Bezirk
  • Start Projektumsetzung: 10.04.2022
  • Ende Projektumsetzung: 30.09.2022

Projektbeschreibung

Sascha und Lara sind wegen des Kriegs aus Charkiw in der Ukraine nach Wien geflüchtet. Wir – ein Ehepaar aus Wien – haben uns entschlossen, das gehörlose Ehepaar sowohl wirtschaftlich als auch persönlich, insbesondere durch Begleitung bei Amtswegen, zu unterstützen.

Mit Hilfe des Crowdfundings möchten wir den Teil der Miete, der nicht durch den Mietzuschuss der Stadt Wien abgedeckt wird, finanzieren, die Kosten für Strom und Internet, die Ausgaben für die Versicherung ihres 12 Jahre alten KFZ, mit dem sie nach Wien gekommen sind, sowie für das Parkpickerl, das ab Juni fällig wird.

Weiters die Einrichtung der angemieteten Wohnung und Verpflegungskosten, die über das von der Grundsicherung abgedeckte Ausmaß (215 EUR pro Person und Monat, das sind ca. 7 EUR pro Tag!) hinaus gehen – sie haben auch ihren kleinen Hund Mila mitgenommen, der Futter braucht.

Das ist ein Kooperationsprojekt mit APC-Help. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar!


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

Details

Wer sind Sascha und Lara?

Sascha hat Berufspraxis als Fliesenleger, Bodenverleger und beherrscht auch einfache Installateur-Arbeiten, Lara hat als Näherin gearbeitet.

Da sie beide weder Deutsch noch Englisch können und obendrein gehörlos sind, ist es für sie sehr schwer (vermutlich unmöglich), eine gut bezahlte dauerhafte Arbeit zu finden.

Wir möchten die beiden in dieser schwierigen Situation unterstützen.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 5.400,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 5.400,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 540,-
  • Zielbudget
    € 5.940,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 10,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 1 (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 4.860,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 2 (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 540,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    14.10.2022
  • Projektrisiken

    Es könnte der Fall eintreten, dass der Krieg rasch endet und die Geflüchteten vor Ende September wieder zurück in ihre Heimat fahren; ist aber aus heutiger Sicht als sehr unwahrscheinlich einzustufen.

    Wir würden ihnen dann eventuelle nicht verbrauchte Mittel als Starthilfe für ihre Rückkehr bar auszahlen.

  • Budgetplanung

    Einrichtung der leeren Wohnung (IKEA)                   493
    Internet-Router mit Wertkarte                                     69
    Internet Serviceentgelt (einmal pro Jahr)                   27
    Internet Tarif ohne Bindung für 6 Monate              138
    Strom Teilbeträge für 6 Monate                             1.700
    Hundebeißkorb und Hundefutter                             250
    Parkpickerl                                                                    130
    sonstiges (Miete, Verpflegung, KFZ-Vers.)            2.600

    Summe                                                                      5.407

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Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine sind viele Menschen, vor allem Frauen und Kinder, in die EU geflüchtet, einige auch nach Österreich.

Wir, Donatella Magliani und Manfred Schwab, wollten auch einen Beitrag zur Unterstützung von nach Wien gekommenen Kriegsflüchtlingen leisten, indem wir einer Familie Unterkunft bieten. Da unsere Wohnung keine Gästezimmer hat, haben wir beschlossen, eine leerstehende Wohnung anzumieten, wobei ein Teil der Miete durch den Mietzuschuss der Stadt Wien finanziert werden sollte, für die Differenz zur marktüblichen Miete würden wir aufkommen.

Schließlich fanden wir eine Wohnung im 20. Bezirk, aus der die aktuelle Mieterin am 8.4.2022 – einem Freitag – ausziehen sollte (und auch tatsächlich ausgezogen ist).

Über die Diakonie bekamen wir 3 Vorschläge von Personen, für die eine Unterkunft gesucht wurde; wir fanden, dass die Wohnung gut geeignet wäre für ein gehörloses Ehepaar mit einem kleinen Hund, die Kommunikation funktioniere laut Auskunft der Diakonie ganz gut über WhatsApp Nachrichten auf Deutsch, welche die Gehörlosen mithilfe von Google Translate in ihre Muttersprache (russisch … sie kommen aus Charkiw) übersetzen und dann ihre Antwort ins Deutsche übersetzt abschicken.

Nach dem Auszug der Mieterin am 8.4. haben wir am Samstag, dem 9.4. die Einrichtung beschafft – teilweise von IKEA, teilweise mit gebrauchten Möbeln, die auf willhaben.at angeboten worden sind – und in die Wohnung transportiert.

Am Sonntag, dem 10.4. trafen wir die beiden Flüchtlinge Lara und Sascha und ihren Hund Mila vor dem Haus Gerhardusgasse 19 und zeigten ihnen die Wohnung, in die sie dann am Montag, dem 11.4. eingezogen sind – bei der Einrichtung haben wir übrigens einen Schwerpunkt auf die Farben blau und gelb gelegt, was sie sichtlich gefreut hat (nur das Bettsofa ist rot, aber ohnehin selten so zu sehen).

Am Montag, dem 11.4. fuhr ich (Manfred Schwab) mit ihnen auf ein Magistratisches Bezirksamt, um sie behördlich anzumelden, und machte bei meiner Hausbank einen Termin für an 12.4. aus, um ein Bankkonto für sie zu eröffnen. Sobald dies erledigt war, überwies ich 510 EUR auf ihr Konto und zeigte ihnen, wie man Überweisungen von dem Konto vornimmt, indem ich 10 EUR auf mein Konto zurück überwies; die somit auf ihrem Konto verbleibenden 500 EUR waren als Starthilfe gedacht, damit sie die Miete für Mai zahlen und sich Verpflegung kaufen können, da es noch dauern sollte, bis sie die ersten Leistungen der Stadt Wien erhalten würden.

Das war dann am 29.4. der Fall – ich begleitete sie ins ACV (Austria Center Vienna), wo sie einen Termin hatten, und nach einer gewissen Wartezeit kamen wir dran; ich konnte den Damen dort erklären, dass die beiden gehörlos sind und ich sie daher begleite, wir zeigten alle erforderlichen Dokumente, sie erhielten jedoch nur den Verpflegungszuschuss aus der Grundsicherung, aber zunächst keinen Mietzuschuss; dafür wurde ein extra Termin am 5. Juli vereinbart, zu dem ich sie dann ebenfalls begleitete.

Da sie dadurch bis Mitte Juli ohne den Mietzuschuss der Stadt Wien auskommen mussten, haben wir ihnen im Juni nochmals 400 EUR überwiesen, sodass ihnen 900 EUR für die Mietzahlungen an die Vermieterin zur Verfügung standen (für Mai, Juni und Juli).

Den Mietzuschuss haben sie dann zwar rückwirkend ausbezahlt bekommen, wir haben diese 900 EUR aber nicht zurückverlangt, damit sie sich über die Grundsicherung hinaus auch noch das eine oder andere leisten können.

Weitere Kosten sind angefallen, damit sie ihr 12 Jahre altes KFZ (ein Mitsubishi Outlander, Baujahr 2009), mit dem sie aus der Ukraine nach Wien geflüchtet sind, parken und verwenden können.

Da die Versicherung Ende Mai auslief, war die erste Auskunft, die wir erhielten, dass beim ÖAMTC eine Grenzversicherung für einen Monat um 130 EUR abgeschlossen werden kann, das haben wir für Juni und Juli gemacht, dann haben wir erfahren, dass Versicherungen auch Online in der Ukraine abgeschlossen werden können, was deutlich günstiger ist; ab August wurde dann eine ganzjährige Versicherung mit einem Ukrainischen Versicherungsunternehmen abgeschlossen (KNIASCHA, eine Tochter der Wiener Städtischen Versicherung), die kostete 7.968 Hrywnja, umgerechnet 216 EUR.

Außerdem wurden ein Parkpickerl für den 20. Bezirk und eine Autobahnvignette für Österreich von uns finanziert.

Und ein wesentlicher Posten sind noch die Stromrechnungen, ich habe am Tag des Auszugs der Vormieterin einen Vertrag mit Wien Energie auf meinen Namen abgeschlossen, da ich dort Stammkunde bin und es ohne Probleme möglich war, sofort einen Vertrag zu bekommen – zahlen wollten den Strom ohnehin wir, damit war es die einfachste Lösung, auch den Vertrag auf meinen Namen laufen zu lassen.

Die beiden haben sich mittlerweile gut in Wien eingelebt, besuchen einen Deutschkurs und sind dankbar für die bisher erhaltene Unterstützung. Allerdings ist es ihnen bis jetzt nicht gelungen, eine bezahlte Arbeit zu finden, sodass sie weiterhin auf die Grundsicherung angewiesen sind, von der sie neben den Kosten für ihre Verpflegung nicht auch noch die Differenz zur marktüblichen Miete für die Wohnung und die Stromrechnung bezahlen können. Und nach Hause in die Ukraine zu fahren wäre angesichts der aktuellen Situation dort auch nicht anzustreben.

Es sieht daher sehr danach aus, dass wir ein Folgeprojekt ins Leben rufen werden, um ihnen weiterhin ein möglichst sorgenfreies Leben in Wien zu ermöglichen, bis eine Rückkehrmöglichkeit nach Charkiw gegeben ist.

 

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Die österreichische Bundesregierung hat sich nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine sehr rasch dazu entschieden, Flüchtlingen aus der Ukraine einen besonderen Status zuzuerkennen.

Bestimmte Personengruppen aus der Ukraine haben ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht als Vertriebene in Österreich. Das betrifft Staatsangehörige der Ukraine und in der Ukraine anerkannte Flüchtlinge oder Personen mit Komplementärschutz, die die Ukraine aufgrund des Kriegs verlassen mussten. Weiters betrifft das deren Familienangehörige sowie ukrainische Staatsangehörige, die sich zu Beginn des Kriegs in Österreich rechtmäßig aufhielten. Diese Personen erhalten den Aufenthaltstitel "Ausweis für Vertriebene". Dazu ist eine Registrierung (Datenerfassung) notwendig. Es ist dafür nicht notwendig, einen Antrag auf internationalen Schutz ("Asylantrag") zu stellen.

Das Aufenthaltsrecht besteht bis 3. März 2023 und wird, falls es nicht für beendet erklärt wird, automatisch um bis zu zweimal 6 Monate verlängert.

Die Stadt Wien sicherte für individuelles Wohnen folgende Leistungen zu:

• Betreuung durch die Servicestelle der Grundversorgung Wien (Asylzentrum der Caritas)

• Mietzuschuss

• Verpflegung

• Bekleidungshilfe

• Krankenversicherung – der Krankenversicherungsbeitrag wird direkt an die Österreichische Gesundheitskasse bezahlt

Um ein individuelles Wohnen zu ermöglichen, muss eine Unterkunft gefunden werden. Der Mietzuschuss beträgt maximal 300 EUR pro Monat, um diesen Betrag sind in Wien auf dem freien Wohnungsmarkt kaum (eher: gar keine) Wohnungen zu finden.

Um den Flüchtlingen ein Wohnen mit ausreichend Privatsphäre zu ermöglichen, war es daher aus unserer Sicht notwendig, eine Wohnung zu einem höheren Preis zu mieten und die Differenz zum Mietzuschuss zu übernehmen, dazu auch noch die Kosten für den Strom, der in der Miete ja normalerweise nicht enthalten ist.

Wir haben damit einem Flüchtlingspaar geholfen, in Wien ein einigermaßen normales Leben zu führen, während in ihrer Heimat Krieg herrscht; und dass der Mann auf Grund seiner Behinderung nicht gut im Lande bleiben und sich als Kämpfer gegen die russischen Truppen anbieten konnte, ist wohl nachvollziehbar.

Bezüglich des KFZ, mit dem sie nach Wien gekommen sind, war die Überlegung, dass sie nach Ende des Kriegs damit wieder nach Hause fahren wollen und somit eine Abmeldung eher nicht opportun wäre – daher wurde ein Parkpickerl angeschafft, und auch die Versicherung musste aufrechterhalten werden.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

In unserem Freundeskreis wurde uns dafür viel Anerkennung gezollt, einige der Freunde unter-stützten das Projekt auch mit Spenden, und wir erhielten für das Projekt auch Spenden von Personen, die wir gar nicht kannten.

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Die gesammelten Spenden wurden für Wohnen, Verpflegung und den Erhalt des KFZs des Ehepaars verwendet.

Wie werden Sie die Mildtätigkeit des Projektes nachweisen?

Durch die in Kapitel 1 bis 4 beschriebenen Fakten ist wohl ausreichend dokumentiert, dass es sich um ein mildtätiges Projekt handelt, bei dem wir keine kommerziellen Interessen verfolgt haben und das auch nicht irgendwie als Liebhaberei aufgesetzt wurde, sondern um Menschen in Not zu helfen.

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