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Projekt-ID: 246

Erinnerungsmal Dulag-Strasshof

eingereicht am: 28.06.2011
Budget: € 2.966,-
Finanzierungsfrist: 28.10.2011
Land/Region: Österreich/Niederösterreich
Art: Sonstige
Themenkreis: Demokratie & Bürgerrechte

Allgemein

Projektadresse

Josef Sirowy-Straße 24
2231 Strasshof a.d. Nordbahn

2231 Strasshof a.d. Nordbahn Verein Arbeitsgruppe Strasshof (VAS) Erinnerungsmal in der Helmahofstr. gleich nach der Bahnunterführung bei Universalegelände
  • Start Projektumsetzung: 01.01.2009
  • Ende Projektumsetzung: 30.06.2012

Projektbeschreibung kurz

Der direkten Geschichte ein Denkmal setzen! 

Der Verein Arbeitsgruppe Strasshof hat sich neben der wissenschaftlichen Forschung und Dokumentation der Geschichte Strasshofs in der NS-Zeit auch zum Ziel gesetzt, ein Erinnerungsmal zu errichten, das zukünftige Generationen daran erinnern soll, dass am Ortsrand in den Jahren 1941-1945 ein sog. Durchgangslager errichtet war, in dem in den ersten Jahren ZwangsarbeiterInnen aus halb Europa und in den letzten Jahren ca. 20.000 JüdInnen aus Südungarn inhaftiert waren und zu Arbeiten in alle möglichen Betriebe und an private Personen zugeteilt waren.

Sie wurden hier gedemütigt und gefoltert - viele kamen ums Leben oder wurden in Konzentrationslager verschickt, der Großteil konnte überleben.


Nachweis Projektabschluss

lfd. Stand auf Homepage; www.vas-strasshof.at
bzw. Unterlagen, Belege und Dokumente des Verein Arbeitsgruppe Strasshof (VAS)

Details

Durchgangslager (Dulag) Strasshof

Der Bahnhof Strasshof wurde bei Ausbruch des 2. Weltkrieges zum wichtigsten Nachschubbahnhof für die russische Front ausgebaut – Altbgm. Josef Neidhart hat das in seinen Chroniken ausführlich beschrieben, GR Erich Hoffmann hat ein Buch zur Geschichte des Bahnhofs verfasst. Dieser Umstand machte Strasshof auch zum idealen Umschlagplatz für Menschentransporte.

 

Im Sommer des Jahres 1940 ging ein Durchgangslager in Betrieb, das am Westrand des Ortes in Nachbarschaft der ‚Universale’ mit einem Fassungsraum für 6.000 Personen errichtet war.

Wurden in den ersten Jahren hauptsächlich freiwillige ArbeiterInnen aus den sukzessive eroberten Ostgebieten einquartiert, so kamen in den folgenden Jahren immer mehr zwangsweise Rekrutierte aus allen Teilen Südeuropas und Frankreichs dazu, die danach zu Arbeiten in Rüstungsbetriebe im Raum Wien und als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft verteilt wurden.

Das Lager hatte autonomen Status, die Gemeinde Strasshof war nur für die Bestattung der verstorbenen Insassen zuständig, sie wurden in einem Massengrab im Friedhof begraben – daran erinnert dort ein Gedenkstein.

Im Jahr 1944 übernahm die SS die Lagerleitung und machte daraus in der Folge ein Konzentrationslager, in das mehr als 21.000 ungarische Juden deportiert wurden.

Viele von Ihnen wurden über Strasshof weitertransportiert nach Bergen-Belsen oder Theresienstadt und kamen dort um. Die Existenz und die Lage dieses Durchgangs-lagers ist vielen StrasshoferInnen unbekannt.

Angeregt durch die tragischen Ereignisse während des Krieges, der Geschichte um Natascha Kampusch, vierfach Morde und ihre Kindheitserlebnisse in Strasshof verfasste Dr. Irene Suchy einen Artikel im Spectrum der Presse ‚Das Strasshof meines Lebens’. Daraufhin formierte sich eine Gruppe von StrasshoferInnen, die gemeinsam mit ihr die Aufarbeitung der Geschehnisse der NS-Zeit anstreben.

Es soll zur Erinnerung an das Durchgangslager ein Mahnmal in der Nähe der Universale-Unterführung errichtet werden, entworfen und ausgeführt vom Künstler Karl Heinz Schreiner, das im Rahmen einer Gedenkfeier eingeweiht wird.

Als Vorbereitung darauf hat die Dulag-Gruppe ZeitzeugInnen aus Strasshof organisiert, die bereit waren, Dr. Suchy ein Interview über ihre Erlebnisse und ihr Wissen aus dieser Zeit zu geben.

Die Dulag-Gruppe hat den Verein Arbeitsgruppe Srasshof gegründet, hat sich mit Bgm. Ludwig Deltl zusammengesetzt und ein Konzept erarbeitet, das als Basis für Förderungsansuchen an Institutionen dient, die in NÖ Gedenkstätten zu dieser Zeit fördern. Eine Broschüre soll vor allem die Jugend an diese Zeit erinnern. Die Musikschule und der Chor Vocapella sind bereit, die musikalische Gestaltung der Feier zu übernehmen, zu der Wolfgang Seierl ein Musikstück komponiert.

 

Der Festakt soll am Sonntag, den 2. Oktober 2011, bei der Gedenkstätte und am nahen Lagergelände in Nähe der Universale-Unterführung stattfinden, bei dem die in Workshops mit der Musikschule Strasshof erarbeitete Komposition ‚Klangblüte’ und ein Chorwerk des Komponisten von Vocapella Strasshof aufgeführt wird.

 

Als Einstimmung auf dieses Ereignis wird am Freitag, 10.9.2010, um 19:30 im HdB das Projekt ‚Durchgangslager Strasshof’ vorgestellt und der Film ‚Heil Hitler / die Russen kommen’, von Simon Wieland, Andreas Kuba und Robert Weichinger gezeigt – alle ZeitzeugInnen und interessierte Menschen vor allem aus Strasshof sind zur Filmvorführung und zu diesem Festakt herzlich eingeladen.

 

Am 10. April 2011 und die Tage davor wird von der Arbeitsgruppe in Koproduktion mit Opernspace und dem Ensemble 'die reihe' im Heizhaus Strasshof die Monooper von Grigori Frid ‚Das Tagebuch der Anne Frank’ aufgeführt – die Anne Frank singt Sarah Tuleweit.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 2.700,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 2.700,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 266,-
  • Zielbudget
    € 2.966,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 0,-
  • Budgetplanung
    Materialkosten für verschieden Schotter € 1.500
    ca. 40 m³ Rollschotter,
    ca. 10 m³ kleinkörniger Schotter
    ca. 3 m³ Gleisschotter
    ca. 5 m³ Grädermaterial

    Heimisches Gehölz, Heckenrosen/Sträucher € 1.200
    8-10 Bäume in Ballen
    ca. 25 Heckenrosen/Sträucher
    ein paar trockenbeständige Pflanzen

    die Arbeitsleistung mit Gerätschaft und Handarbeit wird von ansässigen Fa., Gemeinde und VAS-Mitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt

Dateien

Links & Downloads

  • Gestaltung rund ums Erinnerungsmal (, 0.1MB)
  • Ziele und Aktivitäten des Verein Arbeitsgruppe Strasshof (VAS) (, 1.7MB)

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