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Projekt-ID: 831

Energy Link - Äthiopien – Africhill3

Initiator/In: Walter Wiesmüller
eingereicht am: 13.02.2015
Budget: € 3.625,-
Finanzierungsfrist: 13.08.2015
Land/Region: Österreich/Wien
Art: Aktion
Themenkreis: Umweltschutz & Nachhaltigkeit

Allgemein

Projektteaser

Energie ist Entwicklung Energie schafft Perspektiven,und Zukunft im eigenen Lande fernab von Lampedusa. Energy Link- Der Solarkoffer

Projektadresse

Universität in Meki , eine Stadt ca 200km südlich von Addis Abeba
  • Start Projektumsetzung: 01.02.2015
  • Ende Projektumsetzung: 01.09.2015

Projektbeschreibung

Äthiopien

Familienplanung, Abschaffung der Beschneidung junger Mädchen und Meinungsfreiheit.

 

Fehlende Bildung scheint hauptverantwortlich für eines der vielen Defizite.

In einem Land jedoch, in dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung länger als eine Tagesreise von einer befestigten Straße entfernt lebt, ist ein Lernen nach Sonnenuntergang nicht mehr möglich genausowenig wie auch Hausübungen nach der Arbeit am Feld.

In einem solchem Land ist eine fehlende Kommunikation oft katastrophal. Blinddarmentzündung oder einer komplizierten Geburt , die Herbeiholung von Hilfe ist oft nicht mehr möglich.

 

Wen würde es wundern, wenn diese Menschen all ihre Existenz aufs Spiel setzten, um einen Platz in einem überfüllten Schlauchboot nach Lampedusa zu erringen?

Wenn man namhaften Personen mit Erfahrung in der Entwicklungspolitik glauben darf, gibt es zwei Gegenmittel.

Bildung und Gesundheitsversorgung.

 

Um Bildung und Gesundheitsversorgung zu ermöglichen braucht es Energie! Daher möchten wir mithilfe eines Solarkoffers, nachhaltig die Möglichkeit zur Energieerzeugung nach Äthiopien bringen.

Was wollen wir erreichen:

 

1) Studenten die Nutzung dieser Technik lehren :

2) In einer Werkstätte die Koffer erzeugen , zum Verkauf anbieten und somit wieder Arbeit und Einkommen schaffen.

3) Jeder Kofferbesitzer kann ein kleines Gewerbe zum Aufladen von Mobiltelefonen betreiben.


Nachweis Projektabschluss

Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den über Respekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

Details

Vorgeschichte

Ich bin ein Lehrer in einer Landwirtschaftlichen Fachschule. Die Schule ist in Tulln. Ich unterrichte –Erneuerbare Energie-.


Ich bin auch Vater einer äthiopischen Tochter. Lena. Vor elf Jahren ist sie zu uns gekommen. Voriges Jahr unternahm ich mit ihr eine Reise zurück.

Mein halbes Berufsleben habe ich meinen Schülern gelehrt wie man aus Biomasse Wind und Sonne, Strom erzeugt. Die Ökologie treibt uns vor allem an, um zu denken. Warum erzähle ich dies?

In Äthiopien ist dies anders.

Es gibt keine großen Kraftwerke. Es gibt keine funktionierende Stromversorgung. Ein stetig steigender Stromverbrauch, bei kaum steigenden Karftwerkskapazitäten, eine aus Geldmangel desolate Versorgungsinfrastruktur und nicht zu letzt, eine sehr zentralistische und schwerfällige Verwaltung.

Das Resultat : eine nur stundenweise funktionierende Stromversorgung.

In der Nacht und in den Dörfern gibt es jedoch so gut wie gar keine.Es ist einfach nicht genug Geld vorhanden, Elektrizität für alle sicher zu stellen.

Warum Energieversorgung? 

Warum sollten wir gerade Energieversorgung als vorrangig erachten, in einem Land in dem es an so vielen mangelt?

Familienplanung , die Abschaffung der Beschneidung junger Mädchen, fragwürdige Meinungsfreiheit.

Fehlende Bildung, scheint hauptverantwortlich für viele dieser Defizite.

In einem Land jedoch, in dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung länger als eine Tagesreise von einer befestigten Straße entfernt lebt, ist ein Lernen nach Sonnenuntergang einfach nicht mehr möglich, genauso wenig wie das Schreiben von Hausübungen nach der Arbeit am Feld.

In Äthiopien ist eine fehlende Kommunikation wegen dem leeren Akku des Telephones oft katastrophal. Bei einer Verletzung, einer Blinddarmentzündung oder einer komplizierten Geburt kann oft die nötige Hilf nicht geholt werden.

Wen würde es wundern, wenn diese Menschen all ihre Existenz aufs Spiel setzten um einen Platz in einem überfüllten Schlauchboot nach Lampedusa zu erringen.

Wen würde es wundern wenn diese Menschen alles riskieren, nur für eine Zukunft außerhalb dieser Umstände.  

Europa rüstet auf, und Brüssel erhöht das Budget für den Grenzschutz jährlich um zweistellige Prozentsätze. 

Wenn man namhaften Personen mit Erfahrung in der Entwicklungspolitik glauben darf, gibt es zwei Gegenmittel:

Bildung und Gesundheitsversorgung.

Und so sind wir wieder bei der dafür notwendigen Energieversorgung angekommen.

Wir wollen helfen Photovoltaik als Energieversorgung in kleinem überschaubarem und leistbarem Rahmen zu ermöglichen.

Ziel des Projekts: nachhaltige Energieversorgung 

Wie?  

1) Studenten an der Universität in Meki (Stadt südlich von Addis Abeba ) die Nutzung dieser Technik lehren und mit ihnen diese Solarkoffer bauen.

2)In einer kleinen Werkstätte die Koffer erzeugen, zum Verkauf anbieten und somit wieder Arbeit und Einkommen zu schaffen.

3) Jeder Kofferbesitzer kann somit auch ein kleines Gewerbe zum Aufladen von Mobiltelefonen betreiben.

 

Warum ein Solarkoffer? 

Der SOLARKOFFER ist ein modifizierter Werkzeugkoffer der die Eigenschaft eines kleinen autonom, funktionierenden Kraftwerkes besitzt.

Am Deckel befindet sich eine PV-Modul und zwei 12V-Steckdosen. Im Inneren ist ein Stromspeicher installiert, der über einen Laderegler mit dem Modul verbunden ist. Das Modul kann nun je nach Sonnenstand in einem Winkel oder flach positioniert werden. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit eine Stableuchte so am Koffer zu fixieren, dass sie einem Lernenden genug Licht spendet. Ein kleiner Wechselrichter im Koffer ermöglicht die Versorgung eines Radios eines Funkgerätes oder einfach nur den Betrieb einer handelsüblichen 230V Glüh-, Energiespar- oder LED-Lampe. Ein Set um die gängigsten Telefone anzustecken und nicht zu letzt ein paar Lautsprecherboxen welche mit Solarenergie betrieben auf den Fun-Faktor nach getaner Arbeit, nicht zu kurz kommen lassen.

Da dieses Vorhaben nicht nur die Anwendung aufzeigen will sondern auch die Technik dahinter vermitteln will, gibt es zusätzlich einen didaktischen Teil, der die Funktion und Grundlagen der Photovoltaik den Studenten leichter verstehen lässt. Ein Vielfachmessgerät und Lampen mit verschiedener Leistung ermöglichen die verschiedenen Parameter einer PV-Anlage zu verstehen.

Es sollen ja einmal die Studenten die heute an ihrer Universität einen solchen SOLARKOFFER bauen und die Technik studieren, morgen mit ihrem so gewonnen Wissen in der Lage sein auch Solarkraftwerke mit größerer Leistung bauen und betreiben zu können.

 

...um nicht zuletzt ihren Mitbürgern eine Leben mit einer Perspektive im eigenen Land zu ermöglichen.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 3.300,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 3.300,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 325,-
  • Zielbudget
    € 3.625,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 0,-
  • Respekt.net-Teilbetrag A (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 2.630,-
  • Respekt.net-Teilbetrag B (wird nach Erhalt des Zwischenberichtes überwiesen)
    € 300,-
  • Abgabedatum Zwischenbericht
    28.08.2015
  • Respekt.net-Teilbetrag C (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 370,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    15.01.1970
  • Projektrisiken
    Natürlich kann immer etwas passieren. Da ich jedoch mit dem Bau einer PV Anlage in Nigeria bereits einige Erfahrung gesammelt habe (www.africhill.at), bin ich sehr zuversichtlich.
  • Budgetplanung

    Kalkulation:  
       
    Energy link Solar Koffer;  Einzelpreis 258,15
       
    Energy Link,  Solarkoffer; 10 Stück 2581,50
    Werkzeug 950,00
    Flug 600,00
       
    SUMME 4131,50
       
    Aufbringung durch respekt.net 3300,00
       
    Zahlung aus eigener Quelle 831,50
       

Dateien

Galerie

News

Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

A. Abschlussbericht allgemein

Beschreibung zur Umsetzung des Projektes

Die Schüler kamen immer  erst in die Klasse, wenn Terreje der Lehrer sie rief, nicht weil sie nicht wollten, es war ihnen schlichtweg verboten, ohne Erlaubnis in die Klasse zu gehen.

 

Nach 9367 gehaltenen Stunden, mein erster Unterricht in Äthiopien

Eigentlich sollte der  Unterricht im Physiksaal abgehalten werden, jedoch gab es ein Problem mit dem Schlüssel. Keiner von den Anwesenden wusste wo er sein könnte und der, der es höchstwahrscheinlich wissen sollte, der war  nicht da, der Direktor. Und diese kleinen Dinge die immer wieder fehlten, sollten mich während des zweiwöchigen Aufenthalts in Äthiopien ständig begleiten. Trotzdem gab es am Ende dieser Zeit ein Ergebnis, dass in einer gut ausgestatten österreichischen  Schule nie besser hätte sein können als hier. Den Ausgleich für die nur mangelhaft vorhandene –Hardware-,  war die im Übermaß vorhandene -Software-, das Engagement der Schüler.

Wie kam ich aber in die Schule und damit  zu den vielen Mehrdienstleistungen?

Vor einem Jahr besuchte ich im Zuge einer Weiterbildungsveranstaltung,   Michael Zündel von der Caritas Vorarlberg, Verantwortlicher für Bildungsprojekte in Äthiopien. Wir unterhielten uns über die Möglichkeit ähnlich wie in Nigeria, eine Fotovoltaikanlage in diesem Land  zu errichten. Bald jedoch wurde klar,  dass uns immer wieder Afrika ziemlich gleichmäßig erscheint, jedoch beim genaueren Hinschauen, viele Länder kaum vergleich bar sind. Eine Ausnahme stellt dabei, der fast überall vorhandene Mangel an Wasser und Energie da.

Der hohe Zoll in Äthiopien hätte eine ohnehin schon teure PV- Anlage wie in Nigeria, unerschwinglich gemacht. Der mir bis jetzt so verhasste Umstand, der grassierenden Korruption in Nigeria, ermöglichte gleichsam den Import und somit die Errichtung der Anlage.

Wir beschlossen somit,  nicht eine große Stromversorgung für die ganze Schule zu errichten,  sondern viele kleine für viele Schüler. Der Vorteil liegt in der daraus resultierenden Flexibilität.  Dazu gesellt sich noch ein weiterer: Im Falle eines Ausfalles einer Komponente war nicht die ganze Schule stromlos sondern höchstens ein Schüler.

Nach einigen E-mails und mehreren Telefonaten starteten Michael Zündel und ich am 22. Juni 2015 vom Flughafen in München mit 135kg Gebäck. Dies war dann doch um 20kg zuviel  und kostete  stolze 600,- Euro zusätzlich.

In Addis Abeba angelangt ging es dann  weitere 120 km mit dem Auto nach Meki, eine kleine Stadt südlich der Hauptstadt.  Hier befindet sich die High School in der ich die Solarkoffer mit den Schülern bauen sollte. 

Als wir, wie schon gesagt die Schlüssel für den Physiksaal nicht und nicht  finden konnten, wichen wir in den Konferenzsaal aus. Es war der Morgen des 24. Juni. Meine Lehrerkollegen in Österreich mühten sich noch mit den Schülern in der letzten Schulwoche ab, deren Motivation in die Schule zu gehen,  sich zusehends dem alljährlichen Tiefpunkt näherte.

Ich befand mich 7000km südöstlich von Österreich.  Hier hatten die Ferien bereits vorige Woche begonnen.  Vereinbart  war, dass zehn Schüler an  dem Unterricht teilnehmen sollten. Als es dann so weit war und sie  in die Klassen gerufen wurden, waren es elf.

Schnell war der Eindringling identifiziert.  Ich erklärte ihm dass er meine Zurückweisung nicht persönlich nehmen sollte, aber jedoch nur Material für zehn Schüler vorhanden sei. Er fragte mich ob es möglich wäre,  nur zu zusehen. Ich verneinte.  Die zehn Schüler hatten so gut wie keine Erfahrung mit einer Feile, einen Schraubenschlüssel geschweige denn einem Multimeter. Ich wollte die Situation nicht noch schwieriger gestalten als sie ohnehin schon war. In meinen Jahren als Lehrer  hatte ich zwar bereits  über 9000 Stunden unterrichtet aber doch unter ganz anderen Bedingungen. Bis jetzt waren es Schüler, die langsam mit diesen Fertigkeiten vertraut gemacht wurden. Sie bekamen meist begleitend dazu im  Unterricht die theoretischen Basics, noch dazu sprachen wir alle die gleiche Muttersprache. Die Sprache die diese  Schüler zu Hause sprachen war Amharisch und ich war alleine verantwortlich für das Gelingen des Projektes. Es war meine Idee und meine Zeit und bis jetzt auch zur Gänze mein Geld. Ich wollte die Situation nicht im Geringsten noch zusätzlich erschweren.

Er ließ den Kopf hängen und ging.

Wie ich mir in Österreich so manchmal gewünscht habe, dass ein Schüler aus meiner Klasse einfach verschwinden würde, so wünschte ich mir hier in diesem Moment diesen Schüler wieder zurück  in die Klasse. Ich sagte  Tereje, meinen äthiopischen Kollegen, er solle ihn bitte wieder holen. Der Schüler hieß Frezer, wie Joe Frezer der Boxer.

Zehn Tage später sagte Frezer zu mir, er würde nie vergessen was er in den letzten Tagen gelernt hätte und wäre unbeschreiblich dankbar, dass Tereje ihm am ersten Tag nachgelaufen war.

An diesem ersten Tag wurde das Material ausgeteilt. Jeder erhielt einen Koffer und wir begannen das Modul und die Steckdosen am Kofferdeckel zu montieren. Ich hatte im Vorfeld deponiert dass ich eine Bohrmaschine, für jeden Schüler ein Zeichendreieck, ein  Plastiklineal und einen gemeinsamen Schraubstock  zum Arbeiten brauchen würde. Der Schraubstock war offensichtlich nicht auf zu treiben gewesen, die Lineals und Dreiecke waren zwar vorhanden jedoch  alt und  abgegriffen. Bei den meisten war der erste Zentimeter  im besten Fall nicht mehr sichtbar, im schlechtesten Fall   einfach nicht mehr vorhanden. Die Bohrmaschine jedoch war da, sogar eine Makita, auch ein paar Bohrer befanden sich in dem Plastikkoffer. Als ich das Gerät anstecken wollte ging Terreje zur Tür und betätigte den Lichtschalter.  Noch bevor ich den Stecker in die Steckdose brachte, winkte er ab. Es war kein Strom in der Leitung und somit die Bohrmaschine auch nicht zu gebrauchen.  Da genau dieser Umstand eigentlich die Grundlage unseres Projektes darstellte, war ich nicht sonderlich überrascht.

Für den Zusammenbau des Koffers war eine kleine Rundfeile für jeden Schüler vorgesehen.  Mit der Feile,  in Verbindung mit einem Knopfbohrer  konnten wir „Bohrungen“  verschiedenster  Lochdurchmesser an der Kofferhülle  anbringen. Wir waren somit nicht auf die Makita angewiesen.

An den weiteren Tagen wurde die Batterie, Steckdosen, Modul, Verteilerdose und der Laderegler installiert. Für die Befestigung des Akkus war es notwendig einen Blechstreifen aus Aluminium zu biegen, hierzu war der Schraubstock unabdingbar.  Terreje hatte mir am Vortag zugesagt einen solchen in einer befreundeten Werkstatt verwenden zu dürfen. Nach einen halben Stunde Fußmarsch erreichten wir diese. Als wir begannen die Halterungen zu biegen wurden wir plötzlich zur Attraktion.  Ein hellhäutiger Mann mit elf einheimischen Jugendlichen die in einer Werkstatt für Gartenzäune alle darauf warteten einen einzigen Schraubstock zu benutzen, das musste man gesehen haben.

Zurück in unserer Schule ging der Zusammenbau zügig weiter.  Nach dem alles gelötet, gequetscht, gebohrt (gefeilt), gesenkt und geschraubt war, stand die  Qualitätskontrolle unter der äthiopische Sonne am Plan.  Am Fußballplatz wurden die zehn Kofferkraftwerke aufgestellt, zur Sonne ausgerichtet und nun die Spannung an den Akkus gemessen. Jeder bekam dazu ein Multimeter  auf dem sie  zuvor eingeschult wurden.  Alle waren gespannt ob sie ansteigen würde, die Spannung am Akku, nach all der vielen Arbeit an den acht Arbeitstagen zuvor.  Und sie stieg,  zumindest bei neun Schülern. Es dauerte jedoch nicht lange bis auch beim Letzten die steigende  Anspannung im Gesicht  des Schülers, dem Steigen der Spannung an seinem Akku  wich. Nachdem die Messleitungen mit dem Messgerät richtig verbunden wurden, war auch bei ihm die Welt wieder in Ordnung.

Zurück in der Werkstatt ging es nun daran alle Verbraucher zu testen und deren Funktion zu erklären.  Im Koffer befanden sich eine Akku-Stablampe, ein Wechselrichter, eine LED-Glühbirne, ein Mobiltelefon-Ladeset und ein Paar Aktiv -Lautsprecher.  Ich war gerade damit beschäftigt einer Schülerin die Anzeigeeinheit des Ladereglers zu erklären als ich plötzlich ein Singen von der Fensterseite her  wahrnahm.  Wegen der Hitze standen die Fenster in der Klasse immer offen, so dachte ich zuerst die Burschen vom Fußballfeld hätten ein Siegeslied angestimmt. Ich schaute auf und erst jetzt bemerkte ich dass der Gesang von unseren Schülerinnen kam.  Vier von ihnen standen um einen Koffer, an dem sie die LED-Glühbirne befestigt  und offensichtlich kurz vorher eingeschaltet hatten.  Die Mädchen begannen zu tanzen und die Burschen klatschten in die Hände. Ich brachte noch immer nicht das Singen mit der leuchtenden Lampe in Verbindung.  Ich dachte dann an ein Geburtstagskind dass hier gefeiert wird und fragte die Schülerin neben mir, wer den der zu Beglückwünschende sei.  Nobody, sagte sie, they  are dancing because of the lighting. Und erst jetzt hörte ich in ihrem Singen das erste Mal den improvisierten Refrain : Solar, solar…. . Sie sangen auf Amharisch :  … Solar, solar, bringt die Lampe zu leuchten… .

Und nun war mir klar das war es. Das war mein Lohn.

Ich hatte 5000.- Euro in dieses Projekt investiert, nicht wissend ob ich je einen Euro wieder sehen würde. 150 Stunden meiner Freizeit hatte ich  aufgewendet, ohne sicher sein zu können, ob meine Erwartungen sich jemals erfüllen würden.

Und in diesem Moment drehte sich alles um.  Die  Unsicherheit war endgültig verschwunden. Ich wollte den Fotoapparat in die Hand nehmen, legte ihn jedoch wieder weg. Ich konnte nur hinschauen und zuhören und lächeln. Ich hatte  feuchte Augen.

Immer wieder fragte ich mich später warum die Schüler just bei der –Glühbirne-  so euphorisch reagierten. Der Grund dürfte in der Bekanntheit dieser Lichtquelle liegen.

Glühbirnen kennt man überall. Alle der Anwesenden wussten jedoch auch um die Mangelware des Lichtes welches aus ihr kommt und somit über den Wert dessen. Sie selbst hatten es nun nach 70 Stunden Arbeit vollbracht,  aus der Glühbirne Licht leuchten zu lassen,

 wann immer sie es wollten.

Diese Freude konnten sie nicht verbergen, nicht einmal vor mir.

 

Mögliche Änderungen oder Verschiebungen in der Projektumsetzung:
Außer etwaige zeitliche Verschiebungen im Arbeitsablauf wurde das Projekt wie geplant durchgeführt.

Eventuelle Probleme:
Bei der Umsetzung kam es zu keine Schwierigkeiten, einzig und alleine der teure Transport des zusätzlichen Gepäckstückes stellte eine finanzielle Herausforderung da.

 

Erreichte Ziele:
Durch den Bau der Koffer haben zehn Schüler die Möglichkeit unabhängig von der Stromversorgung lesen, schreiben und lernen zu können.
Durch den Bau der Koffer haben zehn Schüler über den Aufbau, die Funktion und etwaige Problemlösung der Photovoltaik- Technik gelernt.
Durch den Bau der Koffer konnten zehn Schüler in den verschiedenen Fertigkeiten des Bohren, Feilen, Löten, Biegen und Schrauben unterrichtet werden.
Durch den Bau der zehn Koffer konnte bei zehn Schülern Ideen geweckt werden, welche Möglichkeiten PV- Technik im Allgemeinen und der Energy-Link Solarkoffer im Besonderen, eröffnet.

 

Danksagung:
Bedanken möchte ich mich bei allen meinen elf Äthiopischen Schülern für ihren unermüdlichen Ehrgeiz.
Ohne die finanzielle Unterstützung aller Spender wäre das Projekt undurchführbar gewesen.
Danke.

Galerie

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

B.Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das Projekt erfüllt?
In welchem Maß wurden die gesellschaftspolitischen Ziele erreicht?
Die Solarkoffer ermöglichen auch den finanziell schwachen Schülern welche sich keinen Stromgenerator leisten können künstliches Licht zu verwenden.

Welche und wie viele Menschen konnten mit dem Projekt erreicht werden?

  • Elf Schüler der High School in Mekki
  • Die Elf Familien der Schüler
  • Unzählbare Schüler der High School welche im Physik Unterricht zeitweise die Koffer verwenden dürfen

 

Welche Auswirkungen hat das Projekt auf die Gesellschaft?
Die PV-Technik ermöglicht individuell, dezentral, ökologisch und zukunftsorientiert Strom zu erzeugen.  Der Koffer wiederspiegelt all diese Eigenschaften.

Was war die Botschaft dahinter?
Außer jene bereits angeführten Botschaften gibt es noch eine zu erwähnen: Die Schüler erkannten ihre Fähigkeiten Dinge um zusetzten welche sie sich so nie zugetraut hätten.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Presseberichte(Zeitungen…):
Wie im Anhang ersichtlich, gab es in folgenden Medien Berichte über das Projekt: Tageszeitung Heute, NÖN.at, ORF News.
Die niederösterreichische Landesrätin Schwarz lud zu einem Fototermin mit anschließender Presseaussendung

 
Reaktionen/Meinungen von Außenstehenden:
Alle geäußerten Meinungen zu diesem Projekt waren ausnahmslos positiv im Besonderen zeigte die WU Wien Interesse an dem Solarkoffer. In einer Seminararbeit evaluieren Studenten mögliche Verbesserungspotentiale einerseits und andrerseits etwaige, potentielle Anwendungsfelder.
Der Verein Impact Investment Projects unter der Leitung von Herrn Dr. Doppler verwendet das Projekt um für ähnliche soziale Projekte zu werben.

Schüler des Kolleg ,  Erneuerbare Energie ,TGM Wien haben in ihrer Diplomarbeit die technischen Eigenschaften des Koffers evaluiert.

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

 

Energy Link Material : 2660,12€

Werkzeug: 781,27 €

Reisekosten: 663,2 €

Diverses: 56,37 €

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Summe gesamt: 4160,96 €

Genaue Kostenaufstellung siehe Dokument "Kostenaufstellung.pdf"

 

Hinweis zu möglichen Änderungen oder Verschiebungen im Budget:
In kleinem Ausmaß entstanden Verschiebungen der verschiedenen Kategorien. Durch den zeitlichen Unterschied zwischen Kalkulation und Umsetzung kam es auf Grund von Optimierungen in der Kategorie Werkzeug zu abgeänderten Werkzeugsankäufen.

 

 

Zugeordnete Themen