Projekt-ID: 98

DANSE BRUTE

Initiator/In: sonja browne
eingereicht am: 28.10.2010
Budget: € 2.636,-
Finanzierungsfrist: 28.02.2011
Land/Region: Österreich/Wien
Art: Theater
Themenkreis: Respekt & Vielfalt

Allgemein

Projektteaser

Als Kollektiv behinderter und nicht-behinderter Tänzerinnen und Tänzer, Choreographinnen und Choreographen begreift sich danse brute als role model für eine immer noch ausstehende allgemeine gesellschaftliche Inklusion.

Projektadresse

Pötzleinsdorferstr. 194/4/13
1180 Wien
  • Start Projektumsetzung: 01.09.2010
  • Ende Projektumsetzung: 07.05.2011

Projektbeschreibung

DANSE BRUTE ist eine offene Verbindung von Künstlern mit und ohne sogenannte Behinderungen.

Wir bedienen uns der Sprachen Tanz/Bildnerische Kunst/Musik um die Themen, die uns beschäftigen zu erforschen, und das Ergebnis dieser Arbeit dann einem Publikum zugänglich zu machen.

Sämtliche Künstlerinnen und Künstler des Kollektivs danse brute sehen in ihrer Praxis gleichfalls eine eminent politische Geste. Zum einen verknüpft danse brute seine künstlerische Praxis mit der Reklamation des Rechts behinderter Menschen auf künstlerische Aus- und Weiterbildung. Zum anderen begreift danse brute inklusiven Tanz nicht zuletzt als ästhetischen Vor-Schein einer immer noch ausstehenden allgemeinen gesellschaftlichen Inklusion.

Wir lehnen wir uns an die von Jean Dubuffet nach dem Zweiten Weltkrieg getroffene Definition von "art brut" an:

Kunst aus dem Unbewußten, jenseits der Tradition.

Mit Ihrer finanziellen Unterstützung über Respekt.net möchten wir bis Mai 2011 Das Stück "Narcissus´tears" mit unserer Theatertruppe zur Aufführung bringen.

Choreographie2010/11: Michael Turinsky

"Narcissus´tears": Eines Tages setzte sich Narkissos an den See, um sich seines Spiegelbildes zu erfreuen, woraufhin durch göttliche Fügung ein Blatt ins Wasser fiel und so durch die erzeugten Wellen sein Spiegelbild trübte – schockiert von der vermeintlichen Erkenntnis, er sei hässlich, starb er. Nach seinem Tode wurde er in eine Narzisse


Organisation

  • Name der juristischen Person / des Vereins / der Firma: danse brute
  • Adresse der juristischen Person: Pötzleinsdorferstrasse 194/4/13; 1180 wien
  • ZVR-Zahl / Firmenbuchnummer / sonstige Nummer der Registrierung: 244130768

Nachweis Projektabschluss

performance im Mai 2011 im Kabelwerk in wien.

Abrechnung des Projektes mit Belegen und Rechnungslegung.

Details

danse brute präsentiert:

Narcissus‘ tears

Choreographie für sechs Tänzer_innen mit und ohne Behinderung

  • Choreographie: Michael Turinsky
  • Produktion: Sonja Browne, Andrea Droessler
  • Tanz / Choreographische Mitarbeit: Tanja Erhart, Maria Christina Hilber, Franz Nachbauer, Thomas Richter, Martin Schmid, Gabi Seeleitner

- Probezeiten: ab 18. September 2010, Freitag und Samstag 12 – 14h

- Präsentationstermin: Mai 2011

- Dauer: ca. 40 Minuten

- Gefördert von: TANZ*HOTEL

Sujet

Eines Tages setzte sich Narkissos an den See, um sich seines Spiegelbildes zu erfreuen, woraufhin durch göttliche Fügung ein Blatt ins Wasser fiel und so durch die erzeugten Wellen sein Spiegelbild trübte – schockiert von der vermeintlichen Erkenntnis, er sei hässlich, starb er. Nach seinem Tode wurde er in eine Narzisse verwandelt.

Ausgehend von jener wenig bekannten, durch Pausanius überlieferten Version des antiken Narziss-Mythos sowie in loser Anknüpfung an dessen verschiedenste intertextuelle Verästelungen widmet sich „Narcissus‘ tears“ der gleichsam tödlichen Dynamik verzerrter Repräsentation. Verzerrte Repräsentation, gebrochene Spiegelung – ein Grundzug behinderter Subjektivität im doppelten Sinne: der Subjektivität behinderter Menschen wie aller in psychischer oder sozialer Hinsicht existentiell Bedrohten.

Besonderes Augenmerk der choreographischen Auseinandersetzung gilt dabei zum Einen den durch die Psychoanalyse (Lacan, Dolto, Winnicott, Kohut) beschriebenen, für die Subjektwerdung konstitutiven Prozessen der Spiegelung und den damit verbunden existentiellen Gefahren. Zum anderen reflektiert „Narcissus‘ tears“ indes auch diejenige durch performative ideologische Verkennung erzeugte Subjektivierung, wie sie etwa Louis Althusser und Judith Butler beschrieben haben. Wie jene Tödlichkeit ideologischer Verzerrung sichtbar machen, welche in jeglicher buchstäblicher aber auch metaphorischer „Abschiebung“ wirksam wird?

Schließlich thematisiert „Narcissus‘ tears“ in einer selbstreflexiven Geste die im Mythos erzählte Sehnsucht nach Spiegelung sowie die Brechung derselben als Allegorie für die grundlegende Spannung zwischen Thema und Medium sowie zwischen künstlerischer Produktion und ästhethischer Rezeption.

Research / Komposition

Im Zuge eines eingehenden Research, basierend auf den Prinzipien des authentic movement sowie in unterschiedlichen Improvisationen, erforschen wir zunächst die im kinästhetischen Körpererleben virulente Spannung zwischen propriozeptivem Selbstgefühl und internalisiertem Anblick von außen.

Die Komposition des Bewegungsmaterials erfolgt In loser assoziativer Anknüfung an die intertextuellen Bezügen des Narziss-Mythos.

Bühnenbild

In Zusammenarbeit mit der Bildenden Kunst sollen die Materialien Glas, Wasser und spiegelnde Oberflächen ins Bühnenbild integriert werden.

Michael Turinsky

Michael Turinsky, Philosoph, seit Geburt körperbehindert. Erste tänzerische Erfahrungen im Zuge regelmäßiger Trainings und kleinerer Performances der Gruppe „vimprodaco“ (vienna improvisations dance company). Danach künstlerische Zusammenarbeit mit Klaus Gölz, Sonja Brown, Andreas Constantinou, Barbara Kraus und Bert Gstettner. 2008 Choreograhie „Rücksicht auf Darstellbarkeit“, aufgeführt in Wien und Linz.

Was ist Danse Brut:

  • DANSE BRUTE ist eine offene Verbindung von Künstlern mit und ohne sogenannte Behinderungen.
  • Wir bedienen uns der Sprachen Tanz/Bildnerische Kunst/Musik um die Themen, die uns beschäftigen zu erforschen, und das Ergebnis dieser Arbeit dann einem Publikum zugänglich zu machen.
  • Wir lehnen wir uns an die von Jean Dubuffet nach dem Zweiten Weltkrieg getroffene Definition von "art brut" an.

Sämtliche Künstlerinnen und Künstler des Kollektivs danse brute sehen in ihrer Praxis gleichfalls eine eminent politische Geste. Zum einen verknüpft danse brute seine künstlerische Praxis mit der Reklamation des Rechts behinderter Menschen auf künstlerische Aus- und Weiterbildung. Zum anderen begreift danse brute inklusiven Tanz nicht zuletzt als ästhetischen Vor-Schein einer immer noch ausstehenden allgemeinen gesellschaftlichen Inklusion.

 

 

 

 

Budget

  • Gesamtbudget
    € 6.400,-
  • - Eigenmittel
    € 4.000,-
  • Finanzierungsziel
    € 2.400,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 236,-
  • Zielbudget
    € 2.636,-
  • Budgetplanung

    Budget 2010/11

    „Narcissus´Dream“

     

     

    Ausgaben:

    a) Choreographie EURO 900, -

    b) Tänzer EURO 600, -

    c) Bühnenbild EURO 800, -

    d) Kostüme EURO 800, -

    e) Technik-Licht EURO 800, -

    f) Organisation/Produktionsleitung EURO 400, -

    h) Grafik und Aussendung EURO 800, . -

    i) webseite (Gebühren) EURO 200, -

    j) Büro, Material, Postgebühren EURO 300, -

    m) Raummieten EURO 800, -

    AUS gesamt EURO 6.400, -

     

     

    Förder-Anträge:

    BMUKK 4.500, - (beantragt)

    BMASK 4.450, - (beantragt) /NICHT BEWILLIGT (Stand Sept.2010)

     

    Wien Ma7 10.000, -(beantragt) /NICHT BEWILLIGT (Stand Sept.2010)

Dateien

Galerie

video

News

sonja browne

hat am 01.03.2011 geschrieben

Jawohl, weiter geht es, dank den Unterstützern von respekt.net

Nun geht es in die letzte Probenphase des Tanzstückes "narcissus´tears".

Kommen Sie bitte zuschauen,

im Kabelwerk, 29. und 30.April 2011, 19:30.

Probenausschnitte sehen Sie auf:

www.youtube.com/watch

Danke!

Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

 

Wir haben viel erreicht!

 

 

Nach fast achtmonatigem Probenprozess, in dem sich die Crew um

Michael Turinsky, Philosoph und Choreograph mit spastischer Körperbehinderung, mit den Themen Spiegelung, (Selbst)Reflexion und verzerrte Wahrnehmung und Darstellung befasste, kam es am  29.4.2011 im Kabelwerk in Wien zur Premiere des Tanzstückes „Narcissus´Project“.

 

 

 

Das feedback des Publikums oszillierte zwischen persönlicher Berührung und

Anerkennung für den Grad an Professionalität des Tanzkollektivs danse brute sowie Meßbarkeit seiner Leistung mit der zeitgenössischen Wiener Tanzlandschaft.

 

 

 

Es kamen an beiden Aufführungstagen zusammengenommen circa 150 Zuschauer, besonders erfreut waren wir durch die Anwesenheit von Herrn Dr. Buchinger, der Choreografen Bert Gstettner und Georg Blaschke, sowie des Schauspielers Karl Fischer , und von Rio Rutzinger(künstlerischer Leiter Impulstanz, workshop und research).

Galerie

Downloads

Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Durch die Sichtbarkeit des gemeinsamen Arbeitens behinderter und nichtbehinderter  Künstler auf der Bühne, aber auch durch die Veröffentlichung unserer Arbeit in den Medien, nicht zuletzt auf der Plattform respekt.net, erreichten wir (wieder), dass Menschen, die selten bis gar nicht mit dem Thema Inklusion befaßt sind, die Thematik buchstäblich vor Augen geführt bekamen.

 

Weitere Anstöße für Diskussionen und Gedanken wurden gegeben, die Vernetzung von danse brute mit der professionellen Wiener Tanzszene wurde gefördert.

 

Michael Turinsky wird in Folge gemeinsam mit der Projektinitiatorin Sonja Browne einen Workshop über seine künstlerische Arbeitsweise leiten:

Impulstanz, 25.-29.7.2011: „Narcissus´Project – Composing Physical Difference“.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

 

Der Tenor der Publikumsreaktionen war im wahrsten Sinne  respektvoll: Respekt für den unermüdlichen Einsatz unseres Kollektivs danse brute für die Inklusion behinderter Künstler in die zeitgenössische Szene.

 

Das feedback des Publikums oszillierte zwischen persönlicher Berührung und Anerkennung für den Grad an Professionalität des Tanzkollektivs danse brute sowie Meßbarkeit seiner Leistung mit der zeitgenössischen Wiener Tanzlandschaft.

Hier finden Sie einen Bericht über die Aufführung! (Sichtwechsel)

Und noch einen (Impulstanz)

Und Hier das Youtube-video "Narcissus beneath the surface"

 

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?


Verwendung der Mittel von Respekt.net: 

______________________________________________

Choreografie: Honorarnote  Michael Turinsky: 1.400 EURO

Tanz: 5Tänzer a´ 270 EURO, gesamt: 1.350 EURO

Kostüme(Honorarnote Theresia Winter): 1.140 EURO

Bühne(Honorarnote Theresia Winter): 800 EURO

______________________________________________

=                        4690€

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

Die Kopien der Belege und Rechnungen als PDF finden sie HIER ( ! lange Ladezeit !)

Wie werden Sie die Mildtätigkeit des Projektes nachweisen?