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Projekt-ID: 1569

Flüchtlingskinder sollen sich wohlfühlen - Fortsetzung in St. Nikola 2

Initiator/In: Christian Wiesinger
eingereicht am: 13.11.2017
Budget: € 825,-
Finanzierungsfrist: 13.03.2018
Land/Region: Österreich/Oberösterreich
Art: Theater
Themenkreis: Respekt & Vielfalt

Allgemein

Projektadresse

St. Nikola 3
4381 St. Nikola

Volkschule St. Nikola
  • Start Projektumsetzung: 04.05.2018
  • Ende Projektumsetzung: 18.07.2018

Projektbeschreibung kurz

Theater Projekt 2018 in St. Nikola

Das Projekt wird nun bereits zum vierten Mal in St. Nikola durchgeführt. Es wird wieder in einer dritten und vierten Klasse durchgeführt und es hat den Vorteil, dass die Kinder die Spielart des Ausdrucksspieles bereits kennen. So können die neu hinzukommenden Kinder behutsam mit in das Spiel hineingenommen werden.

Kinder aus vielen verschiedenen Ländern spielen in diesem geschützten Rahmen des Theaterspiels miteinander und erfahren dabei, wie einfach und unbeschwert das gemeinsame Erleben sein kann. Sie können in ihrer Rolle aufgehen und aufeinander zugehen, in der Unbeschwertheit des gespielten Stückes.

Wir werden diesmal Märchen aus aller Welt spielen. Märchen aus dem Orient, aus dem Okzident und unsere Hausmärchen.

Sie dürfen sich als König, als Prinzessin, als Katze, als Hund, als das verkleiden, was ihnen beliebt. Sie können in ihren Rollen über sich hinauswachsen und sie können staunen, wie faszinierend diese Welten sind und vor allem können sie aus diesen Geschichten Kraft für ihren oft beschwerlichen Alltag schöpfen.


Nachweis Projektabschluss

Schulbestätigung über die Abhaltung der 4 Workshops
Fahrtenaufzeichnung zur Volksschule St. Nikola
Überweisungsbestätigung über erhaltenes Geld
Onlineabschlussbericht

Details

Kinder lieben es sich durch das Spiel auszudrücken und Kontakte unbeschwert zu knüpfen.
Bedürfnisse sind überall auf der Welt gleich, da gibt es keine Unterschiede: wir haben ein Bedürfnis nach Nähe, nach Heimat und Geborgenheit, in allen Kulturkreisen auf der Welt. Und auch die "Fremden" bei uns haben diese Bedürfnisse.

Mit diesem Projekt wollen wir ihren Bedürfnissen eine Heimat geben, damit sie sich ein bisschen wie zuhause fühlen können!

Wieso ist mir dieses Projekt ein Anliegen?

Flüchtlingskinder sind hier bei uns fremd. Sie sind oft unserer Sprache nicht mächtig oder müssen diese Stück für Stück erlernen. In den Schulklassen müssen sie erst ihren Platz finden. Hürden über Hürden. Theaterspiel ist ein geeignetes Mittel, um Barrieren zu überwinden, um sich näher zu kommen.

Im Ausdrucksspiel kommt hinzu, dass die sprachliche Barriere auch noch wegfällt, da wir ohne zu sprechen auskommen. Die Kinder begegnen sich als Bär, als Hund, als Hirte, das ist ihnen alles vertraut. Sie begeben sich z. B. auf die Suche nach Nahrung, sie balgen herum,…

Wir kommen uns wieder näher und entwickeln mehr Verständnis füreinander!

Die Erfahrungen, die ich bereits an der Schule machen konnte, möchte ich nun in die weitere Arbeit integrieren. Aufbauend auf diesen Schatz und auf meine Beobachtungen und Erfahrungen können wir nun kontinuierlich weiter arbeiten und den Schatz weiter heben.

Ablauf der 4 Workshops: Wir werden wieder Texte aus der Märchenwelt spielen oder einzelne Teile herausarbeiten. Da immer wieder neue Flüchtlingskinder dazukommen, die in der deutschen Sprache noch nicht so gefestigt sind, müssen wir sehr einfache Spiele machen, um die Kinder nicht zu überfordern. Man muss sich somit von Spiel zu Spiel herantasten, um die Kinder in ihrem Aktionsradius zu erreichen. Es erfordert viel Fingerspitzengefühl, wie so vieles im Zusammenleben mit uns fremden Kulturen.

Ziel: Den Flüchtlingskindern soll eine gute Integration gelingen. Durch das unbeschwerte Spiel können die Kinder zusammenwachsen, was sich förderlich auf die Klassengemeinschaft auswirkt. Durch das Verkleiden, Spielen einer Rolle werden sie in ihrer Persönlichkeit gestärkt und können das Erlebte in ihr oft schwieriges Leben integrieren.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 750,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 750,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 75,-
  • Zielbudget
    € 825,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 0,-
  • Budgetplanung
    4 Workshops a 2 Stunden, 1 Workshop ist mit € 100,-- veranschlagt. Somit ergibt sich eine Gesamtsumme von € 400,-- für das gesamte Projekt.
    Der Restbetrag von € 350,-- wir für die Fahrtkosten zum Kursort verwendet (s. Fahrtenaufzeichnung)

Dateien

Links & Downloads

Galerie

News

Christian Wiesinger

hat am 14.06.2018 geschrieben

Flüchtlingskinder sollen sich wohlfühlen: 13. Juni 2018

Wir spielten der Adler, der nicht fliegen wollte: eine Entwicklungsgeschichte. Ein Adler wird eingefangen und zu einem Huhn erzogen, doch ein naturkundiger Mann will den Adler trotzdem zum Fliegen bringen. Interessanterweise hatte sich für diese Rolle ein Flüchtlingskind entschieden, die es hier sehr schwer hat. Ihre Eltern kommen aus Afghanistan, sind Analphabeten, können sie in schulischen Belangen nur geringfügig unterstützen. Sie wurde unter anderem wieder von der NMS zurückgestuft und...

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Christian Wiesinger

hat am 07.06.2018 geschrieben

Flüchtlingskinder sollen sich wohlfühlen - 2. Einheit 6. Juni

Diesmal haben wir uns für ein Paarspiel entschieden. TierpflegerIn und Pferd. Mit ganz vielen verschiedenen Bürsten durften die Kinder ihr Pferd pflegen. Ich war erstaunt wie intensiv die Kinder diese Tätigkeit ausgeführt hatten. Die Kinder genossen diese zuwendung, dass sich jemand um sie kümmerte, ganz für sie das war. Auch wir Erwachsene wollen doch auch gepflegt werden! Anschließend spielten wir ein freies Spiel nach einem Bilderbuch ohne Text. Sehr spannend zu spielen, sehr originell...

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Christian Wiesinger

hat am 07.06.2018 geschrieben

Flüchtlingskinder sollen sich wohlfühlen - Projektstart 30. Mai

Ein gelungener Beginn. Mit einem Gemeinschaftsspiel haben wir begonnen. Trotz der heißen Temperaturen spielten wir das Gedicht "Das Feuer". Nach einer kurzen Einführung ging es dann so richtig los. Alle durften teil vom Feuer sein. Sie lernten dabei die vielen verschiedenen Facetten des Feuers kennen - mal brodelnd, dann lodernd, dann heiß, sich zurückziehend, aufflammend, immer besser sind sie in das Spiel hineingekommen, sie durften sich als das gemeinsame große, aber auch zu Asche werden...

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Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

 

Eingelungener Beginn. Mit einem Gemeinschaftsspiel haben wir begonnen. Trotz der heißen Temperaturen spielten wir das Gedicht "Das Feuer". Nach einer kurzen Einführung ging es dann so richtig los. Alle durften Teil vom Feuer sein. Sie lernten dabei die vielen verschiedenen Facetten des Feuers kennen - mal brodelnd, dann lodernd, dann heiß, sich zurückziehend, aufflammend, immer besser sind sie in das Spiel hineingekommen, sie durften sich als das gemeinsame große, aber auch zu Asche werdende Feuer erleben!

Aus diesem Gedicht heraus entwickelten wir dann spontan eine Geschichte mit Feuersbrand, Feuerwehr, Party mit Unglück, Brand und zu guter Letzt der rettende Eingriff der Feuerwehrleute. Toll wie die Kinder die Geschichten entwickeln ,manche sind zum ersten Mal dabei, verstehen die Texte noch gar nicht so richtig, aber durch ihre intuitiven Fähigkeiten können auch diese Kinder gut am Spiel teilnehmen, sich einbringen und ihr kreatives Potential entfalten.

 

 

2.Einheit 6. Juni

Diesmal haben wir uns für ein Paarspiel entschieden. TierpflegerIn und Pferd. Mit ganz vielen verschiedenen Bürsten durften die Kinder ihr Pferd pflegen. Ich war erstaunt wie intensiv die Kinder diese Tätigkeit ausgeführt hatten. Die Kinder genossen diese Zuwendung, dass sich jemand um sie kümmerte, ganz für sie da war. Auch wir Erwachsene wollen doch auch gepflegt werden! Anschließend spielten wir ein freies Spiel nach einem Bilderbuch ohne Text. Sehr spannend zu spielen, sehr originell von den Kindern gespielt, es ging um einen Hühnerdieb, den Fuchs, der sein Unwesen trieb. Ein Huhn sollte daran glauben, und es war sehr spannend zu beobachten, wann der Räuber zuschnappen würde. Doch es kam dann doch nicht so schlimm, denn der Fuchs fraß die Henne nicht auf, sondern entführte sie nur, um eine Spielgefährtin zu haben.


3. Einheit 13. Juni

Wir spielten der Adler, der nicht fliegen wollte: eine Entwicklungsgeschichte. Ein Adler wird eingefangen und zu einem Huhn erzogen, doch ein naturkundiger Mann will den Adler trotzdem zum Fliegen bringen. Interessanterweise hatte sich für diese Rolle ein Flüchtlingskind entschieden, dass es hier sehr schwer hat. Ihre Eltern kommen aus Afghanistan, sind Analphabeten, können sie in schulischen Belangen nur geringfügig unterstützen. Sie wurde unter anderem wieder von der NMS zurückgestuft und muss noch einmal die vierte Klasse VS wiederholen. Ich erlebe dieses Kind als sehr wissbegierig, mit einem sehr offenen Wesen. Als es darauf ankam, ob sie fliegen sollte, hat sie lange hin- und her überlegt, schließlich entschied sie sich doch, wegzufliegen. Im Nachgespräch hat sie mir auch diese Unschlüssigkeit mitgeteilt. Vielleicht hängt das auch mit ihrer Situation zusammen, im geschützten Nest zu bleiben, sogar bei den Hennen oder sich aufzumachen, wer weiß, Spiele sind oft der Abglanz der Wirklichkeit.

 

Abschluss 20. Juni

Diesmal spielten wir ein Märchen, die Geschichte vom Eisenhans. Ein unheimlicher Mann treibt im Wald sein Unwesen und entführt die Jäger des Königs. Schließlich wird er von einem fremden Jäger gefangen und in das Schloss gebracht. Dort freundet er sich mit dem Sohn des Königs an. Es gab bei diesem Spiel einige Schlüsselszenen, auf die das Spiel hinauslief. Sehr eindringlich wurde von den Kindern die Szene gespielt als der Eisenhans gefangengenommen wurde. Er wehrte sich mit Händen und Füßen (gelernte Schauspieler hätten das nicht besser hinbekommen), dann die Szene als Eisenhans im Gefängnis ist. Viele Menschen kommen herzu, um ihn anzusehen, haben aber auch Angst vor ihm, manchmal greift er nach einem von ihnen. Schließlich die Szene, wie der Junge mit Eisenhans weggeht. Es herrscht große Betroffenheit am Hof, diese Betroffenheit breitet sich spürbar aus, aber schließlich machten wir aus dieser Geschichte ein Happy-End und der Junge kehrte wieder zurück. Ein gelungener Abschluss unseres sehr aufregenden Projektes, das diesmal sehr vielfältig und nuancenreich sich gestaltete, vielschichtig und bunt, bunt wie diese Klasse, bunt, wie das Leben.

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Wenn Kinder, so unterschiedlich sie nun mal sind, gemeinsam schöne, aufregende oder auch knifflige, spießende Erfahrungen machen können, ist schon eine Menge gelungen. Wenn sie so offen und unbekümmert sind, sich auf das Spielen der so unterschiedlichen Geschichten einzulassen, ist es eine Erfahrung, die ihnen sicher gut tut und mein Herz als Spielleiter höher schlagen lässt. Ich könnte jetzt ganz vieles schreiben, von der unterschiedlichen Herangehensweise der Kinder, ihren intuitiven Fähigkeiten, ihrem vertrauensvollen Agieren, ihrem Wohlwollen, das sie immer wieder zeigen und auch leben. Schließlich will ich damit nur sagen, dass diese gesellschaftspolitische Relevanz mir zeigt und auch uns zeigt, wie wichtig ein miteinander ist, wie wichtig es ist zu erleben, dass wir eine große Familie sind, die sich manchmal an verschiedenen Orten dieses Kontinents begegnet und sei es in einem kleinen Klassenzimmer.

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Die Direktorin, Frau Greisinger Brigitte schreibt (s. Bestätigung der Schule): Herr Wiesinger ist mit seiner Persönlichkeit ein mimisches Vorbild für die Kinder, er kann sie begeistern und jedes einzelne Kind davon überzeugen, mitzumachen. Die Schülerinnen und Schüler profitieren von seiner Anwesenheit.

Die Klassenlehrerin, Frau Brandstötter, meinte, dass die Kinder heuer so kreativ, lustvoll und auch originell gespielt hätten. Dies ist mir auch aufgefallen, dass heuer sehr vielmehr möglich war, vor allem das freie Spielen (ohne vorgegebene Texte) kam ihnen sehr entgegen.

Ein Theaterkollege von mir meinte, dass die Schwierigkeit oft darin liege, die Kinder zum Kreativsein zu ermuntern. Da alle Kinder immer großartig mitmachten und sic hkonstruktiv einbrachten, kann man von einem rundum gelungenen Projekt sprechen, dass wir hoffentlich wieder weiterführen können!!!

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Das Geld wurde für die Abhaltung der 4 Workshops (s. Schulbestätigung) und für die Fahrten zum Kursort verwendet (s. Fahrtenaufzeichnung)

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