Projekt-ID: 2164

Tinkers Center & Kaffeerösterei: Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung in Uruguay

Initiator/In: Matías Haber
eingereicht am: 11.11.2020
Budget: € 24.900,-
Finanzierungsfrist: 23.12.2020
Finanzierungsschwelle: € 11.000
Land/Region: Österreich
Art: Aktion
Themenkreis: Start-ups & Social Enterprises

Allgemein

Projektteaser

Mit dem “Tinkers Center“ und seiner Kaffeerösterei schaffen „Los Tinkers“ einen Ort, an dem sich Menschen mit Behinderung zu Hause fühlen und ein Arbeitsumfeld, in dem Inklusion gelebt wird.

Projektadresse

Chihuhua, Uruguay
  • Start Projektumsetzung: 01.01.2021
  • Ende Projektumsetzung: 01.03.2021

Projektbeschreibung

Inklusion im Zentrum, das ist seit jeher unser Leitfaden. Wir sind Andrea Seewald (Österreich) und Matías Haber (Uruguay) auch als “ Los Tinkers“ bekannt. Die letzten 10 Jahre waren wir vor allem im Kulturbereich tätig und wurden für unsere Arbeit im Bereich Inklusion bereits mehrfach ausgezeichnet. Nachdem wir die Schwierigkeiten der Eingliederung in die Arbeitswelt von Menschen mit Behinderung kennen, ist es schon lange unser Wunsch auch hier unseren Beitrag zu leisten. Jetzt ist es soweit: Wir werden das erste inklusive und vegane Kulturzentrum mit eigener Kaffeerösterei & Café in Uruguay ins Leben rufen.

Der erste Schritt bei der Umsetzung des Zentrums ist die Konstruktion der Kaffeerösterei um die ersten Arbeitsplätze anbieten zu können. Die Rohbohnen beziehen wir zu fairen Preisen und auch bei der Verpackung achten wir auf Nachhaltigkeit. Sobald die Rösterei mit Online-Shop und Zustelldienst etabliert sind, sollen in weiterer Folge das Café und schließlich das Kulturzentrum entstehen.

Dieses Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Verein APC-HELP. Spenden sind daher steuerlich absetzbar.


Nachweis Projektabschluss

Fotodokumentation, Projektbericht, nach Möglichkeit auch Videomaterial.
Gesamtabrechnung, Rechnungskopien zu den Ausgaben, die mit den überRespekt.net lukrierten Mitteln bestritten wurden, Fotodokumentation, Online-Abschlussbericht.

Details

Seit über 10 Jahren arbeiten die Österreicherin Andrea Seewald und der Uruguayo Matías Haber im Bereich Inklusion. Gemeinsam sind sie die Organisatoren des renommierten Tangofestivals “Tango en Punta“- einem Festival welches Menschen mit und ohne Behinderung zusammenführt. Hier wird Raum geschaffen, die eigenen Werte zu hinterfragen und eventuell auch neu zu definieren. Zwischen den Kontinenten pendelnd hat das Festival insgesamt schon 17 Mal stattgefunden. In Österreich im Festspielhaus Bregenz und in Uruguay in Punta del Este. 

ORF-Link: https://www.youtube.com/watch?v=jIGZBc3AbE4

Neben der Organisation der beiden Festivals und der Workshopreihe "Embracing Tango" durch Europa und Südamerika, kreieren sie ihre künstlerischen Produktionen, eine davon ist das IN-CONCERT - eine inklusive Inszenierung, die den Tango umarmt, und das was die Inklusion bedeutet. Hier wurden zum ersten Mal in der Tangogeschichte Texte geschrieben und Lieder zum Thema Inklusion komponiert. Auch die Choreografien sind eigens für dieses Stück in Zusammenarbeit mit professionellen Tänzern und Menschen mit Behinderung entstanden. In Österreich wurde das IN-Concert im Festspielhaus Bregenz uraufgeführt und in Uruguay in dem prestigeträchtigen Konzerthaus Sodre. 

Video-Link Doku Uruguay: https://www.youtube.com/watch?v=CesMRPlZ-Qw

Video-Link Bregenz: https://www.youtube.com/watch?v=-5xC7UE73Dw

Für ihre Arbeit im Bereich Inklusion wurden sie sowohl von der Vereinigung „DSI Down Syndrome International“ für ihre herausragenden Leistungen, die das Leben von Menschen mit Down-Syndrom gestärkt und bereichert haben, als auch vom Ministerium für Soziale-Entwicklung in Uruguay, anerkannt. Regelmäßig werden die beiden zu Kongressen eingeladen (“World Future Congress“, “Forum Kind“, Down Syndrom Kongresse etc.) um dort ihre Erfahrungen weiterzugeben. Mittlerweile haben “los Tinkers“ auch eine Methode entwickelt, die international anerkannt und in unterschiedlichen Ländern angewendet wird. Im September 2017 wurde ihr erstes Buch „The Tinkers System Finding Simplicity - the methodology behind the inclusive tango class“ auf Englisch veröffentlicht und im September 2019 folgte die Veröffentlichung auf Deutsch. Dieses Buch dient als Handbuch zu ihrem Seminar „Das Tinkers System“, welches sich speziell an Pädagogen, Sozialarbeiter, Betreuer für Menschen mit Behinderung und Tangolehrer richtet. Es ist jedoch auch für Menschen interessant, die mehr über ihr System erfahren möchten.

Jetzt ist es ihr Plan ihre ursprünglichen Projekte mit der Entstehung vom Tinkers Center, welches die Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung vorsieht, zusammenzuführen. Seit Jahren arbeiten die Tinkers mit der Christopherus Lebens- undArbeitsgemeinschaft Laufenmühle in Welzheim zusammen, die selber auch eine Rösterei + Café betreibt und daher hatten sie neben ihrer künstlerischen Zusammenarbeit auch die Möglichkeit sich in der Kaffeerösterei fortzubilden. Zusätzlich haben Andrea und Matías dieses Jahr eine Kaffeeröstausbildung bei der Firma Probat in Norddeutschland abgeschlossen.

Uruguay hat rund 3,5 Millionen Einwohner, 500.000 davon haben eine Behinderung. Während die Arbeitslosenzahl für die gesamte uruguayische Bevölkerung zwischen 8,5 und 9,5% schwankt, steigt diese Zahl bei Menschen mit Behinderungen deutlich an. Dank des Inklusionsgesetzes wird versucht dem entgegenzuwirken, aber dennoch gibt es in diesem Bereich noch recht viel Nachholbedarf. Während das Gesetz der Größe entsprechend eine Eingliederung von 1% im Tinkers Center vorsehen würde, werden Andrea und Matías Ziel im ersten Semester 33%, im zweiten 60% und im dritten Semester 71% der Arbeitsplätze an Menschen mit Behinderung vergeben.

Für die Tinkers spielt Qualität eine grundlegende Rolle. Genauso wie es ihnen mit „Tango en Punta“ gelungen ist, ein Festival mit hohem künstlerischem Niveau zu positionieren, so ist es auch ihr Ziel einen hochwertigen Kaffee zu produzieren, der aus einem fairen Arbeitsumfeld stammt und nachhaltig verpackt wird. Sie kennen die Bedeutung von Qualität und haben sie stets mit großer Verantwortung übernommen, um so effektiv wie möglich als Botschafter der Inklusion zu wirken.

Das Projekt soll sich im Zeitraum von 3 Jahren verwirklichen. Der erste Schritt ist die Umsetzung der Kaffeerösterei, um so schnell wie möglich mit der Schaffung von Arbeitsplätzen beginnen zu können. Damit das auch Realität wird, brauchen die Tinkers hierfür eine Kaffeeröstmaschine, Kaffeemühle, Versieglungsmaschine und in weiterer Folge eine Espressomaschine. Zusätzlich müssten die teils schon bestehenden Räumlichkeiten vergrößert und angepasst werden. Andrea und Matías bitten Sie daher um Ihre Unterstützung, damit sie die ersten inklusiven Arbeitsplätze anbieten können.

APC-HELP hat schon in der Vergangenheit ein Inklusionsprojekt unterstützt, bei dem Behinderte kostenlos an für sie konzipierten Tanzkursen teilnehmen konnten.  Mit dem Tinkers-Projekt in Uruguay haben wir uns gerne aus drei Gründen solidarisiert: (i) das Konzept, Arbeitsplätze für Behinderte im Wege einer Kaffeerösterei zu schaffen ist überzeugend; es hat großes Potential für Nachhaltigkeit. (ii) wir kennen die Projektinitiatoren persönlich und schätzen die Vorbildwirkung ihrer vielfältigen Engagements, und (iii) in weiterer Folge sind auch bedeutende Aktivitäten von Tinkers in Österreich geplant, die behinderten Menschen, die bei uns leben, zugute kommen werden. Wir bringen daher unsere strategischen Vorstellungen schon jetzt in dieses Gemeinschaftsprojekt ein, und ermöglichen dadurch für alle Spenden ihre steuerliche Absetzbarkeit.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Budget

  • Gesamtbudget
    € 23.000,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 23.000,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 1.900,-
  • Zielbudget
    € 24.900,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 11.000,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 1 (wird bei erfolgreicher Finanzierung überwiesen)
    € 9.142,-
  • Respekt.net-Teilbetrag 2 (wird nach Erhalt des vollständigen Projektabschlussberichtes überwiesen; mind. 10 % des Zielbudgets)
    € 4.649,-
  • Abgabedatum Abschlussbericht
    15.01.2024
  • Projektrisiken
  • Budgetplanung

    Kaffeeröster Probatino 10.000 €
    Rohbohnen 5.000€
    Kaffeemühle 1.100 €
    Versieglungsmaschine 900 €
    Verpackungsmaterial 3.000 €
    Baumaterialien 3.000€ 

Dateien

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Galerie

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News

Martin Moser

hat am 16.12.2020 geschrieben

Tinkers Center News 01

"Los Tinkers" halten uns über ihre Fortschritte am Laufenden. Und wie jedes großartige Projekt und ungefähr jede großartige Band starten sie zuerst mal in der Garage.

Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

Inklusion im Zentrum, so lautet seit jeher unser Leitfaden. Wir sind Andrea Seewald (Österreich) und Matías Haber (Uruguay) auch als “ Los Tinkers“ bekannt. Die letzten 10 Jahre waren wir vor allem im Kulturbereich tätig und wir wurden für unsere Arbeit im Bereich Inklusion bereits mehrfach ausgezeichnet.

Nachdem wir die Schwierigkeiten, der Eingliederung in die Arbeitswelt von Menschen mit Behinderung kennen, war es schon lange unser Wunsch neben unseren kulturellen Aktivitäten auch hier unseren Beitrag zu leisten. Trotz des Inklusionsgesetzes, welches die Einführung von Arbeitskräften im privaten Sektor vorsieht, ist die Arbeitslosenzahl bei Menschen mit Behinderungen sehr hoch und daher ist es wichtig hier aktiv zu werden.

Dank dem Crowdfunding über Respekt.net und Eigenmitteln, konnte unsere kleine Kaffeerösterei-Cafétin in Maldonado/Uruguay ins Leben rufen. Es ist uns gelungen ein Arbeitsumfeld zu schaffen in welchem Wertschätzung und Inklusion im Zentrum stehen und die eigene Lebensqualität, sowie die der Familien verbessert werden.

Im Oktober arbeitet Jorge Roberto Petillo Araujo, ein junger Mann mit Down Syndrom einen Monat bei uns, nachdem seine Familie dann leider aus Maldonado weggezogen ist, konnte er dann anschließend nicht mehr kommen.

Seit Dezember 2021 arbeitet Ramiro Nicolas Barreto Fernandez bei uns.

Ramiro ist 28 Jahre alt, hat Down Syndrom, wohnt in Maldonado und kommt aus einer sehr kinderreichen Familie. Ramiro ist unser erster Angestellter. Unser nächster Schritt ist die Umsetzung von einem Café und kleinem Kulturzentrum, um noch mehr Arbeitsplätze schaffen zu können.

Viele Fotos findet ihr auf: https://www.instagram.com/cafetin.tinkers/

Und hier ist unsere Website: https://cafetin.org/

 

Galerie

Downloads

Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Cafetin schafft Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. In Uruguay ist die Arbeitslosenrate bei Menschen mit Behinderung sehr hoch. Es gibt in Uruguay zwar ein Inklusionsgesetz, welches vorsieht, dass Betriebe ab einer bestimmten Größe, Menschen mit Behinderung beschäftigen, aber in der Realität sieht das oft anders aus. Mit unserem Projekt möchten wir unseren Beitrag leisten. Ramiro kommt aus recht schlichten Verhältnissen, daher ist sein Gehalt auch eine Erleichterung für die Familie und Vorsorge für seine Zukunft.

 

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Wir hatten wirklich von Anfang an eine sehr positive Resonanz und freuen uns, dass wir mittlerweile schon einen recht stabilen Kundenstock haben, welcher es uns ermöglicht unser Projekt erfolgreich weiterzuführen und uns in Zukunft auch die Möglichkeit bietet mehr Arbeitsplätze schaffen zu können. Viele sind von der gelebten Inklusion begeistert und wir konnten auch schon andere kleine Betriebe für dieses Thema sensibilisier.

Wir achten bei unserem Produkt auf Nachhaltigkeit und auch das wird von vielen wertgeschätzt.

Unser Kaffee beziehen wir von Apas, einer kleinen Kaffeebauern-Kooperative aus Minas Gerais, die Rohbohnen stammen aus biologischem Anbau und die Kooperative trägt den Fairtrade-Stempel.

Unser Kaffee wird in Dosen abgefüllt und wir haben auch ein Refill-System entwickelt, welches in Urguay auch noch recht neu ist. Der Kaffee wird mit unserem elektrischen Fahrzeug zugestellt und auch das trifft auf sehr viel Zuspruch.

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Die gesamten Mittel wurden dazu eingesetzt die Röstmaschine + Mühlmaschine von der Firma Probat zu erwerben und die Rohbohnen über die Kooperative Apas in Brasilien zu kaufen. Apas ist eine kleine Kooperative, die aus ca. 20 Kaffeebohnenbauern aus Minas Gerais besteht. Es handelt sich bei den Rohbohnen um Spezialitätenkaffee aus biologischem Anbau und zusätzlich trägt die Kooperative den Fairtrade-Stempel.

Die SCA (Speciality Coffee Association) hat ein Bewertungssystem für Qualität von Rohkaffee entwicket, in dem der Kaffee physisch und sensorisch bewertet wird. Der physische Check erfolgt u.a. über Auslese von Defekten. Sensorisch wird der Kaffee in sogenannten Cuppings (Degusationen) auf einer Skala bewertet, ab 80 Punkten spricht man von Spezialitätenkaffee.

Kostenaufstellung:

Apas Rohbohnen 6.250 USD

Probat Röstmaschine + Mühlmaschine 11.450 USD

Insgesamt 17.700 USD

14.900 €

Wir konnten fast gänzlich diese beiden Rechnungen mit der Unterstützung vom Crowdfunding begleichen und dafür möchten wir uns von Herzen bedanken.

Wie werden Sie die Mildtätigkeit des Projektes nachweisen?

Wir unterstützen Menschen mit Behinderung.

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