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Projekt-ID: 886

Auch Kinder dürfen ihre Trauer zeigen

Initiator/In: Christian Wiesinger
eingereicht am: 21.04.2015
Budget: € 824,-
Finanzierungsfrist: 21.09.2015
Land/Region: Österreich/Oberösterreich
Art: Workshop
Themenkreis: Weitere Themen

Allgemein

Projektteaser

Im Ausdrucksspiel holen wir das Thema Sterben vor den Vorhang

Projektadresse

Ungenach 50
4841 Ungenach

Volksschule Ungenach, Ungenach 50, 4841 Ungenach
  • Start Projektumsetzung: 11.12.2015
  • Ende Projektumsetzung: 16.05.2016

Projektbeschreibung

Auch Kinder dürfen ihre Trauer zeigen

Im Ausdrucksspiel holen wir das Thema Sterben vor den Vorhang

 

Sterben ist kein Tabuthema!

Kinder haben einen natürlichen Zugang zum Thema Sterben. Für sie gehört es noch zum Leben. So sollen sie im Ausdrucksspiel die Möglichkeit bekommen, ihre Sicht- und Erfahrungsweise zu verarbeiten und auszudrücken. Dazu wollen wir Texte nehmen, in denen die Themen Sterben und Trauer präsent sind.

Der Umgang mit dem Sterben und auch der Trauer wird den Kindern oft verwehrt, da man glaubt, die Kinder wären nicht imstande, damit fertigzuwerden, doch die Kinder gehen auf eine ungezwungene, natürliche Art mit dem Sterben um, meistens sind es unsere Ängste und Befürchtungen, die wir auf die Kinder projizieren.

 

Mit folgenden Geschichten werden wir arbeiten:

Schwesterchen Rabe: Käthe Recheis, Angelika Kaufmann

Herr von Ribbeck: Theodor Fontane

Der Apfelbaum: Mira Lobe

Gehört das Soo??!: Trauer und Wut

Eine Kiste für Opa: Abschied, Trauer  und Tod – Eine Geschichte aus einem anderen Kulturkreis, aus Ghana

 

Was bringt mich dazu, dieses Thema aufzugreifen?

Es sind die Kinder, die mir es vor Augen führen, dass sie das Thema Sterben immer wieder im Spiel verarbeiten. Sie sind eine Katze, die verunglückt, ein Hund, der stirbt oder ein Held, der im Kampf sein Leben lässt. Wenn man dann nachfrägt, erfährt man von den Kindern, dass gerade ein Todesfall war, ein Opa ist verstorben oder ein liebgewordenes Tier ist ums Leben gekommen. Die Kinder verarbeiten so das Erlebte, auf ihre ganz eigenständige Art.

 

Meine Erfahrung mit einer Schulklasse (3. Kl. VS): Ein Mädchen ist plötzlich in den Ferien verstorben. Die SchülerInnen wurden nicht zum Begräbnis eingeladen. Sie konnten nicht beim Begräbnis Abschied nehmen. Die Klassenlehrerin hat mich gefragt, ob ich nicht eine Möglichkeit hätte, das Thema Begräbnis im Spiel aufzugreifen. So habe ich von Theodor Fontane „Herr von Ribbeck“ ausgewählt. Ich war erstaunt, wie eindringlich, durchdringend  und ernst sie die Ballade gespielt haben. Keine Spur von Gefühlsduselei. Begräbnis, Abschied, Segen, Hoffnung, es war alles lebendig und spürbar, noch heute, zwei Jahre später, wenn ich diese Zeilen nun schreibe, sehe ich die Kinder vor mir, wie sie vor dem Grab, Abschied nehmen.

 

Die Kinder haben ein Bedürfnis, sich dem Werden und Vergehen zuzuwenden. In dem geschützten Rahmen des Ausdrucksspieles geben wir ihnen die Möglichkeit, ihre Gefühle und Emotionen, die sie dazu haben, auszudrücken. Ich bin zuversichtlich, dass sie diese Erfahrungen für ihr Leben als große Bereicherung erfahren werden.


Nachweis Projektabschluss

Dokumentation der 5 Workshops
Photodokumentation
Schulbestätigung über geleistete Arbeitsstunden
Überweisungsbestätigung über erhaltenes Geld
Onlineabschlussbericht

Details

Lernen durch tun!

Begriffserklärung:
Der Begriff "Jeux Dramatiques" wurde von dem Theaterpädagogen Leon Chancerel geprägt. Im Gegensatz zum herkömmlichen Theaterspiel unterscheiden sich die "Jeux", da man zur eigenen Freude und Entfaltung spielt und nicht vor Publikum. Man lernt auch keinen Text auswendig, da es das "Innere Erleben" hemmen  und die Spieler hindern würde, mit den eigenen Ausdrucksmöglichkeiten zu experimentieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Weglassen der Sprache. Durch das Weglassen der Sprache können sich andere schöpferische Anteile frei entfalten. Es tauchen ungeahnte Möglichkeiten auf, sich auf einer ganz anderen Ebene zu entfalten und auszudrücken.


Innerhalb der Thematik, die in den Workshops vorgegeben ist, bestimmen die Spieler aufgrund ihrer momentanen Stimmung und ihrer Ideen selbst ihre Rollen. Sie gestalten diese völlig frei nach ihren eigenen Vorstellungen. 

Meine Aufgabe als Spielleiter: Der Sinn, der hinter der Geschichte steht soll zum Ausdruck gebracht werden. Ich führe die Spieler durch die Geschichte durch, lasse ihnen aber genügend Freiräume, um sich entfalten zu können. In der Art eines Regisseurs.

Zusammenfassend: Was ist Ausdrucksspiel aus dem Erleben?

* Entdecken und wachrufen unserer schlummernden und schöpferischen Fähigkeiten.

* Ein Mittel, Inneres Erleben und Gefühle spielerisch auszudrücken

* Eine einfache Art des freien Theaterspiels ohne eingeübte Spieltechnik

* Eine Möglichkeit zur Selbstentfaltung und Lebenshilfe

 

Noch ein paar Anmerkungen:

Der Raum ist die Bühne. Der Raum ist ein wichtiges Element. Er kommt zum Tragen. Der Raum wird von den Spielenden so gestaltet, dass er ein Teil ihres Spieles wird. (Z. B. wird ein Dorfplatz gestaltet)

Verkleidung: Die Spieler verkleiden sich vorwiegend mit Tüchern. Durch das Verkleiden schlüpfen sie in ihre Rolle, wird die Rolle "fester, greifbarer und sicherer."

Reflexion: (Nachbesprechung): Die Spieler sagen nach dem Spiel,  was sie erlebt haben. Was ihnen wichtig gewesen ist. Evtl., welche Gefühle hervorgekommen sind. Jeder so, wie er es sich zumutet.

 

P. S.: Der Einfachheit halber ist der Text in der männlichen Form abgefasst.

Budget

  • Gesamtbudget
    € 750,-
  • - Eigenmittel
    € 0,-
  • Finanzierungsziel
    € 750,-
  • + Abwicklungsgebühr
    € 74,-
  • Zielbudget
    € 824,-
  • Finanzierungsschwelle
    € 0,-
  • Budgetplanung
    5 Workshops
    Dauer pro Workshop: 2,5 Std.
    Kosten pro Workshop: € 150,--
    Insg. Kosten: € 750,--
    Inbegriffen: Vorgespräch, Vorbereitung, Textauswahl, Textauswahl, Nachbereitung, Reflexion

Dateien

Links & Downloads

Galerie

News

Christian Wiesinger

hat am 02.02.2016 geschrieben

Abschluss "Auch Kinder dürfen ihre Trauer zeigen"

 

Zum Abschluss haben wir die Geschichte "Gehört das So?" gespielt. Eine fröhliche Gesellschaft picknickt, spielt im Park, plötzlich kommt ein kleines Mädchen mit einer Tasche vorbei und schreit lautstark: "Gehört das So?"

Die Leute sind verwundert, baff, kennen sich nicht aus. Noch einige Male schreit das Mädchen: "Gehört das so?" Eine Frau nimmt sich dann ein Herz und fragt nach, da erfährt sie, dass in der Tasche ihr toter Vogel drinnen ist. Nun kommen auch die anderen Leute vorbei. Nu...

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Christian Wiesinger

hat am 23.01.2016 geschrieben

Auch Kinder dürfen ihre Trauer zeigen - 4. Einheit

 

Wir haben das Eisschloss gespielt: Eine traurige Geschichte. Die Sonne bringt das Eis zu schmelzen und alle BewohnerInnen (Prinzessin, Königin,...) verlieren ihren Lebensraum. Die Kinder haben ihre Rollen dann aber so interpretiert, dass sie gerettet wurden, auf einer Eisscholle, auf einem Eisberg. Außerdem haben wir das Eisschloss wieder aufgebaut und nochmals darin gespielt, mit offenem Ende.

Zwei Aspekte haben mich sehr angeprochen. Einerseits haben die Kinder auch damit gehadert, dass da...

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Christian Wiesinger

hat am 08.01.2016 geschrieben

Auch Kinder dürfen ihre Trauer zeigen - 3. Einheit

Bevor wir uns intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, ist es mir wichtig das Werden und Vergehen noch einmal zu intensivieren. Dazu habe ich einen anspruchsvollen Text ausgewählt - "Der freigiebige Baum" Auch dieser Baum musste sterben, doch bevor er gestorben war, hat er dem Kind noch allerhand hinterlassen - Äste, Früchte, zuallerletzt seinen Stamm als Ruhestätte. Jetzt wo ich diese Zeilen niederschreibe, wird mir erst bewußt, wie sehr wir uns diesem Thema angenähert haben, durch die W...

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Christian Wiesinger

hat am 21.12.2015 geschrieben

Auch Kinder dürfen ihre Trauer zeigen - 2 . Einheit

Heute haben wir ein einfaches Hirtenspiel gemacht. Leise, langsam, dem Thema angemessen, auch mit dem Hintergrund, die Klassengemeinschaft zu festigen. Gemeinsam hin zur Krippe, einen Weg zu gehen und gemeinsam wieder, gestärkt, zurückzukehren.

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Christian Wiesinger

hat am 11.12.2015 geschrieben

Auch Kinder dürfen ihre Trauer zeigen - Erste Einheit

 

 

Heute haben wir, dem Thema angemessen, mit einem ganz schlichten, leisen, ruhigen Spiel begonnen. Wir haben uns dazu nach Japan begeben. Wir haben die Geschichte Mikiko aus Japan gespielt. Eine Geschichte voller Einfachheit und trotzdem sehr aussagekräftig. Es geht darin um das Geben und Nehmen, um das Schenken und Beschenktwerden. Und gleichzeitig auch um das Werden und Vergehen. Spielerisch konnten die Kinder sich darauf einlassen, als Baum beschenkt zu werden und als Kind zu beschenken und...

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Christian Wiesinger

hat am 09.09.2015 geschrieben

Projektort

Das Projekt wird an der Volksschule Ungenach stattfinden. Dieses Thema ist in der Klasse sehr präsent, weil in der Klasse ein Bub ist, dessen Schwester vor zwei jahren gestorben ist.

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Meinungen

Abschlussbericht

Abschlussbericht allgemein

11. Dezember 2015

Heute haben wir, dem Thema angemessen, mit einem ganz schlichten, leisen, ruhigen Spiel begonnen. Wir haben uns dazu nach Japan begeben. Wir haben die Geschichte Mikiko aus Japan gespielt. Eine Geschichte voller Einfachheit und trotzdem sehr aussagekräftig. Es geht darin um das Geben und Nehmen, um das Schenken und Beschenktwerden. Und gleichzeitig auch um das Werden und Vergehen. Spielerisch konnten die Kinder sich darauf einlassen, als Baum beschenkt zu werden und als Kind zu beschenken und umgekehrt, wie sie es auch alltäglich im Leben erleben. Eine Erfahrung die ihnen eigen ist und die sie nun im Spiel vertiefen konnten.

Ein wunderschöner Auftakt, das Ausdrucksspiel in seiner Bandbreite mit einfachsten Mitteln dargestellt. So einfach und bereichernd kann das Leben sein.

 

18. Dezember 2015

Heute haben wir ein einfaches Hirtenspiel gemacht. Leise, langsam, dem Thema angemessen, auch mit dem Hintergrund, die Klassengemeinschaft zu festigen. Gemeinsam hin zur Krippe, einen Weg zu gehen und gemeinsam wieder, gestärkt, zurückzukehren.

Anschließend haben wir zum Thema Wut einige Sequenzen herausgearbeitet, die wir dann gespielt haben, zu Zweit, zu Dritt. Die Kinder haben sich erinnert, in welchen Situationen sie schon mal besonders wütend waren und wie sie damit umgegangen sind. Wir haben auch versucht, andere Vorgehensweisen herauszuarbeiten.

Ich habe das Thema Wut vor allem darum herausgearbeitet, weil Trauer und Wut sehr eng miteinander verbunden ist und weil wir auch zu diesem Thema ein Spiel nach Text durchführen werden.

Mich hat beeindruckt, wie ernsthaft und ihrem Naturell entsprechend, auch humorvoll die Kinder mit diesem Thema Wut umgehen können. Vielleicht sollten wir Erwachsene uns zurückerinnern an unsere Kindheit, dann würden wir oft nicht so verbissen reagieren, wenn wir uns über jemanden ärgern, sondern humorvoll, gelassen dagegenhalten.

 

8. Jänner 2016

Bevor wir uns intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, ist es mir wichtig das Werden und Vergehen noch einmal zu intensivieren. Dazu habe ich einen anspruchsvollen Text ausgewählt - "Der freigiebige Baum" Auch dieser Baum musste sterben, doch bevor er gestorben war, hat er dem Kind noch allerhand hinterlassen - Äste, Früchte, zuallerletzt seinen Stamm als Ruhestätte. Jetzt wo ich diese Zeilen niederschreibe, wird mir erst bewusst, wie sehr wir uns diesem Thema angenähert haben, durch die Weisheit der Natur. Sterben, vergehen, werden, ein ewiger Kreislauf, die Kinder können sehr gut damit umgehen, spielerisch, ihrer kindlichen Natur entsprechend. Mit viel Humor, aber auch nachdrücklicher, kindlicher Hingabe haben sie diesen Text gespielt und auf ihre eigene Weise interpretiert.

Ich habe sehr eindrucksvoll gefunden, dass sie aus diesem Vergehen des Baumes eine große Kreativität geschöpft haben, den Kreislauf vollendet hatten.

 

22. Jänner 2016

Wir haben das Eisschloss gespielt: Eine traurige Geschichte. Die Sonne bringt das Eis zu schmelzen und alle BewohnerInnen (Prinzessin, Königin,...) verlieren ihren Lebensraum. Die Kinder haben ihre Rollen dann aber so interpretiert, dass sie gerettet wurden, auf einer Eisscholle, auf einem Eisberg. Außerdem haben wir das Eisschloss wieder aufgebaut und nochmals darin gespielt, mit offenem Ende.

Zwei Aspekte haben mich sehr angesprochen. Einerseits haben die Kinder auch damit gehadert, dass das Eis hinweggeschmolzen ist und sie unweigerlich ihren Lebensrum verlieren mussten, andererseits haben sie Möglichkeiten herausgearbeitet, wie sie damit umgehen konnten. Der zweite Aspekt war auch deutlich zu sehen. Da die Sonne immer kräftiger wurde und bereits einige Teile des Schlosses zu schmelzen begannen, haben die Kinder sich auch darauf eingestellt, spürte man auch eine Art Hineinfügen in das Unweigerliche, nur ein Eisschnitzer begehrte auf, indem er sich der Sonne entgegenstellte.

Mein Resümee: Ich finde es schön, dass mit der Methode des Theaterspielens ein derart brisantes Thema wie das Vergehen, Hinscheiden bearbeitet und auch aufgearbeitet werden kann. Vor allem deshalb, weil die Kinder bereit sind, einen natürlichen Zugang zu diesem Thema zu finden.

 

29. Jänner 2016

Zum Abschluss haben wir die Geschichte "Gehört das So?" gespielt. Eine fröhliche Gesellschaft picknickt, spielt im Park, plötzlich kommt ein kleines Mädchen mit einer Tasche vorbei und schreit lautstark: "Gehört das So?"

Die Leute sind verwundert, baff, kennen sich nicht aus. Noch einige Male schreit das Mädchen: "Gehört das so?" Eine Frau nimmt sich dann ein Herz und fragt nach, da erfährt sie, dass in der Tasche ihr toter Vogel drinnen ist. Nun kommen auch die anderen Leute vorbei. Nun erzählt das Mädchen von ihrem Vogel und ihrem Verlust. Plötzlich hat jemand die Idee, den Vogel zu begraben.

Mein Resümee: Mich hat sehr beeindruckt, wie ernst die Kinder diese Geschichte angegangen sind. Obwohl sie eine ausgelassene Gesellschaft gespielt hatten, konnten sie mit dem Mädchen mitfühlen, sie haben dem Mädchen einen Halt gegeben, sind ihm eine Stütze geworden. Ein sehr wertvolles Spiel, eine wertvolle Erfahrung für die Kinder, auch im Verlust, in der Trauer ist man nicht alleine. Nach dem Ende des Spieles war es sehr ruhig, die Kinder sind beieinandergesessen, so ruhig, wie ich sie sonst selten erlebt habe. Dieses Spiel hat bei ihnen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

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Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das projekt erfüllt?

Eine Gesellschaft, die sich nicht mit ihrer Vergänglichkeit auseinandersetzt und nicht über ihr Fortbestehen weiter hinausdenkt, wird nicht respektvoll mit den vorhandenen Ressourcen, aber auch nicht respektvoll mit der eigenen Endlichkeit umgehen. Das sieht man leider bereits jetzt, maßlose Ausbeutung unseres Planeten, als gebe es kein Morgen.

In diesem Projekt haben wir uns mit unserem Werden und Vergehen auseinandergesetzt. Wir haben es immer wieder thematisiert. In einfachen Übungen, in einfachen Spielen – Respekt vor der Einfachheit, Respekt vor unserem Vergehen, Respekt vor immer wiederkehrendem Werden.

Die Kinder konnten in diesem Projekt lernen, dass das Werden und Vergehen ein natürlicher Prozess ist, das man gibt und empfängt, dass man sich aber auch im Leben anstrengen muss, um in diesen Prozess eintauchen zu können.

In der Geschichte „Gehört das so?“ konnten sich die Kinder intensiv mit dem Thema Tod auseinandersetzen. Es war ihnen nicht fremd, Verluste gehören zu jedem Leben. In dieser Geschichte wird es thematisiert, gekoppelt mit dem Thema Wut.

Dadurch, dass sich die Kinder in der Geschichte mit diesem Thema so gezielt auseinandersetzen konnten, mussten sie damit umgehen lernen. Oft ist man geneigt, dieses Thema Tod, Abschied, beiseite zu schieben, wegzulegen, doch die Kinder haben die Möglichkeit bekommen, sich damit spielerisch auseinanderzusetzen, einen eigenen Zugang zu finden.

Indem die Kinder die Möglichkeit bekommen haben, sich auf ihrer kindlichen Ebene mit dem Thema Tod, Vergänglichkeit auseinandersetzen zu können, haben sie erfahren dürfen, dass es möglich ist, damit umgehen zu können, dass es einen eigenen Zugang dazu gibt.

Sie haben aber auch die wertvolle Erfahrung gemacht, dass man im Abschied nicht alleingelassen ist, dass Menschen da sind, die einen trösten, Mut zusprechen, wieder aufrichten!

Wie waren Reaktionen anderer zu diesem Projekt?

Die Klassenlehrerin meinte, es wäre nicht einfach, dass sich die Kinder auf diesen Prozess einlassen würden, wir wären eine Gesellschaft, die eher der Fun und Spaßgemeinschaft zugeneigt wäre. Mit dem Beginn des Projektes wurden ihre Vorbehalte auch bestätigt. Die Kinder taten sich nicht leicht, sich auf diesen Prozess einzulassen. Lieber wollten sie Aktionspiele machen. Doch je weiter sie eingetaucht waren, desto bereiter wurden sie, sich auf diesen Prozess einzulassen. Sie war erstaunt, dass sich die Klasse auch von dieser Seite zeigen konnte. Ruhiges behutsames Spielen, aufeinander zugehen, abwarten zu können. Sie war selbst erstaunt, dass sie die Impulse so annehmen konnten. Sie meinte, es war gut, dass wir dieses Thema so artikuliert hätten, sie damit konfrontiert hätten.

Noch mehr überrascht zeigte sie sich aber, mit welchen großen Ernsthaftigkeit sie beim Abschlussspiel „Gehört das so?“ agiert haben, sie sagte: „Da habe ich die Kinder von einer ganz einer anderen Seite kennengelernt.“ Für mich, für meine Arbeit ist das, so darf ich jetzt sagen, ein großes Kompliment, denn ich weiß um das große Potential, dass im Ausdrucksspiel drinnen steckt.

Außerdem will die Klassenlehrerin im nächsten Jahr ein Projekt fortsetzen, das Thema ist noch offen. Sie hat nur einen Wunsch – keine Aktionspiele.

Wofür wurde das gespendete Geld konkret ausgegeben?

Das Geld ( € 750,--) wurde für die Abhaltung der 5 Workshops verwendet. -

s. Budgetplanung und Schulbestätigung.

 

Zugeordnete Themen