1. Wiener Protestwanderweg
Der Protestwanderweg macht für Jugendliche erfahrbar, was in der Vergangenheit an Rechten für uns erstritten wurde, wie Menschen sich organisiert und viel erreicht haben – und wie diese Kämpfe und Errungenschaften das Stadtbild bis heute prägen.
Zugeordnete Themen
- Initiator/In
- Wien
- Budget€ 7.140,-
- eingereicht am12.07.2011
- Finanzierungsfrist08.03.2012
- Bookmarks6
- Kategorien:
- mittel
- Aktion
- Stärkung der Demokratie
Projektbeschreibung
1010 Wien
Zentrum polis - Politik Lernen in der Schule Der Wanderweg hat Stationen, die über ganz Wien verteilt sind.
- Datum geplanter Start01.09.2011
- Datum geplantes Ende20.12.2012
- Projektbeschreibung kurz
Auf den Spuren des Österreichischen Protests...
Jugendliche machen sich auf die Suche nach den Spuren von Widerstand, Protest, Zivilcourage und Solidarität im Wiener Stadtbild.
Der Wiener Protestwanderweg macht für Jugendliche erfahrbar, was in der Vergangenheit an Rechten für uns alle erstritten wurde, wie Menschen sich organisiert und viel erreicht haben – und wie diese Kämpfe und Errungenschaften das Wiener Stadtbild bis heute prägen. (Hier finden Sie eine vorläufige Übersicht der Stationen)
„Zivilcourage lernen“ ist eine große Herausforderung für die Politische Bildung. Denn mündige BürgerInnen, die sich einmischen und mitmischen in Gesellschaft und Politik, fallen nicht einfach vom Himmel. Sowohl der schulischen, als auch der außerschulischen Bildung kommen auf dem Weg zu diesem Ziel große Verantwortung zu.
Das Kooperationsprojekt von Autor Martin Auer und der am Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte angesiedelten pädagogischen Serviceeinrichtung Zentrum polis – Politik Lernen in der Schule macht die Themen Widerstand, Protest, Zivilcourage und Solidarität auf zeitgemäße Art erfahr- und erlebbar.
Das Projekt setzt auf aktivierende und partizipative Methoden und verknüpft diese mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Es fördert auf diese Art und Weise gleichsam nebenbei auch die Methodenkompetenz der SchülerInnen.
Aufgrund einer Erhöhung der Eigenmittel wurde das Zielbudget auf Respekt.net geringfügig angepasst. Der Zeitplan wurde aufgrund einer längeren Finanzierungsphase ebenfalls adaptiert.
Der Inhalt des Projektes bleibt natürlich gleich.
- Nachweis ProjektabschlussZwischenbericht im Juni 2012 nach Eröffnung der ersten Stationen. Abschluss-Projektbericht mit Abrechnung nach Eröffnung aller Stationen.
Protestwanderweg
Der Wiener Protestwanderweg ist ein neuartiges Projekt zur Politischen Bildung.
Er soll aufzeigen, wie in der ferneren und näheren Vergangenheit Menschen durch eigenständige Organisation und Widerstand gesellschaftliche Veränderungen durchsetzen konnten.
An Orten, die mit solchen Protesten in Verbindung stehen, vorzugweise an Orten, die es ohne Protestbewegung so heute nicht geben würde, sollen sogenannte mobile tags angebracht werden. Das sind zweidimensionale Strichcodes, die mit einem Smartphone eingelesen werden können und so eine Verbindung zum Internet herstellen.
Auf diese Weise können für den Ort relevante Informationen direkt an Ort und Stelle abgerufen werden. (Hier finden Sie eine vorläufige Übersicht der Stationen)
Diese Informationen können die Form von Schrift, statischem Bild, gesprochener Sprache oder Video haben. Die Codes können zusammen mit einer kurzen Erklärung auf Tafeln erscheinen, die – ähnlich wie die, die auf architektonisch bedeutsame Gebäude hinweisen – an Gebäuden oder selbständig auf Stehern angebracht werden.
Die Tafeln sollen permanent sein und so die Bedeutung von Protest, Selbstorganisation und Widerstand im öffentlichen Raum sichtbar machen.
Als Nutzer kommen natürlich in erster Linie Schulen und Jugendorganisationen in Betracht, doch durch die Sichtbarkeit im öffentlichen Raum können alle interessierten Einzelpersonen oder Gruppen die Einrichtung nutzen.
Laut Nielsen-Studie besaßen im Dezember 2010 29% der Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren in Deutschland ein Smartphone (Österreich wurde nicht untersucht), also fast jeder Dritte. Man kann also davon ausgehen, dass jetzt schon in jeder Schulklasse genügend solcher Geräte vorhanden sind, um die SchülerInnen gruppenweise den Wanderweg nutzen zu lassen. In kürzester Zeit werden mehr als die Hälfte aller Jugendlichen mit mobilen Endgeräten ausgestattet sein.
Die einzelnen Stationen sollen die TeilnehmerInnen jeweils 15 Minuten bis eine Stunde beschäftigen. Die Informationen müssen der Situation entsprechend kurz, prägnant und abwechslungsreich sein. Niemand möchte auf der Straße gern lange Artikel auf einem winzigen Bildschirm lesen. Gesprochene Beiträge erlauben es den TeilnehmerInnen, sich während des Zuhörens umzusehen und umherzugehen. Schrift, Bild und Video sollen nur ergänzend eingesetzt werden.
Wichtig ist, dass bei der Darstellung der verschiedenen Protestbewegungen auch die Argumente der Gegner dieser Bewegungen entsprechend berücksichtigt werden. Die TeilnehmerInnen sollen zu eigenständigen Überlegungen und zur Diskussion angeregt werden.
Bei den einzelnen Stationen können auch Aufgaben gestellt werden. Das können einfache Quizfragen sein, die zu beantworten sind; aber auch Aufträge, wie z.B. Passanten zu interviewen und die Interviews mit dem Handy aufzunehmen; in der Gruppe über bestimmte Fragen abzustimmen, (z.B. ob Ausländer Gemeindewohnungen bekommen sollen; ob öffentliche Stellen Kulturinitiativen finanzieren sollen, ohne sich in die Inhalte einzumischen; ob ausreichende Energieversorgung und Naturerhalt in Einklang gebracht werden können usw.) und die Abstimmungsergebnisse auf der Webseite einzutragen; kurze Spielszenen zu erfinden und mit dem Handy aufzunehmen („Wie würdet ihr den Protest organisieren? Erfindet neue, ungewöhnliche Formen des Protests.“) usw.
Als „Dach“ für den gesamten Protestwanderweg gibt es eine Website (www.protestwanderweg.at). Die Website stellt den Protestwanderweg vor und gibt eine allgemeine Einführung, sie enthält aber natürlich nicht die Links zu den Medien der einzelnen Stationen. Die gibt es nur vor Ort. Auf der Website können sich einzelne TeilnehmerInnen und Gruppen für einen Account registrieren und an den einzelnen Stationen jeweils mit Usernamen und Passwort einloggen. So können sie den Besuch der einzelnen Stationen belegen. (So wie man auf traditionellen Wanderwegen Stempel ins Wanderbuch drückt). Auch die Lösungen der gestellten Aufgaben können sie entweder direkt mobil, oder bei der Nachbereitung von einem PC aus hochladen und ihrem Account zuordnen. Sie können ihre Beiträge auch freischalten, so dass sie öffentlich eingesehen werden können.
Als Einführung für Lehrkräfte, JugendgruppenleiterInnen etc. wird einmal jährlich ein Seminar angeboten, bei dem sowohl die technischen als auch die inhaltlichen und didaktischen Aspekte des Protestwanderwegs behandelt werden.
Geplante Stationen bis Juni 2012
Das Parlament (Reichsratsgebäude)
Das 1883 eröffnete Parlamentsgebäude existiert als Ergebnis einer Entwicklung, die mit der Märzrevolution 1848 begann. Hier soll der Kampf um die parlamentarische Demokratie und das allgemeine gleiche Wahlrecht thematisiert werden.
- Märzrevolution 1848 und Oktroyierte Verfassung von 1849
- Oktoberdiplom 1860 und Februarpatent von 1861
- allgemeines, gleiches, geheimes, direktes Wahrecht für Männer 1906, allgemeines, gleiches, geheimes, direktes Wahlrecht für Männer und Frauen1919
Planquadrat (Margaretenstraße, 1040) 1972-74
Der Planquadratgarten entstand im Kampf gegen eine Welle von Abbruchspekulationen. Er steht für Stadtplanung unter Beteiligung der Bevölkerung. Der ORF begleitete den Protest der MieterInnen dokumentarisch (Helmut Voitl, Elisabeth Guggenberger), die Dokumentaristen schalteten sich aber auch aktiv ein.
Arena - Besetzung 1976
Aus dem Protest gegen des Abbruch des Industriedenkmals Inlandsschlachthof entstand eine kulturelle und politische Massenbewegung, die drei Monate lang das Schlachthofgelände besetzt hielt und ins Selbstverwaltung mit Kulturveranstaltungen und sozialen Einrichtungen belebte.
Fleischmarkt: pro:woman - Ambulatorium für Sexualmedizin und Schwangerenhilfe seit 1976
Das Ambulatorium existiert als Ergebnis des Kampfs gegen den $144. Gründung der Aktion unabhängiger Frauen, Volksbegehren der Aktion Leben gegen die Strafrechtsreform, Fristenlösung 1975, Eröffnung des Ambulatoriums 1976
Rosa-Lila Villa seit 1982
Als Ausdruck des Kampfs gegen die Verfolgung von Schwulen und Lesben.
Homosexuellen-Gesetzgebung vom Holocaust bis zur Homo-Ehe
Erstes Mädchengymnasium Hegelgasse 12
1892 erstes Österreichisches Mädchengymnasium. Ein früher Erfolg der Frauenbewegung. Begründet von der Frauenrechtlerin Marianne Hainisch (Verein für erweiterte Frauenbildung, Frauenstimmrechtskomitee usw.)
Geplante Stationen bis Dezember 2012
Karl-Marx-Hof
Der Karl-Marx-Hof stellt eine Errungenschaft der Arbeiterbewegung dar und ist ein Symbol des Widerstands gegen ihre Niederwerfung (Februarkämpfe 1934).
O5 am Stephansdom
Nahe dem unter Denkmalschutz gestellten Symbol O5 am Wiener Stephansdom .soll über den Widerstand gegen die NS-Herrschaft in Österreich informiert werden. „Als Ende des Jahres 1944 der Befehl kam, Wien notfalls durch die eigenen Truppen zerstören zu lassen, nahm Major Carl Szokoll Kontakt mit dem zivilen Widerstand auf und erarbeitete einen Plan zur Befreiung Wiens durch die Rote Armee. Durch engagiertes Handeln konnte er Wien vor der Zerstörung retten.“ Wien als Ganzes ist also ein Ort, der ohne mutigen Widerstand so nicht existieren würde.
Ballhausplatz: Ort des Protests gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf
Der Kampf gegen die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks, Volksabstimmung 1978
Besetzung der Hainburger Au 1984
(Evtl. beim Kraftwerk Freudenau)
Mai 1984 Pressekonferenz der Tiere (G. Nenning als roter Auhirsch, J. Mauthe als Schwarzstorch). Dez. 1984 Sternmarsch (ÖH), Besetzung. 19 Dez. Polizeieinsatz, 800 Beamte gegen 3000 Besetzer. Demonstration in Wien m. 40.000 Teilnehmern. Rodungsstopp. März 1985: Konrad-Lorenz-Volksbegehren: 350.000 Unterschriften. 1996: Nationalpark.
Heldenplatz: Lichtermeer 1993
Initiiert von SOS Mitmensch gegen das „Ausländervolksbegehren“ der FPÖ. Größte Demonstration in Österreich (200.000 bis 300.000).
Radio Orange seit 1998
1. Republik: Arbeiterradios als Widerstand gegen das Sendemonopol der RAVAG. 1979: Erster PiratInnen-Sender „Ö-Frei“. Im Zuge der Diskussion um die Privatisierung des Radios folgte eine Welle von illegalen Sendungen, die Anträge auf Lizenzerteilung begleiteten. 1995 erhielt das erste nichtkommerzielle Radio Österreichs die Sendelizenz.
- Gesamtbudget€ 29.700,-
- Eigenmittel€ 23.200,-
- Mittel aufzubringen€ 6.500,-
- Abwicklungsgebühr€ 640,-
- Zielbudget€ 7.140,-
- A Maßnahme / ProjektteilKonzepterstellung der einzelnen Tafeln, Verhandlungen mit Kooperationspartner, Erstellen der Inhalte, Redaktion, Tonmaterial besorgen, Aufnahme
- A Teilzielbudget Euro€ 5.500,-
- B Maßnahme / ProjektteilGrafikkonzept, Gestalten, Herstellung der Tafeln und Erstellung der Werbe-Broschüre
- B Teilzielbudget Euro€ 500,-
- C Maßnahme / ProjektteilMontage, Eröffnung, Lehrkräfte-Seminar zur Eröffnung des Protestwanderwegs
- C Teilzielbudget Euro€ 500,-
- Umsetzungtermin Maßnahme / Projektteil A22.04.2012
- Umsetzungtermin Maßnahme / Projektteil B15.06.2012
- Umsetzungtermin Maßnahme / Projektteil C30.09.2012
- Auszahlungstermin Teilbudget A22.02.2012 € 5.500,-
- Auszahlungstermin Teilbudget B15.06.2012 € 500,-
- Auszahlungstermin Teilbudget C19.12.2012 € 500,-
- Abschluss Maßnahme / Projektteil AKurzer Fortschrittsbericht.
- Abschluss Maßnahme / Projektteil BDie Inhalte der einzelnen Tafel werden als Zwischenbericht an Respekt.net übermittelt. Die gestalteten Tafeln, ein Werbefolder sowie eine Übersicht über den Fortschritt des Projektes werden an Respekt.net übermittelt.
- Abschluss Maßnahme / Projektteil CAbschlussbericht mit Fotos und evtl. Videos der Eröffnung. Webseite ist online.
Rechnungslegung über die Mittel von Respekt.net, die zur Erarbeitung der Inhalte der Stationen verwendet werden. - Projektrisiken-
- Budgetplanung
Organisation, Verhandlungen mit möglichen KooperationspartnerInnen bzw. mit den HausbesitzerInnen
6.000,- €
Konzept für die Inhalte der Stationen
2.000,- €
Erstellen der Inhalte (Redaktion, Tonmaterial besorgen, Aufahme)
1.200,- € pro Station
14.400,- €
Lektorat, Endkorrektur
2.000,- €
Grafikkonzept und Gestalten der Tafeln
1.500,- €
Bedrucken der Tafeln
50,- € pro Tafel
600,- €
Montage der Tafeln
100,- € pro Station
1.200,- €
Erstellen der Begleitbroschüre
Hier ist nur ein kleiner Betrag für redaktionelle Arbeiten angegeben, Teile des Inhalts, Layout und Druck werden von polis beigesteuert, weil die Begleitbroschüre als Ausgabe von polis aktuell, der Monatsschrift von Zentrum polis, erscheint.
900,- €
Werbematerialien
500,- €
Bewerbung des Protestwanderwegs
Wird von Zentrum polis im Rahmen seiner allgemeinen Tätigkeiten geleistet.
Lehrkräfteseminar zur Eröffnung des Protestwanderwegs
Hier ist nur das Honorar des Vortragenden budgetiert, der Raum wird von polis zur Verfügung gestellt
600,- €
29.700,- €
FinanzierungskonzeptStadt Wien MA 7
Ansuchen bereits gestellt
8.100,- €
Stadt Wien weitere
Ansuchen spätestens August 2011
7.000,- €
Bund
Bewilligt
4.600,- €
Respekt.net (www.respekt.net)
6.500,- €
Eigenmittel
bereits vorhanden 3.500,- €
Gesamt
29.700,- €
Links & Downloads
- Martin Auer hat das Konzept für den Protestwanderweg entwickelt
- Zentrum polis ist für die Durchführung des Projekts zuständig
- Gesamtkonzept mit Budget, Finanzierungsplan und Zeitplan als PDF (
, 0.7MB) - (
, 52.2KB)
4. Bezirk und 6. Bezirk unterstützen den Protestwanderweg!
Wir freuen uns sehr darüber, dass der 4. Bezirk die Unterstützung der Station "Planquadratgarten" und der 6. Bezirk die Unterstützung der Station "Rosa-Lila Villa" aus den Fördermitteln der Bezirkskulturbudgets zugesagt haben.
Parlamentarische Anfrage zum Protestwanderweg
Der Abgeordnete Dr. Walter Rosenkranz macht sich Sorgen darüber, dass Österreichs SchülerInnen über das Lichtermeer von 1993 und Themen wie Frauenrechte oder sexuelle Orientierung nachdenken sollen. Hm. Grübel.
Protestwanderweg im Nachtquartier zum Nachhören
Am Dienstag, den 11. Oktober 2011, hat Martin Auer den 1. Wiener Protestwanderweg im Nachtquartier vorgestellt und sich den Fragen und Anregungen der Ö1 HörerInnen gestellt.
Hier kann die Sendung nachgehört werden:
www.protestwanderweg.at live im Ö1 Nachtquartier
Am Dienstag, 11. Oktober 2011, von Mitternacht bis 1 Uhr (also in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch) wird Martin Auer live im Ö1 Nachtquartier den Protestwanderweg vorstellen und UserInnenfragen beantworten.
www.protestwanderweg.at
Der 1. Wiener Protestwanderweg hat nun endlich eine eigene Webseite. Auf www.protestwanderweg.at gibts ein Video, das erklärt, wie die Mobile Tags funktionieren.












Für uns als OrganisatorInnen ist es besonders wichtig, dass respekt.net bei diesem Projekt dabei ist, weil es für uns ein wichtiges Signal ist, wenn Privatpersonen sich mit dem Thema identifizieren und es fördern. Wir freuen uns darauf, das Respekt.net-Logo auf den Tafeln des Protestwanderwegs zu sehen. Und wir hoffen, dass viele der zukünftigen Protestwanderer sich respekt.net anschließen werden und dass umgekehrt die respekt.net-Community eifrig mitwandern wird.